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Die Wahrheit · 1925-12-11 · Heft 49 (11.12.1925) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 49 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 42 Nr. 49 i&eater wirkte, hat nunmehr den Ort ihrer Tätigkeit verlassen und >aus Anlaß ihres Scheidens gab sie einen Abschiedsabend «ad zwar trat sie in „Altheidelberg" als Käthe auf. 3^r Abschiedsabend, der vollständig ausverkauft war, mußte wiederholt werden und der reiche Applaus, den die Künstlerin an beiden Abenden erntete, war ein Zeichen der großen Beliebtheit, die sie sich beim .Hamburger Publikum erworben hat Barmizwahfeier. Samstag, den 5. d. M., fand im Pazmanctenrempel die Konfirmationsfeier des Studenten Egon N e uf e l d. Söhn des Herrn Arnold Neu fei d und seiner Gattin 3dse1ine, geb. Rosenbaum, eines Enkels des verstorbenen Beamten der Kultusgemeinde Jak. Rosenbaum s. A. statt "Herr JRabbiner Dr. S. Funk mahnte in einer eindrucksvollen Ansprache den Barmizwanten, die guten Lehren, die er von seinen Eltern und seinem braven, in Gott ruhenden Großvater empfing, ins Leben mitzunehmen. Verlobung. Herr Mori2 H. Schlesinger, Religionslehrer der orthod. isr. Kultusgemeinde in Bratislava, Schwager des im XXL Bezirke allgemein beliebten Amtsleiters der isr. Kultusgmeinde Wien Herrn Jonas E i b e n s c h ü t z, hat sich mit Frl. Risa Freund Tochter des Herrn Daniel Freund, Beamten der Wiener Chewra Kadischa, verlobt Trauungen. Sonntag, den 6. Dezember d. J., fand im Gememdetempel XVL, Hubergasse, die Trauung des Fräuleins EtehVa Schi Her, Tochter des Herrn Heinrich Schiller, mit Herrn Otto Urbach, Sohn des Herrn JRudolf Urbach und' seiner Gattin Henriette geb. Schlesinger in Anlwesenhe't einer großen Zahl von Verwandten, Freunden und Bekannten beider Familien statt. Herr Rabbiner Dr. Bach hielt an das Brautpaar eine herzliche Ansprache, in der er ein ^schönes Bild von dem Leben und Wirken der beiderseitigen Eltern entwarf und besonders die großen Verdienste des Vaters des Bräutigams auf humanitärem Gebiete betonte. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Kogan mit Chor in vorzüglicher Weise. — Sonntag, den 6. d. M., fand die Trauung des Herrn Siegmund Peschek, in Firma Georg Siegmund Peschek & Co., mit Fräulein Finni Hemerka statt Den Trauakt vollzog Herr Rabbiner Dr. Bach, der eine glänzende Rede triebt, die kantörale Funktion versah mit Chor Herr Ober- Irantor Matyas. Ein zahlreiches distinguiertes Publikum füllte die Räume des Gotteshauses. Grabsteinsetzung. Sonntag, den 6. d. M., wurde dem leider vie zu früh verstorbenen Herrn Kultus- und Bethausvorsteher Isidor Schwarz, Gründer und Präsident des „Vereines zur Bekleidung alter Männer" auf dem neuen Friedhofe von seiner Tan-flie ein Grabstein gesetzt Auf dem schönen Granitstein sind unter den Personalien folgende Worte zu lesen, die des Verewigten Wesen für ewige Zeiten treffend charakterisieren: In ungewöhnlicher Liebe und Güte schlug dieses edle Herz für seine Lieben, voll Tatkraft und Umsicht erfüllte der Dahingeschiedene die Pflichten seines Berufes und über all das fand er noch Begeisterung aus der Tiefe seines sozialen warmen Empfindens bedürften Mitmenschen nach Möglichkeit zu helfen. Es hatten sich beim Grabe außer der Familie eingefunden: Der Präsident der isr. Kultusgememde Herr Prof. Dr. Alois * Pick mit den Kultusvorstehern Bezirksrat Edmund Hoffmann und S. Meister, für den Bethausvorstand Vizepräsident .Dr. E. Münz, S. Ernst G. Planer und Vogel, in Vertretung der Chewra Kadischa die Vorsteher Franz Den es tm<TJosef Dohan, für den Verein „Wohlfahrt" Siegmund Kornmehl,. für den Verein der Freunde des großen Leopoldstädter Tempels die Vizepräsidenten Oskar T o n e 11 o ' und Ludw'fe Hirschfeld, für den Verein „Montefiore" die Herren Ehrenpräsident S ch w a r z s t e i n und Vorstandsmit- ^ted Kud'elka, die Amtsleiter 'Freistadt und Kraus n. v. a. Nachdem Oberkantor Heinrich Fischer das Trauerget>et verrichtet hatte. h!elt Herr Rabb. Dr. Max Grunwald sefnem längjährigen aufrichtigen Freunde einen tieferiipfunde- ^n-:i?aiäiruf und schilderte in bewegten Worten das ganze Getötet des Schaffens, auf dem Isidor Schwarz Hervorragendes %ele$stet "hatte. Die frierenden alten Männer waren Gegenstand seiner Fürsorge, im Sanierungkomitee war er der unermüdliche, unverdrossene, unentbehrliche Mitarbeiter und Pfadfinder zu immer neuen Hilfsquellen. In der Heimstätte für verlassene Kinder, < im Blindeninsötut im Gemeindespital und sonst noch in vielen Belangen war er. selbst rührig und andere anspornend, segensreich tätig. Er - sprach -ferner von seiner Treue als Freund, von