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Die Wahrheit · 1925-12-25 · Heft 51 (25.12.1925) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 51 (25.12.1925)
Date
1925-12-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 51 liegenden Sammlung von ihm herausgegebener Predigten Ihnen vielleicht nicht unwillkommen sein dürfte. Dieses Buch dürfte ich mir gelegentlich gefälligst wieder zugestellt erbitten. Ich habe die Ehre. Braestrup, Vizepolizei-Direktor. An den k. k. Geschäftsträger Baron von Langenau, Allhier. * (Fortsetzung folgt.) Die Jaden in den Armeen der Entente. Von Ben J e h u d a. (Schluß.) Die höchste Auszeichnung, die die Vereinigten Staaten zu vergeben haben, ist die Congressional Medai of Honor, die dem preußischen Orden Pour le merite entspricht. Die Verleihung dieses Ehrenzeichens ist äußerst selten. Im Jahre 1918 haben es drei jüdische Soldaten erhalten. Es ist lehrreich, die amtlichen Berichte über diese Verleihungen nachzulesen. Der Freiwillige Sergeant Sidney G. Gumpertz verließ in Begleitung zweier Gefährten sein Peloton und schritt durch dichte Hindernisse hinweg aufdie feindlichen Linien zu, deren Maschinengewehrfeuer eben die Amerikaner aufgehalten hatte. Als die beiden Kameraden durch eine platzende Handgranate fielen, setzte Gumpertz seinen Marsch in dem dichten Kugelregen fort, sprang in die feuernde Gruppe, brachte das Maschinengewehr zum Schweigen und machte neun Gefangene. Sydney G. Gumpertz erhielt auch die höchste französische Auszeichnung, nämlich die Medaille Militaire und das Croix de Guerre mit Palme. — Sergeant Benjamin Kaufmann schritt im Argonnenwald an der Spitze eines Pelotons auf die feindlichen Linien los, um ein Maschinengewehr zum Schweigen zu bringen. Er wurde von seinem Peloton getrennt, und sein rechter Arm von einer Kugel zerschmettert, aber er unterbrach seinen Marsch nicht, fuhr fort, mit der linken Hand Granaten zu werfen. So gelang es ihm, die feindliche Gruppe zu zerstreuen, das Maschinengewehr zu nehmen und einen Gefangenen zu der nächsten Verbandsstation zu bringen. — William Sawelson hörte bei Grand Pre einen Verwundeten nach Wasser rufen. Er verließ aus eigenem Antrieb seinen geschützten Platz, kroch unter dichtem Feuer eine ziemlich weite Strecke zu dem Verwundeten, gab ihm alles Wasser, welches er in seiner Feldflasche hatte, kam dann zurück, füllte seine Feldflasche von neuem und begab sich abermals zu dem Verwundeten hin. Diesmal ereilte ihm eine Maschinengewehrkugel. Die Medaille wurde seinem Vater ausgehändigt. Diese Tat, Rettung eines verwundeten Kameraden mit eigener Lebensgefahr, kehrt in den Armeebefehlen bei der Auszeichnung jüdischer Soldaten so häufig wieder, daß man sich veranlaßt fühlte, eine vergleichende Untersuchung anzustellen, inwiefern dieser Zug etwa eine Eigenart des jüdischen Soldaten bilde. Zu diesem Zweck wurden aufs Geratewohl 200 Zitationen von Juden und 200 von Nichtjuden aus den Tagesbefehlen herausgegriffen und auf die Motive hin sorgfältig untereinander verglichen. Die Motive wurden in sechs Klassen eingeteilt. Es ergab sich nun folgende Tabelle: 1. Unerschütterliche Pflichttreue, Beharrlichkeit in der Ausführung einer Aufgabe den Gefahren zum Trotz und über die strikte Gehorsamspflicht hinaus, Weigerung, das Schlachtfeld zu verlassen, obwohl verwundet: Juden 52 (27 Prozent), Nichtjuden 62 (31.5 Prozent). Handlungen der Menschenliebe, Rettung von Verwundeten mit eigener Lebensgefahr, Weigerung Verwundeter sich verbinden zu lassen, bis andere versehen sind u. dgl.: Juden 67 (32 Prozent), Nichtjuden 46 (23 Prozent). 3. Freiwillige Dienstleistung als Depeschenträger und Kundschafter, die fast mit sicherem Tod verbunden sind: Juden 37 (18.5 Prozent), Nichtjuden 26 (13 Prozent). 4. Kaltblütigkeit unter feindlichem Feuer: Juden 8 (4 Prozent), Nichtjuden 13 (6.5 Prozent). 5. Intelligenz und Geschicklichkeit in der Vollbringung von: Taten des Heroismus, die zu bedeutenden Ergebnissen führten: Juden 24 (12 Prozent), Nichtjuden 14 (7 Prozent), 6. Tollkühnheit: Juden 9 (4.5 Prozent), Nichtjuden 28 (14 Prozent). Diese kleine Tabelle zeigt, daß von allen Arten der Tapferkeit diejenige, welche einen Akt der Menschenliebe zum Ziele hat, das Feld bildet, auf dem sich die jüdischen Soldaten am meisten ausgezeichnet habe. Als Julian Leavitt daranging, seine Abhandlung über die jüdischen Soldaten in der amerikanischen Armee abzufassen, war das Kriegsamt eben dabei, die Verluste zu registrieren, doch war die Arbeit noch sehr weit voni Abschluß. Es waren bereits 2500 jüdische Verluste gezählt, davon waren 1300 vor dem Feinde gefallen, 390 an den Wunden gestorben, 800 an Unfällen und Krankheiten, die sie im Kriege erworben hatten. Es dürften aber noch mindestens 1000 weitere jüdische Namen hinzukommen, so daß die Zahl der vom Tode hingerafften jüdischen Kriegsopfer mindestens 3500 (fünf Prozent) der Gesamtzahl der gefallenen Amerikaner betragen dürfte. Verwundete, die wieder hergestellt worden waren, zählte man unter den Juden (vorläufig) 8000, es dürften jedoch noch etwa weitere 4500 hinzukommen. Alles in allem beträgt die Zahl der amerikanischen Juden,, die für die Sache ihres Vaterlandes auf dem Schlachtfelde gefallen sind oder geblutet haben, zwischen 15.000 und 16.000. Aus dem Gesagten ergibt sich, daß die amerikanischen Juden zu dem Sieg ihres Vaterlandes ihr vollgerüttelt Maß und noch ein gut Teil darüber hinaus beigetragen haben. Sie haben die Erwartungen ihrer Freunde nicht enttäuscht und die Hoffnungen ihrer Feinde zu Schanden gemacht. Glossen. Wie es in unserer Zeit um die Gerechtigkeit im allgemeinen und um die Gerechtigkeit für Juden im besonderen bestellt ist, kann man an dem Prozeß Steiger erkennen. Die begeistertsten Rechtsfreunde aller Welt mußten sich schließlich darüber freuen, daß ein Prozeß, der nie hätte stattfinden dürfen, da ein Staatsanwalt, der einen Funken von Rechtsgefühl im Leibe hat, selbst von der Anklage hätte zurücktreten müssen, so endete, obwohl der Staatsanwalt noch im letzten Moment durch den „objektiven" Vorsitzenden die leidenschaftlichsite Unterstützung fand. Und den Gipfelpunkt der Freude bil-

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