Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 50 (18.12.1925)
- Date
- 1925-12-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 50 EKE WAHRHEIT Seite 0 vertreten war, die Zusammengehörigkeit mit den Tempelvereinen sämtlicher Bezirke Wiens vor aller Welt dokumentiert. Das Bild, das sich dem Auge bot, war dadurch ein prächtiges. Der festlich dekorierte Tempel war bis auf d'as letzte Plätzchen gefüllt. Unter den zahlreichen Festgästen sah man die Kultusvorsteher Bezirksrat Edmund Hoff mann und S. Meister, in Vertretung des Bethausvorstandes der israelitischen Kultusgemainde Direktor Julius Haber, Kommerzialrat Alfred L a n d e s b e r ge r. Gustav Planer und Medizinaärat Dr. Julius Weiß. Die Chewra Kadischa war durch die Vorsteher Stern und Trebitsch, der Rabbinerverband durch Dr. A. Z. Schwarz, die „Alliance IsraeMite" durch Dr. A. Kaminka, die jüdisch-theologische Lehranstalt durch Prof. Dr. Samuel Kraus, die Bezirkskommission Leopoldstadt durch Medizinalrat Dr. Heinrich Haase, der österreichische Kantorenverband durch Ehrenpräsident Oberkantor Jakob Bauer, Präsident I. Löwit sowie die Oberkantoren Heinrich Fischer und B. Kaufmann vertreten. In Vertretung der jüdischen Gemeinde Boskowitz war Prof. E i s 1 e r, in Vertretung des Vereines der Freunde des großen Leopoldstädter Tempels Oskar Tonello und Wilhelm Herzka erschienen, sowie zahlreiche Vertreter sämtlicher Wiener Tempelvereine, an -ihrer Spitze der Nestor der Tömpelvorsteher Adolf Holtmann, der Präsident der Tempelvereinigung Börserat I. Glück, für den Verein „Einheit" Max Hof bauer und Adolf Fischer, eine Deputation des Vereines „Nächstenliebe" unter Führung des Obmannes Adolf Reich, Vertretungen der Vereine „Pietät" und „Vereinte Kraft", des Humanitätsverein „Esra", für den Frauenverein Leopoldstadt Frau Dr. Kaminka und Frau Steiner, Amtsdirektor Dr. E. Adler, Amtsleiter W. F r e i s t a d t u. v. a. Der Festgottesdienst wurde von Oberkantor I. Müller, der von einem verstärkten Chor und I. Kantor Armin Stift wirksam unterstützt wurde, durch ein prachtvolles Matauwuh eingeleitet hierauf wurde die Bundeslade geöffnet, sämtliche Thorarollen wurden sodann von den Ehrengästen und dem Präsidium des jubilierenden Vereines ausgehobein, um In feierlichem Zuge die anläßlich des Doppeljubiläums gespendete Thorarolle einzuholen. Nachdem Rabb. Dr. S. Funk die neue Thora eingeweiht hatte, trug Oberkantor Müller einen selbstverfaßten Segen in hebräischer Sprache vor. Hierauf versammelten sich das Präsidium der Kultusgemeind'e und der Gesamtvorstand des Tempelvereines „Aeschel Awrohom" vor der Bundeslade und Obmanm Oskar Schramek würdigte in einer tief empfundenen Rede die Bedeutung des Tages und überbrachte dem Rabbiner Dr. S. Funk die Glückwünsche des Vorstandes und der ganzen Gemeinde. Sodann sprach Prof. Dr. Alois Pick namens der Wiener israelitischen Kultusgemeiinde in der ihm. eigenen herzliehen Weise über dfe Geschichte des Vereines und gratulierte insbesondere dem Obmann des jubilierenden Vereines Herrn Oskar Schramek. der das schöne Werk seinies unvergeßlichen Vaters Adolf Schramek ki den Traditionen desselben weiterführe, sowie Herrn Rabbiner Dr. Funk zu seinem Amtsjubiläum. Weiters würdigte Obmannstellvertreter