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Die Wahrheit · 1925-10-30 · Heft 43 (30.10.1925) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 43 (30.10.1925)
Date
1925-10-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 43 DIE WAHRHEIT Seite 5 keiit der arischen und Minderwertigkeit der semitischen Rasse ausgeht, muß ihm die Blutmischung beider Völker bedenklich sein, weil das deutsche Volk dadurch im Verhältnis beider Rassen von eins zu hundert, also um ein Prozent als Mischvolk absinkt. Und wenn wir, wie von jüdischer Seite oft und nicht ohne Spott behauptet wird, längst ein Mischvolk wären, könnte dieses eine Prozent schon genügen, uns zwar nicht zu verjuden, aber doch zu entgermanisieren. Man kann es von Postsekretären, Handlungsreisenden und Friseuren erfahren, daß die Verödung unserer Bildung im Materialismus eben das erste sichtbare Zeichen unserer Verjudüng gewesen sei. Die Wahrheit ist die, daß die deutschen Juden sichtbar geholfen haben, den Lebensboden der Bildung überhaupt wieder zu lockern. Ohne sie hätten wir anfangs des XX. Jahrhunderts kaum noch von einem geistigen Leben in Deutschland sprechen können: der Adel war längst und in jeder Beziehung neben das Leben geraten und der sich nun daran nährte, der wohlhabende Bürgerstand, der Fabrikant und der Geschäftsmann, hatte mit Denkern und Dichtern nichts mehr zu tun; lediglich gewisse Kreise der Beamtenschaft und der freien Berufe hielten den Rest der Bildung lebendig, der darnach üppig ins Kraut schoß, weil er von den Juden gepflegt wurde. In jüdischen Häusern, mehr als sonst, hängen gute Bilder; in jüdischen Häusern, mehr als sonst, wird gute Musik gemacht; in jüdischen Häusern, mehr als sonst, werden gute Bücher gelesen: was einmal den Ruhm , der Rahel von Varnhagen ausmachte, wurde Lebensstil in jüdischen Häusern. Gegenwärtig ist die Pflege des geistigen Lebens in Deutschland, das heißt der Widerhall dessen, worum sich Kunst und Wissenschaft bemühen, zu einem beträchtlichen Teil in jüdischen Händen, so daß es manchmal aussieht, als wollte das deutsche Volk diesen ihm unwichtigen Teil seines Daseins den Juden überlassen. Wird die Vermittlung den Juden soweit überlassen, wie es in unserem tauben und schwerfälligen Bürgertum tatsächlich geschieht, so bedeutet das — in einer bewußten Uebertreibung — daß Deutsches zu Deutschen durch eine fremde Liebe kommt und die^Spuren dieser Vermittlung an sich trägt, daß die Auswahl und Schätzung unserer Bildungsgüter eine Verschiebung erfährt. * Nur dieser Teil der deuitschjüdischen Staatsbürger, der sich bewußt ins deutsche Volkstum einwachsen will, kann eigentlich als deutsche Judenschaft angesprochen werden; er ist weitaus der größere Teil, während der Zionisten, die sich im völkischen Konflikte für ihre eigene Herkunft entscheiden, nur wenige sind. Es bleibt aber die beträchtliche Zahl derer, die den dritten der möglichen Wege versuchen, die einer Entscheidung zwischen Volk und Volk ausweichen, indem sie sich übervölkisch, international e i n s t e*l 1 e n. Wenn es keine Russen, Deutsche, Franzosen, Engländer, nur noch Menschen und Weltbürger gibt, die je nach den Zufälligkeiten ihrer Herkunft russische, deutsche, französische oder englische Staatsbürger sind: so ist der Jude mit einem Schlag überall beheimatet; er braucht weder nach Zion zurück, noch muß er ins fremde Volkstum' versinken. Mehr als dies; er ist damit der berufene Pionier einer neuen Lebensauffassung, die das Völkische mit all seinen Schranken und Engen überwinden und aus der Erde die Wohnung der Menschheit machen will. So widerspruchsvoll es klingen mag, damit Volkstum sein kann, muß der Nationalismus nicht durch den Internationalismus abgelöst, sondern in ihm erlöst werden. Niemals kann dies der Sinn der Menschheit sein, daß die Völker wie Raubtiere einander das Futter belauern. Da viele. Völker auf Erden sind, genügt es nicht, daß jedes seinen Staat, das heißt seine gefestigte Ordnung habe, weil die einzelnen Ordnungen gegeneinander doch wieder in Gefahr wären, zur Unordnung, das heißt zum Chaos zu führen. Hierfür war der Weltkrieg eine abendländische Verschuldung und ein Schicksal, der in sich geordnete Staaten in die Hölle seiner Unordnung brachte, die grausame Lehre. Der Nationalismus ist, wie wir sahen, entfesseltes Volkstum; seine Bändigung erfolgt im Staat, seine Auswirkung in jener Ueberordnung, für die wir heute den unzureichenden Namen und die viel unzureichendere Tatsache des Völkerbundes haben. Einem so verstandenen Internationalismus als äußere Ordnung der Menschheit Pionierdienste zu leisten, ist die Tugend aus der Not der heutigen Judenschaft. Damit wirddasmißhandelte Volk Träger einer weltgeschichtlichen Mission, damit wird sein grausames Schicksal gesegnet. Sagten wir nicht, daß die Juden, von denen wir hier sprechen, aus der Not ihrer Heimatlosigkeit die Tugend des Internationalismus gemacht hätten? Nun sehen wir, daß es zugleich die Not des Intellektualismus ist. Sie haben die Gefühlsweisen ihres Volkstums verloren — die in der Bibel für die Menschheit blühten — und leugnen oder mißachten den Lebensgrund, den sie nicht mehr besitzen, auch für die anderen. Sie bestreiten das Volkstum und wollen die Menschheit; sie sind der moderne Menschengeist, das heißt der logische Mensch schlechtweg und hassen alles aus dem Instinkt, aus dem unklaren Gefühl der Völker Kommende. Das ist an sich kein Verbrechen, sondern eine geistige Entscheidung und — wie wir sahen — eine Konsequenz ihres Schicksals. Zu einer Gefahr könnten sie damit für uns Deutsche nur werden, wenn sie uns entscheidend beeinflußten. Dies aber geschieht durch das Metier, in dem sie die unbestrittenen Meister sind. Es ist kein Paradoxon, etwa zu s agen, daßderSchriftstelleralsHechtim Karpfenteich des Bürgers letzten Endes auch der Herr der öffentlichen Meinung sei. Er sagt nicht, was der Bürger denkt; sondern er denkt, was der Bürger sagt. Er kann gar nicht anders sein: er ist Tendenz, und zwar eigenster Herkunft. Nehmen wir nun einmal die Uebertreibung an, daß der einflußreichste Teil unseres Schrifttums kraft seiner Beweglichkeit, seines Eifers, seiner Voraussetzungslosigkeit, seines unleugbaren Geschicks, mit einem Wort seines Geistes von intellektuellen Juden ausgeübt würde; nehmen wir dies an und wir hätten in unserem geistigen Leben eine gegen unser Volkstum berichtete Tendenz. Nachdem unser Volkstum jahrhundertelang unter der Eisdecke der lateinischen Bildung auf den Frühling wartete, nachdem das Franzosentum unserer Fürstenhöfe und der anhängenden Adelsherr-

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