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Die Wahrheit · 1926-01-01 · Heft 1 (1.1.1926) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 1 (1.1.1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr. l Vizepräsident Dr. Löwenherz mit Gemahlin und Herr Dr. Klaber Erschienen; dann Herr Klemperer und Herr Dr. Löwy von der Zehtraisteile, die berühmte Bildhauerin Teodorowna Riesz, die Industriellen Moritz Wmtemitz und Strauß, Direktor Dr. Sücz mit Gemahlin, Prof. Wolfsohn, Herr und Frau Viktor Nathansohn, Fürsorgerat Schlesinger samt Frau, Fürsorgerat Goldblatt und Frau usw. Die von Herrn Oberkantor Löwit geleiteten Chöre der Gewerbeschülerinnen fanden volle Anerkennung, ebenso der reizende a capella-Chor der Volks- und Bürgerscliülerinnen, welcher unter Leitung von Frl. Helene Bondi chassidische Lieder zum Besten gaben. Nach diversen in streng jüdischem Sinne gehaltenen Vorführungen entzückte das von dem Schützling Winia Bäcker-Haas einstudierte Ballett JDornröschen", wozu sich die Gewerbeschülerinnen reizende, ntit primitiven Mitteln, aber hohem Geschmack hergestellte Kostüme geschaffen hatten. Zum Abschluß hat der Vorstand des Elisabeth-Heims die Kinder mit schönen und nützlichen Sachen bedacht. — Am Sonntag den 13. d. M. fand in den Lokalitäten des Bethauses, Erdbergstraße 15, eine Chanukafeier für die Schüler und Schülerinnen der Thalmud-Thora für den III. Bezirk statt. Im festlich erleuchteten Bethause hatten sich die Schuljugend und eine große Anzahl von Gästen eingefunden. Kantor Schmied rezitierte stimmungsvoll das Minchahgebet, worauf ein stimmbegabter Knabe die Menorah feierlich entzündete. Sodann bestieg Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Templer die Kanzel, um mit gewohnter Eloquenz die Festpredigt zu halten. In zündender und begeisternder Rede beleuchtete er den Zusammenhang zwischen Thora und Chanuka. Es folgten hierauf mit recht viel Schwung vorgetragene hebräische und deutsche Deklamationen der Schüler, um dann mit einen andachtsvollen Maariwgebet den gottesdieostlichen Teil der Feier zu beschließen. Unterdessen war von einer Reihe opferwilliger Damen in der Frauenabteilung des Tempels eine schmackhafte Jause mit etwa 50 Gedecken sehr ansprechend vorbereitet geworden und die Kinder sprachen den leckeren Dingen, denen Herr Eduard Engel in dankenswerter Generosität noch je ein Geschenk zufügte, alsbald mit vielem Behagen zu. Unter den Damen seien besonders Frau Adele U n g e r, die ob ihres humanitären, allzeit opferfreudigen Wirkens rühmlichst bekannte Gattin dels Obmannes des dorügen Tempelvereines dankbarst hervorgehoben. Auch Frau Simon Mayer, die Gattin des Initiators und Gründers der Talmud-Thora hat nicht geringe Opfer sowohl an Zeit und Mühe, als auch durch Beistellung eines würzigen Kaffees aufgewandt. Schließlich seien noch die Damen -Ernst Haas und Paul Hacker erwähnt, die sich ebenfalls mit freundlichen Spenden und durch Mitarbeit dankenswert betätigten. Die Festiause gestaltete si^n aber auch zu einer herzlichen Abschiedsfeier für den verdienstvolen Lehrer Herrn Elias Rosenfeld, welchem seitens des Vorstandes ein silberner Pokal überreicht und der durch eine Ansprache des Obmannes, worin die großen Verdienste dieses besonders gewissenhaften und pflichteifrigen Pädagogen gebührend gewürdigt wurden, ausgezeichnet wurde. Herr Rosenfeld dankte gerührt in schönen Worten und erfreute dann noch die Anwesenden mit einer ulkigen Jargon-Humoreske. Es sprach dann noch der neugewählte Lehrer Herr Dr. Albert Wein er unter großem Beifall über die Symbolik der Menorah mit Beziehung auf die Schuljugend, worauf ein gemeinsames Tischgebet den von echt jüdischem Geiste beseelten, schönen Abend beschloß. R. — Donnerstag, den 17. <L fand im Lehrsaale der Talmnd- Thora-Anstalt, XX., Bäuerlegasse 36, eine Chanuka- und Sium-Feier statt Herr Rabbiner Gerschon Hager hatte in seiher schwungvollen und gediegenen Festrede über die Bedeutung des Tages gesprochen und die Tätigkeit dieser Anstalt, welche ungefähr 140 Kindern gründlichen Rieligiortsunter- Ticht gewährt, hervorgehoben. Herr Rabbiner Moses Blech referierte über die Bedeutung der Sium-Feier. Die Ausführungen der Festredner fanden großen Beifall bei allen