S. Ad'ler die Verdienste Sr. Ehrwürden und hob sein lOjähriges segensreiches Wirken im Dienste des Vereines hervor. Nachdem noch Präs. I. Glück namens der Tempelvereinigung einige geistvolle Worte gesprochen hatte, wurde der Wochenabschnitt aus der neuen Thora zu Ende gelesen. Hierauf folgte eine Pestpredigt Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Funk, die das Wenden und' Wesen des Vereines beleuchtete. Das von Oberkantor Müller in wirklich erhebender Weise vorgetragenen Mussaphgebet beendete die schöne und eindrucksvolle Feier. Anläßlich des Doppel jubiläums fand am Abend des gleichen Tages ein Festbankett im Restaurant J. Nagel (Hotel New York) statt, welches den Vorstand, die Mitglieder und Freunde des Vereines „Aeschel Awrohom" vereinigte. Unter anderen waren erschienen der Präsident der Kultusgemeinde Prof. Dr. PS ck, der Vizepräsident Dr. J. Ornstein, der Präsident der Tempelvereinigung I. Glück, für den Bethausvorstand Kommerziialrait L a n dl e s b e r g e rlr ■ sowie ArrrtsdSrektor Guido Fuchsgelb u. a. Das Bankett nahm einen schönen, der Bedeutung des Tages entsprechenden Verlauf. Nachdem Obmann Oskar Schramek die erschienenen Festgäste begrüßt hatte, ergriff Dr. Jakob Ornstein das Wort und sprach anknüpfend an den verlesenen Wochenabschnitt über die Notwendigkeit des Zusammenhaltens zwischen der Muttergemeinde und den Tochtervereinigungen sowie überhaupt über die Einigkeit im Judentum, wobei er dem Kapitel Brüderlichkeit und Jugenderziehung einige wirkungsvolle Worte widmete. Nach einer Rede des Herrn S. Wechsler, welche das "te^jpnu^äurn zum Gegenstand haitte. sprach der Präsident deT Tentp^v^Teinfg-arfg Börlfeflät Glück ürJe? das Vfernaltnis der TempeävereanSgung zu ihrer Mnttergemeande. Er schilderte, daß die Mutter reiche, weniger reiche und arme Kinder hat, und während die reichen Kinder, wie zum Beispiel der jubilierende Verein, auf eigenen Füßen stehen, muß die Mutter ihre zahlreichen armen Kinder reichlich unterstützen; damit sie leben können; der Mutter aber sind alle ihre Kinder ans Herz gewachsen und sie hilft, wo sie helfen muß, um ihre zahlreiche Familie zusammenzuhalten. Der nächste Redner, Bethausvorsteher S. Leenmann, uberbrachte die Glückwünsche des Vorstandes und der Mitglieder Herrn Rabb. Dr. Funk und schilderte in geistreichen, aus dem Wochenabschnitt geholten Sätzen seine bisherige verdienstvolle Tätigkeit. Nun trug Herr Oberkantor Heinrich Fischer einen selbstverfaßten, mit großem Beifall aufgenommenen Mischeberach vor. Nachdem Obmann Dr. Reich namens des Vereines „Nächstenliebe'* die Glückwünsche seines Vereines, welcher lange Jahre mit dem jubilierenden Verein durch gemeinsame Interessen verbunden ist, dargebracht hatte, erinnert Redakteur Ludwig Hirschfeld an einige bemerkenswerte Ereignisse, die mit der Erbauung des Tempels im Zusammenhang stehen. Zum Schlüsse hielt Prof. Nasche" die obligate Festrede, m welcher er in ebenso geistvoller als humoristischer Art all« Vorredner. Revue passieren ließ. Während des Festmahles sang der Tempelchor unter Leitung des Chordirigenten Bernhard Hirschmann verschiedene Chanukalieder, wobei die schönen Stimmen der Herren St rix und Reich besonders hervorblangen. Dem Festkomitee, besonders aber dem Obmann desselben Herrn I. Schönherz gebührt besonderer Dank für den schönen und würdigen Verlauf der Jubiläumsfeier. Den Abschluß der Jubiläumsfeierlichkeiten badete eine Stiftungstrauung, die Sonntag, den 13. dl M., um 3 Uhr nachmittags in Anwesenheit des gesamten Vorstandes von Rabb. Dr. S. Funk vorgenommen wurde. 