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Die Wahrheit · 1926-01-29 · Heft 5 (29.1.1926) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 5 (29.1.1926)
Date
1926-01-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 Die Alliance der christlichen und mohammedanischen Araber ist nur zur Abwehr einer jüdischen Gefahr entstanden. Man muß leider gestehen, daß unsere eigene Unvernunft und Nachlässigkeit, unser verbrecherischer Optimismus die Sache gefördert habe n." Dr. Elias Blumenfeld führte aus: „Und trotzdem ist es Tatsache, daß noch vor wenigen Jahren Araber und Juden friedlich zusammengelebt haben und die Spannung .... zwischen Arabern und Juden geringer war, als zwischen musehnännischen und christlichen Arabern. Die Zionisten, in vollständiger Verständnislosigkeit für die Psychologie eines nichteuropäischen Volkes, wie die Araber, führten sich so auf, daß den übelwollenden Hetzern Gelegenheit gegeben wurde, dem Volke einzureden, die Juden wollten tatsächlich die Herrschaft in Palästina antreten. Ich erinnere hier an die häufigen großartigen Demonstrationen in Europa und in Palästina und den ungeheuren, mit Automobilen rasselnden, viel Geld ausgebenden zionistischen Apparat, der als Generalstab einer folgenden Armee von den Arabern mißdeutet wurde .... Auf diesem Wege entstand fast eine Einheitsfront der Araber gegen die Jude n." Besonders kräftige Worte findet Dr. Hugo Bergmann, Jerusalem (J. R. 1921, Nr. 67): „Müssen wir also die Last des Judenhasses auch nach Palästina bringen? Fast scheint es so ... . Und freilich, wir haben ihn (den Haß) genährt. Wir haben beantragt, daß man die Araber aus Palästina wegkolonisieren (Zangwill), daß Palästina so hebräisch sein müsse, wie England englisch (Weizmann). Wir schrien: „Jüdische Majorität!", d. h. Herrschaft! Herrschaft! Wir sind ganz verseucht von europäischer Machtideologie .... Aber tatsächlich liegt die Tragik in Worten. Tatsächlich hat unsere Kolonisation arabische Dörfer reich gemacht und gefestigt . . . Nicht unsere tatsächliche Arbeit in Palästina regt die Araber auf, sondern die politische Deklaration, die hinter jedem Imigranten zu stehen scheint." Diesen Aeußerungen ließen sich noch zahlreiche ähnliche anreihen. Ich will zum Schlüsse nur noch auf die ebenso eingehende wie interessante Darstellung über die zionistische Araberpolitik hinmehr sehen." Für sie ist die einzig richtige Antwort: Die entschiedene Weigerung des Führers, ihrem Ansinnen Folge zu geben. Die Dritten sind die Mutigen! „Wir wollen den Kampf wagen!" so rufen sie. Sie sind kampfbereit, kämpf entschlossen. Die schwielenharte Hand, der muskelstarke Arm weiß zuzuschlagen. Der Führer spricht: „Gott wird für euch streiten!" Wer kämpfen will, muß Gottvertrauen haben. Das Kriegsglück ist ein launisch Ding. Heute lächelt es dem. morgen jenem. Der Herr des Kampfes ist Gott. Mit seiner Hilfe kann man siegen, im Vertrauen auf ihn Niederlagen verschmerzen. Wenn Gott will, kommen die Gegner um, gehen Feinde zu Grunde. „Gott \yird für euch kämpfen!" Dies Wort muß sich den Mutigen und Kampfbereiten ins Herz einprägen. Die vierte Gruppe hat ihre Losung: „Wir wollen Lärm anheben!" Das sind die Lärmmacher, die Schreier, die weder Meinung noch Willen, weder Mut noch Kampfeslust haben, sondern nur Unruhe in jede Sache bringen und durch Lärm und Geschrei die Aufmerksamkeit der Welt erregen wollen. Ihnen ruft Moses zu: „Ihr sollt schweigen! Die Menge, die nicht weiß, was sie will, die weder ein Wort zu reden, noch eine Tat zu leisten vermag, soll schweigen. Die Hilfe ist geschehen. Die Aegypter sind in den Fluten versunken. Das Siegeslied ertönte. Moses ließ aber nicht zu, so wird überliefert, daß' sie es selbständig, allein sangen, sondern sie mußten . es so singen, wie ein Schüler, der beim Lehrer lernt. Dieser sagt den Vers vor, der Schüler sagt ihn nach. Das war die große Lektion, die eindeutige Belehrung. Angesichts der Gefahr und des Feindes haben sie alle nicht das Richtige gewußt. Ist die Gefahr beseitigt, will jeder den Ton angeben, mit der ersten Stimme einfallen. Gemach! Erst kommt der Lehrer, dann die Schüler. Das erste Wort gehört denen, die in" der Zeit der Gefahr das rechte Wort gefunden haben, K. g PESSüCil Kaüee-ZMsali in braunen Schachteln laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Ober- Rabbiner Simon Schreiber aus Erlau : nwn verlciAliclft koscher ^t2D auch heuer wieder in garantiert reiner und ausglebiHer Oualltftttf zu haben bei Heinrich f ranch Söhne in Ko&ce Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht des Herrn Ober-Rabbiners Simon Schreiber und unter ständiger Kontrolle von Sr. Ehrwürden ernannten frommen jüdischen Aufsehern, so daß sämtliche Erzeugnisse verläßlich koscher sind und also von jedem Glaubensgenossen das ganze Jahr hindurch gebraucht werden können. Beachten Sie beim Einkaufe im eigenen Interesse recht genau die bräune Farbe Oer Schachte] die Schutzmarke WAFfEEMttniE und die Unterschrift Heinrich f RANCH Söhne weisen, die E u g e n Höflich in seinem, von heißer Liebe für Palästina durchtränkten Buche „D i e P f o r t e d e s O s t e n s" gibt. Er selbst schreibt darin: „Der Judenstaat hat uns geschadet, seine Idee war ein Ergebnis europäischen Denkens; wir wollen ihn begraben und auf seinem Grab die Fahne aufpflanzen, die auf der einen Seite grün, auf der anderen Seite blau und weiß, Symbol des künftigen semitischen Bundes ist ... . Wenn der Zionismus von seinem weltpolitischen Piedestal endlich herabgestiegen sein wird, um sich lokal zu orientieren, dann erst wird es ihm möglich sein, aus der tragikomischen, aber sehr gefahrenschwangeren Rolle weltpolitischen Dilettantismus in die ihm zukommende Funktion innenpolitischen Wirkens einzutreten." Trotz dieser bösen Erfahrungen hat man aber auch in der Folgezeit nichts unterlassen, was die Araber reizen könnte. Welche Erregung knüpfte sich an die Einweihung der Universität! Daß man in Jerusalem ein jüdisches wissenschaftliches Institut gründet, auch daß man ihm den vorläufig noch wenig zutreffenden Namen einer Universität verleiht, hätte die Araber sicher recht gleichgültig ge~ lassen, die beispielsweise von der einige Wochen vorher in Haifa erfolgten Gründung eines Technikums keinerlei Notiz genommen hatten. Jedoch verknüpfte man die Eröffnungsfeierlichkeiten mit einer großen nationalen Demonstration, zu der man Lord Ballour, der der Deklaration den Namen gegeben hatte, einlud. Man erinnert sich, welche Erregung unter den Arabern entstand, beginnend mit Trauerkundgebungen und einem Generalstreik der Araber in Palästina, endigend mit der sensationellen Flucht Lord Balfours aus Damaskus. Schon bevor

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