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Die Wahrheit · 1926-01-29 · Heft 5 (29.1.1926) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 5 (29.1.1926)
Date
1926-01-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. □ffi_WAHRHEIT Sfetie U Theater, Kunst u. Literatur ■ Von Woche zu Woche Vortrag. Samstag, den 30. d. M., 6 Uhr abends, findet im Hörsaal 35 der philosophischen Fakultät der Wiener Universität ein vom Jüd.- Akad. Philosophen- Verein veranstalteter Vortragsabend statt, in welchem der Dozent am Maimonides-Institut Herr Rabb. Dr. Armand Kaminka über das Thema: „Marcus Aurelius' Betrachtungen und die Ethik der Psalmen" sprechen wird. 15 Jahre „K. C.-Blätter". Die „K. C.-Blätter", die Zeitschrift der im Kartell-Convent der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens vereinigten Korporationen, können mit dem letzten Heft dieses Jahres auf ein 15jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß haben die früheren Redakteure der „K. C.-Blätter" Aufsätze in der vorliegenden Nummer veröffentlicht. So Dr. Ernst Hochschild (Frankfurt a. M.) über*- „Ferdinand Lassalle, der erste deutsche Nationalsozialist"; Rechtsanwalt Dr. Karl Löwenstein (Aachen) über: „Jüdischer Nationalismus und Judenhaß"; Rechtsanwalt Kurt Alexander (Krefeld): „Ueber die Bedeutung einer jüdisch-akademischen Zeitung"; Dr. Felix Goldmann (Leipzig) über: „Kriegs- und Umsturzerinnerungen eines ,K. C.-Blätter'-Redakteurs". Zum Schlüsse nimmt der gegenwärtige Herausgeber, Dr. Hermann Berlak in Berlin, das Wort über: „Der K. C.-Gedanke in der Gegenwart". Wir können die inhaltsreichen und richtunggebenden'Aufsätze jedem unserer Leser empfehlen. Das Heft kann durch den Philo- Verlag. Berlin SW 68, Lindenstraße 13, zum Preise von Mk. 0.50 bezogen werden. Franz Werfel: „Juarez und Maximilian". (Paul Zsolnay- Verlag. Wien). Es gibt Dramen, die selbst die beste Darstellung in ihrem Gedankengehalte nicht voll zum Ausdrucke bringen kann. Zu diesen gehört auch Werfeis Stück, das unter Reinhardts Regie meisterhaft gegeben wurde, zu dessen tiefster Problematik aber erst die Lektüre führt. Zwei Menschen, zwei Systeme stehen einander gegenüber. Beide ethisch hochstehend, vom Idealismus beseelt, und aus diesem Konflikt heraus gestaltet der Dichter die ewige Tragödie der Politik. „Juarez und Maximilian" gehört unstreitbar zu dem Reifsten und Schönsten, was die deutsche Richtung der letzten Zeit hervorgebracht hat. A. Schapiro: „Bibel und Natur'* (Leipzig 1924 in Kom. bei Dr. Rabinowitz-Verlag). Der Titel verspricht viel das Heftchen hält umso weniger. Tarnen est laudanda voluntas. R. ..Zeitschrift für Völkerpsychologie und Soziologie 1925", Heft 1 (Verlag C. L. Hirschfeld. Leipzig). Im Vereine mit einem hervorragenden internationalen Mitarbeiterkreis gibt der Berliner Univ.-Prof. Richard Thurnwald diese neue Zeitschrift heraus, die schon durch ihren Namen an die von Steinthal und Lazarus herausgegebene „Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft" erinnert und als deren geistige Nachfolgerin wir sie begrüßen dürfen. Schon das erste Heft zeigt den wissenschaftlichen Ernst und die Gediegenheit der Beiträge, was bei soziologischen Publikationen nicht immer festzustellen ist. Der Herausgeber zeigt die „Probleme der Volkspsychologie und Soziologie" auf, Alveredes handelt „Ueber vergleichende Soziologie" ab, Delbrück liefert einen Beitrag Iber „Das Alkoholverbot in Amerika", Malinowski teilt seine „Forschungen in einer musterrechtlichen Gemeinschaft" mit. Diesen Aufsätzen schließen sich eine Reihe nach Gebieten geordneter Besprechungen an, die als wichtiger Bestandteil der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift zu werten ist Langhals: „Vom Absolutismus zum Rätefreistaat" (C L. Hirschfeld, Leipzig Hlbl.). Das vorliegende Buch bedeutet Neuland, nicht nur inhaltlich, auch methodologisch versucht es neue Wege zu gehen. Im Zentrum und als Ziel der Darstellung ist die russische Verfassung vom Jahre 1923 gewählt, durch die wir ein genaueres Bild vom sozialen Aufbau Rußlands gewinnen, als durch die mehr oder minder gefärbten Reisebeschreibungen. Aber nicht nur die heutige Verfassung selbst schildert Langhans, sondern auch die gesamte Entwicklung des russischen Verfassungslebens vom Jahre 1689 an, welche Entwicklung nicht durch Gesetzesartikel gezeichnet wird, sondern unter dem Aspekt einer dynamischen Staatsbetrachtung, im Sinne Kjellens. Und diese Methode macht die Arbeit nicht nur Juristisch, sondern auch soziologisch und historisch wertvoll. Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, de» 30. Jänner d. J., um 3 Uhr nachm., findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen des I., II. und IX. Bezirkes, sowie in der Toynbee-Halle, XX., Denisgasse 33, statt. Ferner wird für die reifere Jugend am Freitag, den 29. d. M., um 7 Uhr abends, in der Synagoge des I. Bezirkes ein Gottesdienst abgehalten werden. Predigt. Freitag, den 29. d. M., 5 Uhr abends, findet im Gemeindetempel XVIII., Schopenhauerstraße 39, eine Predigt Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. David Feuchtwang statt. Brünn. Der Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Mähren (Sitz Mährisch-Ostrau) hat beschlossen, ein jüdisches Archiv (Landesarchiv für Mähren) zu gründen. Zum Archivar wurde Herr Rabbiner Dr. Heinrich Fl esch, Kanitz, bestellt. Der Verein zur Bekleidung und Unterstützung alter Männer hat im Jahre 1925 nach bestem Können seine Tätigkeit entfaltet und erhielten 85 alte Männer je nach Bedarf Kleidungsstücke. Für Barunterstützungen einzeln oder monatlich, so wie für die Spesen der Bekleidung hat der Verein S 4500.— aufgewendet. Den Schützlingen des Vereines wurden jetzt in der strengen Winterszeit je zwei Sack Kohle als Spende ins Haus gestellt. Der Verein gehört sicherlich zu denjenigen Wohlfahrtsinstitutionen, die eine besondere Regsamkeit entfalten und daher außerordentlicher Unterstützung der so wohltätigen Vereinszwecke von selten jedes Menschenfreundes würdig ist. Verein zur Ausspeisung armer jüdischer Schulkinder des 16. und 17. Bezirkes. Wir erhalten folgende Zuschrift: Sie hatten die Liebenswürdigkeit, in der letzten und vorletzten Nummer Ihrer geschätzten Zeitschrift über die Veranstaltung des Vereines zur Ausspeisung armer jüdischer Schulkinder des 16. und 17. Bezirkes zu berichten. Gestatten Sie mir nun, als Vizepräsidenten des Vereines, einiges über das humanitäre Wirken desselben mitzuteilen. Vor 27 Jahren hatten eine Schar wackerer Männer unter Führung der Herren Bernhard Mandelbaum und Moritz Gerstel aus dem damals bestandenen Verein „Humor" diesen Verein gegründet. Im Jahre 1913 wurde durch die kostenlose Ueberlassusng des Bauplatzes, XVI., Wurlitzergasse 11 — eine hochherzige Schenkung des edlen Wohltäters, Herrn Moritz Ritter von Kuffner — unter der Leitung unseres hochverehrten Präsidenten, Direktor Benno K a h a n e, ein Heim geschaffen, in welchem derzeit 120 Kinder und 25 erwerbsunfähige Leute verköstigt werden. In diesem Hause, welches der Obhut des immer rührigen Hausverwalters Ottomar K a t z unterstellt ist, befinden sich für die Zöglinge Unterrichts- und Spielsäle, in welchen die Kinder den Unterricht unter Aufsicht hervorragender Lehrkräfte genießen. Dusch- und Wannenbäder usw. Die Ausspeisung selbst, welche einer separaten Sektion unter Leitung des bewährten Sektionsleiters Herrn Emanuel Donath untersteht, findet täglich zwischen 12 und 2 Uhr statt. Rührend ist das Einvernehmen, welches zwischen den beides Vorstadtdamen. Frau Charlotte Wegler und Frau Regine U n g v a r y, und den Kindern herrscht. Kaum sind die Damen aus der Küche, in welcher sie die Zubereitung der Speisen, welche durch die bewährten Kräfte, FrauMildwurt und Fräulein Weiß, hergestellt werden, überprüfen, in den Speisesaal getreten, erschallen frohe Willkommengrüße. Leuchtenden Auges werden die beiden Damen von den Kindern umringt und jedes befleißt sich, durch Erzählungen — teils über die Erfolge in der Schule, teils über Familienangelegenheiten — den Damen ihre Anhänglichkeit zu beweisea Es ist eine wahre Freude, die Opferfreudigkeit aller Mitglieder bewundern zu können. Da ist beispielsweise das Ehepaar Olga und Julius K r u p n i k. welches seit Jahren allwöchentlich am Freitag 10 kg Fleisch spendet Im Cafe J^eue Weilt" sammeln die Damen des Bezirkes jeden Samstag abends, im Cafe „Nizza" wird unter Führung der Herren Viktor Hoffmann, Ignaz Engel, Gottlieb Drab und des beliebten Ehepaares Tausend fleißig für das Wohl des Ausspeisungsvereines Propaganda betrieben. Jeden Mittwoch abends findet im Cat6 Lang eine Kegelpartie zugunsten des Vereines statt, wobei die Ehepaare Dr. Paschkes, Dr. Bix, Haas, Schmeier, Schubert, Deutsch, Neuhauser, Kotanyi. Dr. Fe-

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