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Die Wahrheit · 1925-12-18 · Heft 50 (18.12.1925) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 50 (18.12.1925)
Date
1925-12-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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S6&G 12 DIE WAHRHEIT Nr. 50 % s!f I" i'fitS- . \m * .? •. Ii fr '. I '•|,H! t' " <'"i äfr i ) \ ' .'! ii i < - , I" 1 'i' * ■■ V '* * ' 1 ■ ■. i ■«. t; Wir bringen im folgenden die Beschreibung einiger Chanukafeiern. die in den letzten Tagen aus Anlaß des schönen Jüdischen Festes stattgefunden haben. (Die Berichte werden in der nächsten Nummer fortgesetzt.) Mit Freude und Genugtuung stellen wir fest, daß im jüdischen Wien wieder Chanukafeste gefeiert werden bajomin hohim basman hase — sowie einst so auch in unseren Tagen. Samstag, den 12. <L, fand im Rahmen eines Festtottesdienstes, bei welchem Herr Oberkantor Heinrich Fischer mit dem Tempelchor der Leopoldstadt fungierte in 4tr Kinderbewahranstalt, IL, Schiffamtsgasse, eine Cha- »nka-Fe4er statt. Die Feier wurde vom Vereine »Wohlfahrt" für die kleinen Zöglinge des Heimes veranstaltet öhd hat sich um "dieselbe ganz besonders Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d verdient gemacht, sowie Frau Direktor Fischer, welche eine schöne Kinderjause veranstaltete, bei der -die Kinder reichlich beschenkt wurden, außerdem die Herren des Vorstandes Bezirksrat J. Berger, Paul Fried, D. Goldmann, Bezirksrat E. Hoffmann, E. Juskovits, S. Kornmehl, I. Müller, S. Oesterreicher, Rudolf Rudinger, L Walzer, Friedrich Wechsler, Bezirksrat S. Wein er, Julius Weinmann ttnd viele andere. Nach dem Festgottesdienst hielt Dr. Max örunwald eine Ansprache an d5e Kleinen und es war erhebend mitanzuschauen, wie er den Kindern die Bedeutung €es Chanukafestes erklärte und diese dann auf seine Fragen in kindlich naiver Weise antworteten. Am Schlüsse der Feier trug das reizende Töchterchen des Vorstandsmitgliedes Weinmann einige Gedichte in entzückender Weise vor. Am 12. Dezember fand im Merores-Waisenhaus eine wirklich ausgezeichnete Chanukafeier statt, der nebst zahlreichen Gästen sämtliche 60 wedblichen Zöglinge beiwohnten. Unter den Erschienenen bemerkte man ü. a.: den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Professor Dr. A. Pick, den Vizepräsidenten derselben und Obmann des Kuratoriums Herrn Dr. Jakob O r nst ein, die Bezirksräte J. Berger und Kultusvorsteher E. Hof mann, die Herren EL Engel und Amtsdirektor GL F u c h s g e 1 b, die Rabbiner Dr. Bauer Und Dr. T a g 1 i c h t, Hofräte Professor Guido Adler und Professor S. Frankfurter, der Anstaltsarzt Med.-Rat Dr. H. Haase, Justizrat Dr. Adler, die Herren Kuner und Dr. K. Friedjung, Dir. Aitmann vom Bhndeninstitut und Richard Petschek vom Knabenwaisenhaus, zahlreiche Herren der Union deutschöster- Teichischer Juden, so die Beiräte Dr. E. Korn, J. Brückler, S. Kling er und Mor. Neu mann, wie auch deren Jagendgruppe mit dem Obmann Jakob Herz und viele andere. Die Feier begann mit dem Anzünden der Chanukalichter und einer Festrede des Vizepräsidenten Doktor Jakob Örnstein, in der er auf die Bedeutung des Festes and die Tätigkeit des Waisenhauses hinwies, den eifrigen Mithelfern den Dank für ihre unermüdliche Tätigkeit aussprach and die Anwesenden aufforderte, in diesen schweren Tagen dem Hehn tatkräftigst beizustehen. Daran knüpfte sich ein wirklich als gelungen zu bezeichnendes und nur von Heimschützlingen ausgeführtes Programm von ernsten und heiteren Gesängen und Tänzen. Aus der Reihe der Darbietungen, die unter Leitung der Direktrice Lehmann standen und von Fräulein Herz einstudiert wurden, sei fasbesondere die Schlußdarbietung hervorgehoben, ein Tanzspiel sämtlicher Zöglinge, das eine Apotheose des Wiener Liedes und Tanzes beinhaltete und geradezu entzückend war. Alle Anwesenden spendeten den trefflichen Leistungen der Zöglinge reiches Lob, waren aber nicht minder ergriffen von der Freude der Kinder über die reichliche Bescherung. Diese, wie auch die meisten Leistunsen der Anstalt sind ein Verdienst des Damenkomitees, insbesondere dessen Präsidentin Frau Professor Regine Pick, die liebevoll und rastlos für das Hem und seine kleinen Insassen wirkt Und dieses Heim, eine Zierde der Wiener Judenschaft, verdient diese Fürsorge heute um so mehr, als es durch den Entfall bisher Ihm zugeflossener ausländischer Hilfsquellen, in einer sehr prekären wirtschaftlichen Lage sich befindet Es ist Pflicht warmfühlender Glaubensgenossen, sich dieses schönen Werkes in seiner momentanen Notlage zu erinnern. Sonntag, den 26. Kislew (13. Dezember), um 4 Uhr nachm., land im Festsaale des Bayrischen Hof eine von dem unter dem