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Die Wahrheit · 1925-11-27 · Heft 47 (27.11.1925) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 47 (27.11.1925)
Date
1925-11-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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xtsm DI£; WiAttRHETf - Seiten 11 etwas"zu unternehmen, da dies für sie und; ihre Angehörigen den sicheren Tod bedeutet hätte; Schließlich erreichte jedoch den Unhold sein Schicksal, als er vor einigen Monaten eine junge Deutsche, namens Magda O., verschleppte. Er hielt das ungefähr zwanzig Jahre alte Mädchen mehrere Tage bei sich, wo er sie in entsetzlicher Weise marterte und wiederholt mißbrauchte. EndKch gelang es der Bedauernswerten mit Hilfe einer Negerin, die gleichfalls auf der. Farm gefangengehalten gewesen war, zu-entfliehen; Sie-kam in entsetzlichem Zustande in der deutschen , Kolonie an, wo sie noch die Kraft, .hatte, die erduldeten Greueltaten, die ihr der Ku-iKIux-Klan-J^ülirer angetan hatte, zu schildern, worauf sie trotz sorgfältigster Pflege nach, einigen Tagen starb, da sie schon vorher infolge Verzweiflung über die ihr angetane Schmach Gift genommen hatte. Nunmehr wurde der Unhold endlich -gefangengenommen und gegen ihn in Nöblesville der Prozeß begonnen. Stephenson suchte noch immet die schwerwiegendsten Anklagen als einen Racheakt der Schwarzen und Deutschen hinzustellen, als deren Todfeind er sich offen im Gerichtssaale bekannte, und forderte vor ein „hundertprozentiges" Gericht gestellt zu werden, da nur rassenreine Vollamerikaner das Recht hätten, ihn im Gerichtswege zu befragen. Allein, da seine Verfehlungen diesmal in unzweifelhafter Weise an einer Weißen verübt worden waren, nahm der Prozeß seinen ordnungsgemäßen Fortgang. Stephenson hatte sich im Laufe der letztem Jahre an nicht weniger als zweihundert Frauenspersonen vergangen und wahre Unsummen von deutschen Siedlern und Kaüfleuten; erpreßt Trotzdem viele Fakten ganz offen zutage lagen; waren die Zeugen in ihren Aussagen sehr ängstlich arad zögernd, da die Ku-Klux-rKlan-Leute in Indiana noch immer sehr mächtig sind und sehr einflußreiche Freunde selbst in hohen Regierungsstellen besitzen. Nach durchgeführter Verhandlung wurde -Stephenson wegen der zahlreichen von ihm begangenen Verbrechen von öffentlicher Gewalttätigkeit, Notzucht und Erpressung zu zwanzig Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Prozeß hatte wieder einmal gezeigt, daß die seelische Erkrankung, an der die besiegten Völker leiden, auch den „Siegern" nicht erspart geblieben ist, daß hier wie dort der Geist des Hasses gegen die Mitmenschen, der durch den Krieg gezüchtet wurde, die Triebfeder für unmenschliche Grausamkeiten darstellt, mögen diese nun im Zeichen des Hakenkreuzes oder des Ku-Klux-Klan begangen werden. Handel mit alten Hosen. Eines der albernsten Wiener Hakenkreuzlerblätter teilt seinen eiligen Lesern - mit, daß die Juden eigentlich nur zäun Handel mit alten Hosen berufen seien. Es ist vielleicht ehrenhafter, mit alten Hosen als mit neuen, und noch dazu böswilligen Dummheiten hausieren zu gehen, aber-man muß sich/doch fragen, welche geringschätzige Meinung mag jenes Blatt von dem geistigen Niveau seiner Leser haben, wenn es wagt;-ihm solches Zeug vorzulegen. Sollten wirklich z. B. die Propheten und die Apostel, die aus dem jüdischen Volke ^hervorgingen, so gründlich ihren Berufverfehlt haben? "Wären Manner wie Spmoza, Lassalle, Marx. Einstehv um vÖTTTCusendeti nur -ein paar-zu nennen," so unklar über ihre eigentliche Beschäftigung ■ gerwe&ensein? Berichtigung. In unserer Nr. 43 vom -30.' Okiober ist bei dem Artikel „Die Lage der J ü den i n R ü ßl ändu,der inr „Jüdischen Wochenblatt" Frankfurt a. M. vom 21. August (Nr. 33) erschienen