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Die Wahrheit · 1925-12-04 · Heft 48 (4.12.1925) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 48 (4.12.1925)
Date
1925-12-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nr. 4$ Weise zu bereden sucht, und legte klar, wie gering die Bedeutung der Juden in der internationalen finanzwelt tatsächlich ist. Die Zeiten, in denen das Hankhaus Rothschild durch Kreditverweigerung Kriege verhindern konnte, sind längst vorüber. Eine Auisschaltung fremden Kapitals in der deutschen Volkswirtschaft ist heute ganz unmöglich. Deutschland kann sich, insbesondere nach dem unglücklichen Kriege, nicht allein mit genügend Getreide versorgen. Eine Verknüpfung der deutschen Volkswirtschaft mit den anderen Ländern ist deshalb eine nicht abzuleugnende Notwendigkeit. Man muß immer mehr erkennen, daß die wirtschaftliche Gebundenheit der einzelnen Länder aneinander eine Tatsache ist, die man begrüßen oder verwerfen, keinesfalls aber abändern könne. Das Problem muß vielmehr daraufhin abgestellt werden, daß alle Kräfte in Deutschland .die deutsche Schaffenskraft erhöhen und damit Deutschland befähigen, im gleichen Umfange auf dem Weltmarkt als Verkäufer aufzutreten, wie es zu kaufen gezwungen ist. . Der Wille zur Verständigung erzeugt den Geist * von Locarno, und der Wille zum Leben erhält die Volkswirtschaft aufrecht. Der Wille zum Leben liegt fest im Judentum, wie an verschiedenen Beispielen aus der jüdischen Lehre und Geschichte bewiesen wurde. Wir können von unseren Grundsätzen als jü- :dische Menschen nichts aufgeben; denn sie sind mit uns geboren, und wir haben sie erprobt. Darum bedeutet uns auch Locarno ein Fortschritt, der Wahrheit, Recht und Friejien im Leben unseres Vaterlandes und der Menschen untereinander bringen werde. 1 &cUes Die Protokolle der Weisen von Zion.*) Von Dr. Emil Weinberg. Viele Völker, die zu den sogenannten Minoritätsvölkern gehören, wurden und werden von mächtigeren gedrückt und verfolgt. Bekannt ist in dieser Hinsicht die Geschichte der Iren, der Armenier, des ukrainischen Volkes in Polen, der Bulgaren in Griechenland und in letzter Zeit die der Deutschen in einzelnen Ländern, zum Beispiel in Südtirol und Polen. Es darf daher nicht wundernehmen, daß auch die Juden in manchen Ländern, wie in Ungarn und in Rumänien, ein ähnliches Schicksal haben oder wieder in anderen Ländern, wie in Deutschland und in Oesterreich, nicht in allen Beziehungen volle Gleichberechtigung genießen, oder mindestens angefeindet werden. Aber ganz einzigartig ist in dieser Hinsicht, was heute von den Judengegnern gegen die Juden unternommen wird. Als Waffe gegen sie wurde ein überaus gehässiges Märchen erfunden. Die Juden streben die Weltherrschaft an und wollen alle übrigen Völker unterdrücken und ausbeuten. Der Zweck dieser Verleumdung ist klar. Sie soll dazu beitragen, JHaß gegen die Juden zu entfachen und aufrecht zu erhalten. Diesem Zweck dient auch die obgenannte Schrift. Daß es sich hier um eine schamlose und niedrige Fälschung handelt, haben berufene Männer, u. a. B. W. Segel, bewiesen, insbesondere wurde nachgewiesen, welche Schriften den Fälschern als Quellen ihres Machwerkes dienten. Es kann daher nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, diesen Beweis i. r> r^Tfz At . q *) Das Welteroberungsprogramm der Juden, textlich richtiggestellt und mit einer Einführung versehen von einem Kreis Wissender. 