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Die Wahrheit · 1926-01-22 · Heft 4 (22.1.1926) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr, 4 DIE WAÜRHElt Seite t muß zu dieser Dreistheit noch die alberne Forderung sich gesellen, daß auch verständige Blätter es einem österreichischen Richter verargen sollen, daß er einst Richter in Kolomea war? * * * Die Budapester und die mit ihr 'sympathisierende Wiener Horthy-Presse verharrt mit eiserner Konsequenz bei der Behauptung, daß die Francsfälschuinigen und all das, was hinter ihnen steckt, nicht zu einer europäischen Skandalaffäre geführt hätten, wenn die ungarischen — Judenblätter nicht darüber berichtet hätten. Natürlich, die Amsterdamer Polizei hatte es als eine Bagatelle behandelt, daß drei ungarische Aristokraten, in deren Besitz ganze — noch dazu mit Diplomatenstempeln versehene — Reisekoffer voll gefälschter fremder Banknoten gefunden wurden, sich auf einen Prinzen Windischgrätz als ihren Auftraggeber berufen. Und sie hätten auch dem bei einem der Gentleman-Gauner gefundenen Tagebuch kein Interesse abgewonnen. Es plaudert zwar so hübsche Sachen von einem Landespolizeichef aus, von einem hohen Kirchenfürsten, sogar von einem „König Albrecht" — aber man weiß ja, derlei Dinge lassen trockene Polizeimänner ganz kühl. Und noch gleichgültiger wären die Franzosen dem Amsterdamer Polizeibericht gegenüber geblieben. Wegen der erwischten falschen Francsnoten wird doch der französische Staat nicht so indiskret sein, nachzufragen, ob die Herrschaften außer den Musterkoffern zu Hause noch einiges von dieser Ware für den Export bereit haben. Die Franzosen sind ja eine so höfliche und namentlich in Geldsachen gemütliche Nation! Bevor sie Sr. Exzellenz Bethlen und Sr> Durchlaucht Horthy auch nur eine unangenehme Stunde bereitet hätten, wären sie sicher mit tausend Freuden bereit gewesen, eventuell selbst die falschen Noten gegen echte umzutauschen. Aber da kam die sensationslüsterne Budapester Judenpresse und der Skandal war fertig. * * Diese sensationslüsterne Judenpresse ist es, die jetzt dem ungarischen Ministerpräsidenten den falschen Streich spielt, den Bericht über die Konferenz der oppositionellen Abgeordneten zu veröffentlichen, in welchem diese unverblümt ihre Mehrung über diesen hervorragenden siebenbürgischen Politiker aussprachen. Kurz gefaßt wurde sie lauten: „Schöne Maske, wir kennen Dich!" Diese Abgeordneten sagen es mit einer bewunderungswürdigen, undiplomatischen Geradheit heraus, daß sie Mißtrauen dem Ministerpräsidenten entgegenbringen, denn sie bezweifeln dessen Aufrichtigkeit. Sie geben zu, daß er mit großen Worten eine Untersuchung angeikün)digt habe, die die Wutausbrüche der Rassenschützler hervorgerufen, aber sie seien zu der Ueberzeugung gelangt, daß in Wahrheit zwischen ihm und den Rassenschützlern eine vollständige Vereinbarung bestehe. Sie erinnern den Herrn Grafen daran, daß er den freisinnigen „Viläg", der der Regierung nicht bequem gewesen, einfach eingestellt habe, aber daß er selbst so unsäglich duldsam gegen die antisemitische Hetzpresse sei, die Verbrecher als patriotische Helden verherrliche urfdi mit idier Wieideraufnahme der Atrozitäten drohe, die aus Budapest einen Bakonyerwald machten. Das und noch manches andere schleudern die demokratischen Abgeordneten mit Väzs&ny an der Spitze dem Herrn Ministerpräsidenten an den Köpf. Aber Graf Bethlen würde vielleicht auch diese Meinungsäußerungen, die jeder europäische Staatsmann als tätliche Beleidigungen empfinden würde, lächelnd über sich ergehen lassen, wenn diese hämische Judenpresse sie unterschlagen hätte. Aber wie gemein, wie charakterlos war diese Presse, daß sie, um das Ansehen des Grafen Bethlen in Europa nicht zu schmälern, die Kritik über ihn nicht selbst konfisziert hat! * * * Der sozialdemokratische Abgeordnete Payer hat, ohne gerade Statistiker von Beruf zu sein, die Bevölkerung Ungarns in zwei Teile geteilt. In dem einen Lager, sagte er, befinden sich die Bombenwerfer und deren Protektoren, die für jede Schurkerei mildernde Umstände anführen, die mehrfachen Mördern Amnestie gewähren, ferner jene Presse, die diese Leute verherrlicht; das andere Lager aber vereinigt alle anständigen Leute des Landes. Herr v. Horthy fühlte sich durch diese Einteilung des Abgeordneten Payer beleidigt Da Payer — siehe den Fall Beniczky — nicht in der Lage war, den Wahrheitsbeweis für seine Behauptungen zu erbringen, wurde er zu sechs Monaten Kerker verurteilt. Man kann wieder aus dieser Affäre ersehen, daß es nicht genügt, den Wahrheitszu sagen, daß es auch nicht genügt, den Wahrheitsbeweis erbringen zu wollen oder selbst ihn erbringen zu können. Man muß auch die Möglichkeit haben, ihn erbringen zu — dürfen. Ego.!ll!!lffll!IIIi!lllli!ll« | Danksagung. % g flnfäßiicß der Vermäßfung unserer Tocßter H H Tauig mit 7)erm Dr. Haut Seiger sind uns j| jj so zaßfreicfie ehrende und t}od)erfreuende Tiefj* H weise oon Treundsdfaft und Verehrung zu- §j Ijj gekommen, daß mir außerstande sind, iedem jjj jj einzeln fiierfür geziemend Dank zu sagen. K H Wir sprechen daßer auf diesem;■ Wege jl 3 Sr. etjrm. T)errn ftaöö. Dr. TRax Srunmald, dem jj H uereßrl. Präsidium und Vorstande der Jsr. H H Xuftusgemeinde.'dem Ikttjausoorstand, den §| m oiefen teilnehmenden 'Korporationen, freunden H WS und bekannten sowie den Tunktinären des H i. ■ ■ —»i& jg Zempetsjunseren ] Qerzfidjsten, [ tiefgeßßitesten m Ü Dank aus. fl Wien, im Jänner 1926. 7Zomm.~7tat flffreb üanöesÖerger

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