ist, die Quellenangabe n u r v e rs e h e n 11 i c h unterblieben. B Von Woche zu Woche B Israelitische Kultusgemeinde Wien. Im Einlaufe der inr Leitartikel besprochenen Plenarsitzung befanden sich außer der. Budapester Einladung noch: Ein Dankschreiben des Hofrates Professor Dr. S. Klein für die ihm aus Anlaß seines 80. Geburtstages seitens der Kultusgemeinde übermittelten Glückwünsche und das Ehrengeschenk der Gemeinde. Ein Dankschreiben des Presbyteriums der Evangelischen Pfarrgemeinde für die Anteilnahme anläßlichdes Ablebens ihres Kurators Dr. Theodor G u n e s c h und die Teilnahme des Präsidenten Professor Dr. Pick an der Leichenfeier. Ein« Zuschrift des ehemaligen Mitgliedes des KuHusvorstandes, Rechtsanwalt Dr. Adolf > S t e i n„ welcher seinerzeit in den Prozessen Moses Ritter und Leopold Hdlsner. bei der .Generalprokuratur intervenierte und als Verteidiger im Prozesse Moses Ritter die Verhandlung beim Obersten Gerichtshof durchgeführt hat Dr. Stein teilt mit, daß sich in seinem Besitze die Originalurteile des Obersten Gerichtshofes im Prozesse Ritter (drei Urteile), das von dem Professor der gerichtlichen Medizin an der Wiener Universität, Eduard Hofmann im Prozesse Ritter erstattete Gutachten, sowie die Gutachten, welche von den hervorragendsten österreichischen und ausländischen Autoritäten im Prozesse Hilsher erstattet worden sind (Professor Kolisko in Wien, Virchov in Berlin* Bruardel in Paris) befinden und daß er diese Akten, damit sie nicht nach seinem Tode verloren gehen könnten» für die Bibliothek der Kultusgemeinde zur Verfügung stelle. Eine Zu« schritt des Obmannes der Versorgungsanstalt der israelitischen. Kultusgemeinde, Vorsteher David Dohan, in welcher darauf hingewiesen wird, daß, obgleich unter, weitestgehender Ausnützung der Räume und Tolerierung eines Uebefbelages die Zahl der Betten in der israelitischen Versorgungsanstalt in der Nachkriegszeit von 303 auf 333 erhöht wurde, die Anstalt nicht in der Lage ist, in absehbarer Zeit auch nur die dringendsten der in Vormerkung befindlichen 160 Aufnahms.- werber, deren Zahl mit jedem Tage weiterwächst, berücksichtigen zukönnen. Herr Vorsteher Dohan regt an; die . Frage der Aufsetzung eines Stockwerkes einem Studium zu unterziehen-, wodurch für weitere 70 Insassen Raum geschaffen werden könnte, soferne es dann auch gelingt, die hierfür erforderlichen Mittel durch Spenden aufzubringen. Die Anregung wird mit aller Beschleunigung der meritorischen ~ Behandlung unterzogen werden. Aus den Spenden-Berichten sei verzeichnet die Mitteilung der Versorgungsanstalt, daß die Gattin des Herrn Sigmund Kornmehl für den Betsaal der Versorgungsanstalt eine herrlich gestickte Samtdecke für den Schulchan gewidmet hat, daß Herr Bethausvorsteher Ernst auf seine eigenen Kosten sehr zweckdienliche neue Opferstockbüchsen für den Leopoldstädter Tempel herstellen, ließ und daß der Besucher dieses Bethauses. Herr Kleinmann, Ausstattungsstücke für den-Leopotdstadter Te'mpel spendete. Ueber den Einlauf . hinaus -ist die Sitzung bekanntlich nicht gekommen; Israelitischer JuReadsrottesdlenst. Am Samstag," den 28." November d. J. um 3 Uhr nachmittags .findet-der Jugendgottesdrenst für die israelitische;Schu1jugend.:in den Gemeinde^ und Bezirks-Synagogen des I., IL, IX. und XX. Bezirkes statt. Vortrage Im MäimonMes-Institirt. Herr Rabbiner Doktor A. K a mM n k a hält während der Wintermonate folgende-'Vor-. B EN GROS! WARENHAUS BRODER SCHlfFMÄNN TELEPHON 47-179 » 11„ TABORSTRASSE 48 TELEPHOH 47-179 UNERREICHT BILLIGE KAUFGELEGENHEIT! WASCH- U. LEINENWAREN, HERREN- U. DAMENWÄSCHE MODEARTIKEL STOFFE VORHÄNGE TEPPICHE IN ALLEN ABTEILUNGEN ENOHME AUSWAHL - - - BEISPIELLOS BILLIGE PREISE! ^^W-

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