Protektorat Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald stehenden „Bund jüdischer Eltern im II. Wiener Gemeindebzirke" veranstaltete Chanukafeier statt, die allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. Lange vor Be-~ ginn war der Saal derart überfüllt daß zahlreiche Verspätet« keinen Einlaß fanden. Es war ein Jubeltag für die Leopoldr Städter jüdischen Kinder, ein Ehrentag für den jüdische* Elternbund. Unter den Festgästen befanden sich der Vize-: Präsident der Gemeinde Dr. J. Örnstein mit den Kultusräten; Bezirksrat E. Hoff mann und Dr. I. Kl aber, der; Protektor des Vereines Rabb. Dr. Max Grunwald, 6n Vertretung des jüdischen Frauenvereines Leopoldstadt Frau Prä-? sklentin Dr. Grunwald und Frau Anna Fischer, Sekre-1 tär Holz er. Leiter des Schulamtes Förster, Prof. Moritz? AntScherl, Frau Dozent Dr. Hofbauer, als Vertreter des Vereines der Freunde des großen Leöpoldstädter Tempels die Herren Redakteur L. Hirschfeld, Dr. H Thaler und W. H e r z k a. Nach einem Gesangsvortrage des Chors der Bün? gerschüler Weintraubengasse 13, hielt der verdienstvolle Ob^ mann Herr Postamtsdirektor Gustav K o 1 m i n eine mit großem Beifalle aufgenommene Begrüßungsansprache. Sodann folgte das Anzünden der Chanukalichter durch Bürgerschüler Walter Degenstück, wobei Bürgerschüler Leo Karraan ein von Professor Moritz Antscherl verfaßtes Festgedicht und der Chor das „Hanneraus hallolu" und „Moaus Zur" zum Vortrage brachte. Nun hielt Kultusrat Dr. Isidor KI a b e r eine zündende Festrede über die Bedeutung des Tages, worauf der Bürgerschüler Paul Spitzer ein jüdisches GlaubensMed und die Bürgerschülerin Lotte Paschkes das riachaschmonaimhaktannim unter außerordentlichem Beifall zum Vortrage brachte. Aus dem übrigen reichhaltigen Programme sei noch erwähnt der Vortrag des Volksschülers Franz Kol min „Der Diener der Chanukalichter", sowie die lustigen Lieder, d&e die jüngste Künstlerin Wiens Litzi Timann zum Vortrage brachte. Den Abschluß des überaus gelungenen Abends bildete die Aufführung des von Frau Religionslehrerin Rosa Reiss vortrefflich einstudierten Theaterstückes „Großniüttercheris Traum". Die Festleitung hatte Herr Religionslehrer Markus Pick inne, der von Fräulein Stella Wolff und dem ersten Kantor Funke wirksam unterstützt wurde; sämtliche Chöre und Festreigen wurden vom Chor- und Tanzmeister Professor Rud. Heimann einstudiert. Sonntag, den 13. d. M. fand im Feststaall des Cafe Astoria, II. Praterstraße 60, eine von der Thalmud-Thora- Sektion und der Jugendgruppe des Tempelvereines „Aeschel Awrohoih" veranstaltete Chanukafeier statt die einen sehr schönen Verlauf nahm und insbesondere den vielen anwesenden Kindern viel Freude bereitete. Nach eäner Be* grüßungsansprache des Obmannes S. Adler und einer von Rabbiner Dr. S. Funk gehaltenen Festrede wurden durch den kleinen Wachs mann und den kleinen Gerstl die Chanukalichter angezündet. Beim Scheine des Chanukaleuchters nahm nun die Feäer ihren Fortgang. Einige Kinder trugen Festgedichte vor, die von dem Lehrer Dr. Baumgarten, Oester reicher und Rutzky einstudiert waren, der zwölfjährige Violmvirtuose Josef Schwärs brachte einiges auf der Geige zum Vortrag und gab einen anerkennenswerten Beweis seines Könnens. Den Höhepunkt der Feier bädete ein Festspiel der Kinder, welches von Herrn Sekretär Rudolf Müller einstudiert und in Szene gesetzt worden war. Nach einer kurzen Ansprache des Herrn Heinz K o h n, welcher den schönen Verlauf der Feier würdigte, fand die Verteilung der Chanukagaben an die Kinder statt, welche helle Freude in den dankbaren Kinderherzen erweckte. Die Feier schloß mit den Dankeswortem des Vizepräsidenten Dr. Arthur Funk an alle, die zu dem Gelingen der Feier beigetragen hatten, insbesondere der Frau Präsidentin Ottilie Pollitzer und dem Initiator der Jugendgruppe Herrn Vorstandsmitglied F. Engel. Bei der Feier wurden 20 Kinder der Bibelschule mit Winterkleidern ausgestattet Sonntag, am 26. Kislew (13. Dezember), wurde im großen Lehrsaale des Badener Waisenhauses eine Chanukkafeier abgehalten. Nach Begrüßung der Gäste durch Herrn Direktor Ph. Fried mann, zündete einer der Zöglinge des Waisenhauses das „Menorahlicht" an, worauf der jugendliche Oberkantor Abraham Reich mit einem Kinderchor das „Moaus-Zur" sang. Einer der kleinsten Jungen trug ein -schönes Chanukkagedicht vor und zum Schluß wurden noch verschiedene Gesänge rezitiert. Unter den vielen Gästen wair die Kultusgemeinde Baden durch den Vizepräsidenten Herrn Dawid Daniel, die Chewra-Kadischa durch Herrn Josef Löwinger vertreten. In Vertretung der Nachbargemeinde Wr.-Neustadt war Herr Rabbiner Dawid Fried mann erschienen. *-

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