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Die Wahrheit · 1925-12-11 · Heft 49 (11.12.1925) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 49 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 DIE WAHRREfT Nr. 49 beleidigend die Beschuldigungen waren, die er gegen Se. Durchlaucht, den Gouverneur zu schleudern gesagt hatte. Sie waren in der Tat so arg, daß die Richter, die Herrn v. Beniczky auch nur den Versuch der Führung des Wahrheitsbeweises gestattet hätten, sozusagen seine Mitschuldigen geworden wären. Es zeugte daher auch von wahrem Feingefühl, daß man hochstehende Männer, wie den Grafen Andrassy, dem Marksgrafen Pallavicini und so weiter, auf deren Zeugenschaft sich der einstige Minister des Innern berief, in der zartesten Weise vor der peinlichen Situation schützte, als Zeugen unter Eid Dinge aussagen zu müssen, die entweder Herrn v. Horthy oder Herrn v. Beniczky peinlich berührt hätten. Durch die endgültige Verurteilung des Herrn v. Beniczky ist nun, wie man zu sagen pflegt, der Gerechtigkeit Genüge geschehen und Herr v. Horthy könnte, wenn man es ihm nicht gar so oft zum Vorwurf gemacht hätte, daß er verworfene Verbrecher begnadige, auf die. Idee kommen, auch Herrn v. Beniczky zu begnadigen. Er wird sich dies aber noch wohlweislich überlegen. Von einem Beniczky kann ihm auch noch die Beleidigung widerfahren, daß er die Begnadigung zurückweist. Bei dem Mann ist man vor nichts* sicher. Ego. Die Jaden in den Armeen der Entente. Von BenJehuda. (Fortsetzung.) In den Kämpfen zu Land zeichnete sich der General Sir John Monasch aus. Dieser ist ein polnischer Jude, entstammt einer bekannten Buchdruckerfamilie in Krotoschin, mütterlicherseits ist er ein Neffe des berühmten jüdischen Historiker Heinrich Grätz, sein Vater war als junger Mensch nach Australien ausgewandert. Sir John Monasch war vor dem Kriege Ingenieur und diente in der australischen Armee. Als Oberst landete er in Aegypten 1914, dann kam er an die Dardanellen, von dort nach Nordfrankreich. In einer äußerst kritischen Periode des Krieges wurde Monasch zum Generalleutnant ert'pni. .«d erhielt das Kommando über die australischen Truppen im Westen; in den Tagen vom 8. August 1918 bis zum Schluß des Krieges führte er diese Truppe von Sieg zu Sieg . . . Nach dem Waffenstillstand kam er nach London, wo er Gegenstand mancher Ovationen war. General Monasch ist ein bekenntnistreuer Jude und beteiligt sich am jüdischen öffentlichen Leben sehr eifrig. Im Frühjahr 1914 weilte er in Deutschland zum Besuch seiner im Posenschen wohnenden Verwandten. Er hält mit besonderem Stolz das Andenken seines berühmten Onkels von mütterlicher Seite, des obengenannten Geschichtsforschers Grätz, hoch. Nach dem Waffenstillstand präsidierte er in London einer Sitzung der jüdisch-historischen Gesellschaft. — Ein anderer jüdischer Offizier, der im Kriege zum General befördert wurde, war der Brigadier H. J. Seligmann von der königL Artillerie. Nicht weniger als achtzehn jüdische Oberstleutnants und Majore haben sich im Kriege ausgezeichnet, darunter einige mit Namen Cohn und kewy. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß die überwiegende Mehrheit der jüdischen Krieger in denjenigen Einheiten" der Armee diente, die im Feuer standen, wie Artillerie, Infanterie, Tanks, Maschinengewehrabteilungen und in jener besonderen Brigade der Royal Engineers, die mit den Gasoperationen betraut waren. Dagegen waren die Juden in den administrativen Abteilungen ungleich weniger vertreten. Dafür haben sie sich im medizinischen Korps sowohl als Aerzte wie auch als einfache Sänftenträger und Heilgehilfen hervorragend ausgezeichnet. Abgesehen von den oben erwähnten Inhabern des Victoria-Kreuzes haben sich durch besondere Heldentaten ausgezeichnet und wurden in den Armeebefehlen rühmend erwähnt eine ganze Anzahl junger Offiziere und Mannschaften, deren Namen in den Annalen der britischen Armee zu ewigen Gedenken eingetragen sind. Von den bekannten jüdischen Familien hatten die Rothschilds drei Söhne im Felde. Die Familie Sassoon lieferte zehn Offiziere. Die Familie des Sir Isidore Spielmann hatte einundvierzig Mitglieder im Felde, einer von ihnen, ein Kapitän, fiel vor dem Feinde, zwei andere in Frankreich und zwölf waren verwundet. Die Familie Beddington hatte siebenunddreißig Mitglieder im Felde. In der Militärverwaltung bekleideten Juden sehr hohe Vertrauensposten, an deren Inhaber ein ganz ausnehmliches Maß von Forderungen gestellt wurde, sowohl was den vertrauenswürdigen Charakter als auch was die hohe Intelligenz und das Verantwortlichkeitsgefühl anbetrifft. Major Sir Philipp Sasson war militärischer Privatsekretär des Feldmarschalls Lord Freneh, dann bekleidete er dieselbe Funktion unter dem Feldmarschall Sir Douglas Haig bis ans Ende des Krieges. — Die jüdische Hilfsbereitschaft für die Verwundeten und für die Verwundeten und für die Waisen und Witwen der Gefallenen gehört auf ein anderes Blatt und kann hier nur andeutungsweise erwähnt werden. So haben die englischen Juden ihre bürgerliche Gleichberechtigung, die sie seit den Sechzigerjahren besitzen, im Weltkriege nochmals redlich erworben und auf dem Felde der Ehre der ganzen jüdischen Gemeinschaft Ehre gemacht. Amerika. Die Juden in den Vereinigten Staaten gründeten nach Eintritt ihres Vaterlandes in den Krieg ein besonderes Amt für jüdische Kriegsstatistik (Office of war records), das alle in Betracht kommenden Daten sammelte. Der Direktor diesem Amtes, Julian Laewitt, bemerkt, daß es ganz besondere Schwierigkeiten hat, in betreff der amerikanischen Armee überhaupt und der jüdischen Teilnehmer insbesondere genaue Daten zu erhalten, da sich die Kriegsöperation tausende Meilen fern von Amerika abgespielt hat und es mehrere Jahre dauern wird, bis alle Akten in die Heimat überführt und hier so weit geordnet und gesichtet werden, daß sie der Statistik als gesicherte Basis dienen können. Man hätte immerhin 150.000 Listen jüdischer Soldaten gesammelt, von denen 140.000 nach Dienstzweig, Rang, Herkunftsort usw: geordnet und klassifiziert wurden. Die Gesamtheitskräfte der Vereinigten Staaten werden in drei Zweige eingeteilt: Landarmee (army), Flotte (navy) und Landungskorps (marine-

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