25 jähriges Bestandsiubüäum des Tempels in der Brigittenau. Die schöne Feier wurde eingeleitet durch eine öffentliche Vorstandssitzung des genannten Vereines, in welcher der langjährige verdienstvolle Obmann Herr Hermann Eltbogen, der einer der Gründer des Tempels ist, einstimmig und unter großem Beifall der anwesenden Mitglieder und Vorstände zum Ehrenpräsidenten gewählt wurde. Gleichzeitig wurden in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um den Tempelverein die Herren Adolf Feuei, Dr. Jakob Roth, Bernh. Schick. Leopold Spira, Adolf Schreiber, Moritz Trauber und Dr. Nathan Weinstein zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Sohn des Ehrenpräsidenten Herrn Gustav Eltbogen stattete den Dank für die schöne Auszeichnung seines Vaters dadurch ab, daß er eine namhafte Spende für Tempelzwecke widmete. — Die Feier am Nachmittag war durch das Zusanmiengehörigkeitsgefühl der Wiener Judenschaft imposant und konnte der Tempel die erschienenen Festgäste kaum fassen. Die Kultusgemeinde war durch das Präsidium Professor Alois Pick, Dr. Jakob Ornstein und Dr. Josef Löwenherz, Kultusvorsteher Baurat Wilhelm Kempler, Bezhrksrat Edmund H o f f m a n n, die Amtsdirektoren Dr. Adler und Guido Fuchsgelb vertreten. Auch zu dieser Feier hatten sämtliche Tempelvereine Wiens ihre Vertreter gesendet Seitens der Bezirksvertretung für den XX. Bezirk erschienen Bezirksvorsteher J a n i c e k, namens der Bezirkskommission deren Obmann Nimmhäuser; eine große Deputation des Kantorenverbandes unter Führung des Präsidenten Löwit, eine Deputation des Verbandes jüdischer Gastwirte unter Führung des Herrn Oskar Tonello, eine Vertretung des Vereines der „Freunde des großen Leopoldstädter Tempels", an deren Spitze Redakteur Ludwig H i r s c h f e 1 d und Herr Nathan Reisner standen, sowie eine sehr große Anzahl jüdischer Vereine waren zu der Feier erschienen. Besonders lebhaft begrüßt wurde der greise jüdische Schriftsteller Albert Low. Eröffnet wurde die Jubiläumsfeier durch eine Ansprache des verdienstvollen Präsidenten des Tempelvereines Herrn Herrn. E11 b o g e n, der die erschienenen Festgäste in herzlichen Worten begrüßte. Innerlich und äußerlich erregt, begann er mit denselben Worten, mit welchen er vor nunmehr 25 Jahren an derselben Stelle den Tempel seiner Bestimmung übergeben hatte und schilderte sodann in kurzen Worten -die Geschichte des Vereines. Sodann folgte die schöne Zeremonie des Anzündens der Chanukalichter. welche durch den wundervollen Vortrag des Oberkantors Heinrich Fischer vom großen Leopoldpredigt schilderte Rabbiner Dr. Armin Abel es zunächst die Entstehungsgeschichte des Gotteshauses, das in einem der ärmsten Wiener Bezirke errichtet, schon viele Trost und Zuversicht finden ließ, und betonte, daß ebenso wie Steine und Mörtel notwendig sind zur Erbauung eines Gotteshauses, sjo f&t Frieren* öötw^trt&g ztt^rfSr Erffaltung. Am StÄsT! Semer