Anwesenden. Einige Schüler dieser Anstalt rezitierten in entzückender Weise einiges von ihrem Unterrichte. Nachdem die Verteilung der Mesechtos vorgenommen wurde, schloß spät abends die schöne Feier. Mitgliederaumahme. Sonntag, den 10. Jänner, 4 Uhr nachmittags, findet im Vereinshause, XV., Herklotzgasse 21, die feierliche Aufnahme von Mitgliedern der Chewra Kadischa für die Bezirke XII bis XV statt. Jubilätunsfest Der orthodoxe israelitische Bethaus verein .JEntuhas Awes", Wien XIV., Storchengasse 21, feiert arii Söntttag, den 3. Jänner um 4 Uhr nachmittags sein 60jähriges Jubiläumsfest unter Mitwirkung der Oberkantoren Fränkl, Margulies, Postolow und Weiß mit einem Festgottesdienst. Die Begrüßungsansprache hält Herr Präsident Heinrich Weiß, die Festrede Herr Rabbiner A. Weiß. Nach dem Festgottesdienst findet eine gesellige Zusammenkunft im Jüdischen Volksheim. XV., Herklotzgasse Nr. 21, statt. Kommerzialrat Philipp Weiß. Wie wir erfahren, wurde Herrn Philipp Weiß, Seniorchef der Firma Philipp Weiß & Söhne, vom Bundespräsidenten der Titel eines Kommer zial rates taxfrei verliehen. Herrn Philipp Weiß, der sich durch stille segensreiche Tätigkeit und als langjähriges Vorstandsmitglied des Tempelvereines Josefstadt große Verdienste erworben, feierte im Vorjahre in voller Rüstigkeit, die ihm die uneingeschränkte Ausübung seines Berufes gestattet, seinen 80. Geburtstag. Wir gratulieren zur wohlverdienten Auszeichnung. Probevorträge. Herr David D a w i d o w i t s c h, Kantor am Talmud-Thora-Bethaus in Wien, wurde zum Probegottesdienst am Ohel-Jaakob-Tempel zu München berufen. Der Kantor machte mit seinem liturgischen Können tiefen Eindruck, so daß seine Ernennung als sicher gilt, und dürfte Herr Dawidowitsch in allernächster Zeit den neuen Posten antreten. — Freitag, den 1. d. M. um 4 Uhr nachmittags und Samstag, den 2. d. M. um 9 Uhr vormittags finden .im Brigittenauer Tempel, XX., Kluekygasse, Probevorträge "des Oberkantörs I. K1 e i n e s statt. Trauung. Mittwoch, den 30. Dezember, fand im großen Leopoldstädter Tempel die Trauung des Schauspielers Herrn Franz Engel mit Fräulein Erna Hatschek, Tochter des bekannten Komikers Herrn Josef Fleisch mann und seiner Gattin Marie, verw. Hatschek, statt. Im Tempel fand sich ein zahlreiches Hochzeitspublikum ein, das für die Wertschätzung des Brautpaares und dessen Familien beredtes Zeugnis gab. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald hielt an das Brautpaar eine herzliche Ansprache. Herr Oberkantor Heinrich Fischer trug die Hochzeitsgesänge in weihevoller , Weise vor. Goldene Hochzeit Herr Ignaz Kaiman und seine Gattin Käthe feierten am 16. v. M. das schöne Fest der Goldenen Hochzeit Dem Jubelpaare gingen aus seinem Bekanntenkreise zahlreiche Glückwünsche zu. Todesfall. Zu den Leidtragenden nach der am 16. v. M„ im 64. Jahre verstorbenen Frau Laura P a t z i k haben wir noch nachzutragen deren Tochter Frau Else Stahl sowie ihren Schwiegersohn, den bekannten Industriellen Herrn Jac. ,M a y e r. Gedächtnisfeier. Samstag, den 2. Jänner 1926, findet um 6 Uhr abends im Tempel, VIII., Neudeggergasse 12, eine Gedächtnisfeier für Herrn Gabor R o s e n.f e 1 d s. A., I. Vizepräses des Tempelvereines des VIII. Bezirkes der Stadt Wien, statt. Trauerfeier. Sonntag, den 20. d. M. um 11 Uhr vormittags veranstaltete der Prager Verein der jüdischen Invaliden und Kriegsbeschädigten in der -Zeremomenhalle des .neuen jüdischen Friedhofes und bei den Gräbern eine Trauerfeier für die im Weltkriege gefallenen jüdischen Soldaten. Die Militärmusik spielte vor Beginn der Zeremonie einen Trauerr Choral. Dann sang Oberkantor Max Strauß, assistiert von einem Doppelquartett, mit seiner schönen, klangvollen Tenorstimme das „Adonoj mol Odom". Die Trauerrede hielt in eindrucksvoller Weise Herr Rabbiner Prof. Dr. Kraus. Sodann bewegte sich der Trauerzug, an welchem höhere Offiziere, Stadtverordnete und verschiedene Deputationen nebst einer zahlreichen Trauergemeinde teilnahmen, zu den Gräbern. In feierlicher Weise rezitierte Oberkantor Strauß das „El mole Rachamim", worauf mit einem stillen Gebet die würdige Feier ihren Abschluß fand. »eaeeoe*eeeeeee*de«M6et Rottes l-R.OTGASSE-1

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