Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 48 (4.12.1925)
- Date
- 1925-12-04
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.48 Dffi WAHRHEIT Seite 11 Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 5. Dezember d. J., um 3 Uhr nachmittags findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und "Bezirks-Synagogen statt. Jubiläum. Samstag, den 25. Kislew (12. Dezember) findet präzise 10 Uhr vormittags anläßlich des fünfzigjährigen Bestandes des Tempelvereines IL, Pazmanitengasse 6, und der Einweihung einer neuen Jhorarolle ein Festgottesdienst statt. Gleichzeitig wird das zehnjährige Dienstjubiläum Sr. Ehrwürden des Rabbiners Dr. S.Funkais Vereinsrabbiner festlich begangen. Am gleichen Tage veranstaltet der herein in Nagels Restauration (Hotel New York), IL, Sperlgasse, um 8 Uhr abends ein Festbankett. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien. Samstag, den 5. Dezember d. J., findet im Saale des österreichischen! Ingenieur- und Architektenvereines, Wien I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Armand Kaminka statt Thema: „Nationalismus und Universalismus in der Geschichte des Judentum s." Beginn 7 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. Die freie zionistische Vereinigung. Die Vorgänge innerhalb der österreichischen Zionismus haben wir schon einigemal zu behandeln Gelegenheit gehabt. Zuletzt hat die „Wahrheit" in ihrer Nummer vom 2. Oktober die tiefgreifenden Gegensätze im Innern der zionistischen Partei eingehend besprochen und besonders ein Moment hervorgehoben, das für das gesamte österreichische Judentum von Bedeutung sein kann. Während nämlich bisher ausschließlich „nichtnationale" Juden das Eingreifen einer jüdischnationalen Minorität als Partei in die Innerpolitik unseres Landes für schädlich gehalten hatten, stellt nunmehr auch eine starke zionistische Gruppe, die von Jiervorragenden, im öffentlichen Leben stehenden Männern geführt wird, die kategorische Forderung auf: „Für Palästina! Gegen die Landespolitik!" Diese Gruppe führt den Namen .freie Zionistische Vereinigung" und hat ihre konstituierende Generalversammlung vor einiger Zeit abgehalten. Wir erhalten hierüber folgenden Bericht: Alte Freunde und Mitarbeiter Theodor Herzls vereinigten sich .mit einer Anzahl junger Zionisten, um eine neue Vereinigung zu gründen, die auf jene Arbeitsmethoden zurückgreifen will, die der Schöpfer des modernen Zionismus eingeführt hatte. Die freie zionistische Vereinigung als solche lehnt daher jede Teilnahme an der inneren österreichischen Politik ab und stellt es jedem Mitgliede frei, sich innerpplitisch nach seiner Ueberzeugung zu betätigen. Dadurch soll eine scharfe Scheidung zwischen der Landespolitik und der zionistischen Organisation geschaffen werden, damit Juden verschiedener innerpolitischer Einstellung am materiellen und kulturellen Aufbau Palästinas teilnehmen können. Die konstituierende Versammlung hat bereits stattgefunden. In dieser besprach der Schriftsteller York Steiner die Entwicklung der zionistischen Idee und des Gedankens, in Palästina ein jüdisches Gemeinwesen zu gründen, wobei er nachwies, daß nicht nur Juden, sondern auch zahlreiche Christen, Philantropen, Gelehrte und Staatsmänner, besonders in England, sich mit solchen Plänen vom Jahre 1838 bis auf unsere Zeit eingehend beschäftigten. Auch die historische Entwicklung des Zionismus schließt dSe innerpoIitischeEntstellung aus. Iierzl erhielt erst nach der Veröffentlichung seines Werkes: „Der Judenstaat" Kenntnis von seinen Vorgängern. Nach dem beifällig aufgenommenen Vortrag wurde durch Herrn Direktor Alt mann die Wahl in den Vorstand vorgenommen. Es wurden gewählt: Als Präsident Rechtsanwalt Dr. Maximiliam Piekarski, Vizepräsident Rechtsanwalt Dr. Fritz Eckstein, Schriftführer Bruno Rabinovitz und Architekt Max Pollak, Kassier Oberfinanzrat Dr. Hugo Benedikt, ferner die Herren York Steiner, Dr. Lifczis, Offenberger, Ing. Zuckermann, Doz. Dr. Deutsch. Herr Dr. Piekarski nahm darauf das Wort und gab folgende programmatische Erklärung: Von der Darlegung unseres Programmes kann Abstand genommen werden. Es ist in dem Ihnen bekannten Aufruf und in den Ausführungen unseres Freundes York Steiner klar niedergelegt. In einem Satze rekapituliert, lautet es: Unsere Augen sind unmittelbar und ausschließlich auf Palästina gerichtet und durch diese Richtung wird unsere Arbeit eindeutig bestimmt. B. R. Der Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen, dessen Gründerin und Präsidentin Frau Baronin Charlotte Königswarter ist» feierte am 2. Dezember d. Jdea 25. Jahrgang seines Bestehens. Aus diesem Anlasse wenden wir uns an alle edlen hilfsbereiten Menschen mit der Bitte, unser charitatives Wirken durch Geldspenden zu fördern, damit wir in der Lage sind, die Tätigkeit unseres Verbandes weiter auszuüben. Geldspenden an Frau Baronin Charlotte Königswarter, Wien I., Babenbergerstraße 1, Postsparkassenkonto 132.254. Fürsorgeverein „Auxilia". In Nummer 46 unserer Zeitschrift vom 20. d. M. war auf Seite 12 eine Notiz enthalten, in welcher die „Wiener Brockensammlung für Obdachlose und Arme", VII., Kaiserstraße 92, um abgelegte Kleider und Sachen aller Art für die vielen Hilfsbedürftigen bittet Wir werden ersucht, davon Kenntnis zu nehmen, daß diese Brockensammlung keine jüdische Institution, daher mit der brockensammlung für jüdische Arme" nicht identisch ist. Dieser Verein führt schon seit zwei Jahren den Namen: „Fürsorgeverein Auxilia", VII., Neubaugasse 49, und befaßt sich neben der Sammlung und Verteilung von Brocken mit Hilföieistungen und Fürsorgeaktionen mannigfachster Art. Wir stellen dies richtig, indem wir zugleich auf diese humanitären Bestrebungen unsere Leser aufmerksam machen und sie bitten, sich behufs Abholung von Brocken der Telephon-Nummer 15-8-95 zu bedienen. Subotica. Am 8. Dezember feiert die Kultusgememde Subotica das 150jährige Jubiläum ihres Bestandes. Am selben Tage wird Herr Dr. Josef G e r s o n als Oberrabbiner installiert. Für die Doppeiferer ist eine große Tempelfeier unter Mitwirkung des auch in Wien bestbekannten Oberkantors Josef Basser geplant. Die Festrede wird Landesoberrabbiner Dr. Isaak A1 k a 1 a y halten. An der Spitze des Fest- Großer Okkassionsverkauf! Umsonst geben wir jeder Kunde Anweisung auf eine photographische Aufnahme und drei herrliche Photos ohne Preisaufschlag bei Einkauf unserer billigen Waren im Betrage von S 30 im Warenhaus Bruder Sdiiffmann En sgros feleptaon -*<3M-<3f^. En «■