1924. liachels Grab. So starb Rachel, und ward begraben auf dem Wege nach Ephrat, das ist Beth-Lechem. I 35, 19, 29. „Wir nähern uns," schreibt Ebers in seinem Werke „Palästina", „einem kleinen viereckigen, weiß getünchtem tmd mit einer runden Kuppel überdachten Gebäude, das genau so wie ein muslinisches Grabmal eines Heiligen aussieht. Es hat den ehrwürdigen Namen „Grab der Rachel". In früheren Jahrhunderten stand eine steinerne Pyramide über dem Grabe, das heutige Gebäude ist nicht alt und durch Sir Moses Montefiore im Jahre 1841 mit einer Vorhalle und Kuppel versehen worden." Auch Ludwig August Frankl hat das Grab Rachels besucht und schreibt davon in seinem Werke „Nach Jerusalem*'. Schon der älteste jüdische Geograph R. Benjamin aus Tudela hat das Grab besucht und schreibt: „Von dort (Jerusalem) sind zwei Meilen nach Beth Lechem in Jehuda, von den Christen Bet-Lehem genannt. Um einen halben Mill herwärts, inmitten auf der Heerstraße, befindet sich das Grabmal Rachels, bestehend aus 11 Steinen, nach Anzahl der Söhne Jakobs, darüber eine Kuppel, auf vier Säulen ruhend, und alle Juden, die vorüberziehen, schreiben ihre Namen auf die Steine des Denkmals." Dasselbe berichtet der Zweitälteste Geograph Petachja aus Regensburg, der noch hinzufügt, daß die 11 Steine deshalb errichtet sind, da Benjamin, der doch erst als die Mutter ihre Seele aushauchte das Licht der Welt erblickte, noch nicht geboren war. Auch Sokolow schreibt in seinem Werke „Erez chemda", daß die Bekenner der drei Weltreligionen noch heute diesem Grab ihre Verehrung beweisen. Daher sagt Frankl sehr schön: „Welches Weib der Erde, das weder durch den Glanz des Wunderglaubens verklärt, noch durch ein großes geschichtliches Ereignis verewigt ist, genießt nach vier Jahrtausenden eine gleiche Verehrung?" Der Legendenkranz, der um die Gestalt der Stammmutter Rachel geschlungen ist, ist blätter- und blütenreich. Der Geist Rachels ist es gewesen, der Josef in Aegypten rettete, als ihn Potifärs Weib verführen wollte; ihr Geist lehrte ihn, Träume deuten. Das Schönste und Ergreifendste hat der Midrasch ersonnen, als er Josef mit seinem Vater in ein Gespräch stellt. Josef gibt seiner Kränkung Ausdruck, daß seine Mutter nicht im Erbbegräbnisse der Patriarchen ruht. Da spricht der Vater: Ich habe sie dort (auf dem Wege) auf göttliches Geheiß begraben; obwohl ich sie hinaufbringen wollte, ließ Gott mich nicht, denn Gott war es offenbar, daß das Heiligtum dereinst zerstört werden wird und die Israeliten ins Exil werden wandern. Dann werden sie die Gräber der Väter aufsuchen, dort beten, aber ohne Erfolg. Unterwegs aber werden sie an das Grab Rachels kommen und an demselben ihren Schmerz ausschütten. Rachel wird aufstehen und um Erbarmen flehen. Sie wird zu Gott sprechen: „Weltenherr, höre auf meine Stimme, auf mein Weinen und erbarme dich meiner Kinder!" Dann wird Gott sogleich ihr Gebet erhören. Der Midrasch hat auch gedichtet und läßt zur Zeit, als das Heiligtum zerstört werden soll, Abraham, die Engel, die Tora, Isak, Jakob und Moses als Fürbitter vor Gottes Thron erscheinen, um Gottes Barmherzigkeit für Israel wachzurufen. Sie alle haben keinen Erfolg, bis Rachel vor Gott hintritt und ihre Worte Gott zum Mitleid stimmen, daß er die Verheißung und Versicherung gibt, ihre Nachkommen einst wieder in das Land ihrer Väter zurückzuführen. In unsterblichem Bilde hat der Prophet Jeremias die Fürbitterin Rachel gezeichnet: „Eine Stimme wird in Rama gehört, flehentlich, bitterliches Weinen — Rachel weint um ihre Kinder!" Das Grabmal dieser Mutter wird gezeigt und verehrt. Ob es wirk-.

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