seinem überaus schönen und innigen Familienleben, von seinen Leistungen -im Kültusvorstand und hob hervor, wie Isidor Schwätz noch im After gezwungen war, sich eine neue mühselige Existenz zu gründen und dennoch sich vorbildlich Abend für Abend dem Wöhle seiner Gemeinde gewidmet hat. Nun dankte der Redner im Namen der Familie allen denen, die erschienen waren, um das Andenken des Unvergeßlichen zu ehren, insbesondere dem Kultusvorstand und seinem -würdigen Präsidenten Prof. Dr. Alois Pick, die dem Verstorbenen die Treue über das Grab hinaus bewahrt haben, denn wahrlieh Treue und Pflichtbewußtsein, zwei Eigenschaften, die der Verstorbene in so hohem Maße besessen hat, zeichnen auch den Führer der Wiener Judehschaft aus. einen 'Mann, dessen hohe Auffassung als Mensch und als Jude der Wiener Judenschaft voranleuchtet Nachdem noch Präsident Prof. Dr. Pick im Namen der Kultusgemeinde und Vizepräsident Dr. E. Münz im Namen des Bethausvorstandes und des „Vereines zur Bekleidung alter Männer" in herzlichen Worten das* Andenken Isidor Schwarz geehrt hätten, schloß die würdige Trauerfeier. Der jüdische Mittelstand in Deutschland. Dr. Kurt Z-ielenz-ige-r stellt in der letzten Nummer der C. V.¬ Zeitung die Behauptung auf, daß der jüdische Mittelstand durch den Krieg und die Nachkriegserscheihungen dem Untergänge geweiht zu sein scheint. Er schreibt wörtlich: „Durch die Arbeit und den Fleiß mehrerer Generationen hatten es die Juden in Deutschland zu einer gewissen Wohlhabenheit gebracht, der jüdische Kaufmannsstand trug zu dem Aufblühen Deutschlands bei und spielte in vielen Zweigeh bei der starken Anteilnahme der Juden am Handel eine hervorragende Rolle. Es soll gar nicht geleugnet werden, daß die Juden verstanden hatten, eine dominierende Stellung im Metall-, Getreide-, Textilhandel usw. einzunehmen. Der Krieg und die Zwangswirtschaft förderten zwar die Industrie, legten aber den Handel lahm. Die wirklichen Kriegslieferanten und Kriegsverdiener finden wir In der Schwerindustrie und der Großlandwirtschaft. Die Inflation schien neue Verdienstmöglichkeiten für alle Kreise zu eröffnen, aber sie brachte den Untergang derjenigen Schichten des jüdischen Mittelstandes — und nicht der schlechtesten die nicht die Flucht in die Sachwerte unternehmen konnten, nämlich der freien Berufe. Die Stabilisierung und die Deflation beendeten die Katastrophe. Die Vermögen, sorgsam in patriotischem "Sinne in den Anleihen des "Reiches und der Länder oder in den Obligationen und Pfandbriefen angelegt, waren mit einem Schlage verschwunden, die Kaufleute saßen auf ihren Warenvorräten und konnten ihre Illiquität durch den Verlust ihres Vermögens nicht beheben. Gewiß sind dies Erscheinungen, die alle Schichten Deutschlands betroffen haben, sie lasten aber besonders schwer auf denjenigen Kreisen, für die Schnelligkeit des Geldumlaufes ein integrierender Bestandteil ihrer wirtschaftlichen Existenz war." Das moderne Kaufhaus. Der großzügige Kaufmann muß auch fn 'der äußeren Aufmachung den modernen Geschäftsprinzipien folgen. Dies ist der beste Beweis dafür, daß er auch in bezug auf die Dualität der Ware dasAeußerste zu bieten in der Lage ist Der kauflustige Wiener geht durch die Geschäftsstraßen, um sich zu überzeugen, wo es die besten OueHen für den praktischen Einkauf gibt In der Taborstraße haben es die Brüder Schiff mann schon seit langem verstanden, die Aufmerksamkeit aller zu erregen und festzuhalten. Für die Wintersaison hat dieses populäre Kaufhaus mit besonderen Sensationen aufgewartet. Interessiert bleibt man vor den Auslagefenstern stehen, von denen das eine ein herrliches Stück Schweizer Landschaft mit einem die Tunnels durchfahrenden Eisenbahnzug, das zweite die Aussicht auf den berühmten Markusplatz bietet. In den großen Glasregalen des Hauseinganges kann man die reichste Auswahl von Wtnterwaren für normale Bekleidungsgegenstände in allen Varianten bewundern. Und nun im Innern des Geschäftshauses selbst eine Feenpracht: Den Traum einer Dame, die sich alles nur Erdenkliche als' Geschenk wünscht, wobei selbstverständlich aü-le diese Wünsche üi Erfüllung gehen. Denn die Brüder Schi ff mann haben in richtiger Voraussicht für alles vorgesorgt und es gibt kein Bedürfnis an Gegenständen -des Haushaltes, der Bekleidung und der Wohnungseinrichtung, das sie nicht in einwandfreier Weise befriedigen könnten. Bill1:«, praktisch, gediegen, unter dieser Devise haben die Brüder Schiff mann bisher gearbeitet, und so ist es nur natürlich, daß das große Kaufhaus in der Taborstraße 48 zum Zentrum der Kauflustigen im II. Bezirke geworden ist.

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