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Die Wahrheit · 1925-10-09 · Heft 40 (9.10.1925) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 40 (9.10.1925)
Date
1925-10-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 10 V DIE WAHRHEIT Nr. 40 B Von Woche zu Woche Israelitische Kultusgemeinde Wien. Donnerstag, den 1. Oktober, 148 Uhr, fand unter dem Vorsitze des Präsidenten Univ.-Professor Dr. Alois Pick eine öffentliche Plenarsitzung des Kultusvorstandes statt. Im Einlaufe befand sich: Ein Dankschreiben des Bürgermeisters der Stadt Wien für die Kondolenz anläßlich des Ablebens des Altbürgermeisters und Ehrenbürgers Jakob Reumann. Ein Dankschreiben der „Hebräischen Universität" in Jerusalem für die Kundgebung des Kultusvorstandes anläßlich der Eröffnung dieser Universität. Die Mitteilung der „Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge", daß bei der stattgehabten Konstituierung des Kuratoriums Kommerzialrat Karl Klemperer zum Präsidenten, Herr Emil Engel und Frau Regine Ullmann zu Vizepräsidenten, die Herren Dr. Hermann Low und Dr. Isidor K1 a b e r zum Schriftführer und die Herren Josef May und Dr. Ernst Friedjung zu Kassaverwaltern gewählt wurden. Eine Zuschrift des O österreichischen Landesverbandes „Hecfaaluz", mit welcher über die Arbeit bis 31. Juli 1925 berichtet und dem Kultusvorstande für die Unterstützimg derselben in wannen Worten der Dank ausgesprochen wird. Schließlich edn Bericht des Rechnungsamtes, wonach anläßlich des Roschhaschono und Jomkippur in den Gemeindetempeln insgesamt S 57.200.— und in den temporären Bethäusern der Kultusgemeinde S 6843.— beim Aufrufen zur Thora gespendet wurden. Aus dem vom Präsidenten Prof. Dr. A. Pick erstatteten Berichte entnehmen wir: „In der letzten Plenarsitzung vor den Sommerferien, die am 9. Juli 1925 stattfand, hat das Plenum dem Vertreterkollegium, bzw. dem Präsidium Vollmachten erteilt, dürch welche eine ungehemmte Geschäftsführung während der Sommermonate gewährleistet war. Das Präsidium hat von den ihm erteilten Ermächtigungen nur in den alleräußersten Fallen Gebrauch gemacht und hat, so oft es nur angängig war, das Vesrtreterkollegium zu Sitzungen einberufen. Es hat ferner eine Reihe von Angelegenheiten in Präsidialkonferenzen behandelt, zu welchen fallweise, sei es die Obmänner der in Betracht kommenden Kommissionen, sei es die Obmänner der Parteien im Kultusvorstande zugezogen wurden und im Laufe der heutigen Sitzung werden dem Plenum eine stattliche Reihe erledigter Geschäftsstücke zur Kenntnisnahme, bzw. nachträglichen Genehmigung vorgelegt werden. Die Mitglieder des Kultusvorstandes werden es sicher mit Befriedigung begrüßen, daß dem seit vielen Jahren empfundenen Bedürfnisse und den vor den Sommerferien gefaßten Beschlüssen entsprechend, die Renovierung der Präsidial- und Sitzungsräume zur Durchführung gelangte. Dadurch war das Präsidium auch in "der Lage, den vom Kultusvorstande beschlossenen Empfang der Leitung des XIV. Zionisten- Kongresses im eigenen Heime der Gemeinde und in würdigster Form zu vollziehen. Der Dank des Kultusvorstandes gebührt allen, die zu dem schönen, allgemein befriedigenden Verlauf dieses Repräsentationsabends beigetragen haben, wobei zu bemerken ist, daß der vom Kultusvorstande für diesen Anlaß bewilligte Kredit nicht zur Gänze in Anspruch genommen werden mußte. Namens unserer Gemeinde habe ich den Kongreß in seiner Eröffnungssitzung begrüßt und benützte 'die Gelegenheit, um der Kongreßleitung, welche dem Präsidium für die Dauer des Kongresses eine Loge zur Verfügung stellte, hierfür unseren Dank zum Ausdruck zu bringen. * Bereits vor den Ferien konnte ich Ihnen mitteilen, daß der Herr Bürgermeister einer vom Präsidium vorgebrachten Bitte entsprechend, angeordnet hat, daß das bei dem starken Wagenverkehr am Währingergürtel die Ruhe der Pfleglinge unseres Spitales beeinträchtigende Steinpflaster gegen ein Holzstöckelpflaster ausgewechselt werde. Ich freue mich, Ihnen berichten zu können, daß während der Sommermonate die Durchführung dieser im Interesse unserer Patienten gelegenen Maßnahme erfolgt ist und sich dies wohltuendst fühlbar macht Am 12. August d. J. hat der langjährige Vorstand der Augenabteilung unseres Spitals, Hofrat Prof. Dr. Klein, seinen 80. Geburtstag gefeiert. Ich habe nicht ermangelt, den "angesehenen Gelehrten und als Arzt und Mensch gleich hochgeschätzten Jubilar namens unserer Gemeinde zu begrüßen und zu beglückwünschen. In 15 Familien von Gemeindemitgliedern wurde das Fest der Goldenen, in einer das Fest der Diamantenen Hochzeit gefeiert. Die Kultusgemeinde ließ, wie bisher, in all diesen Fällen durch Delegierte des Kultusvorstandes die Glückwünsche der Gemeinde und in 12 Fällen auch Ehrengaben den Jubelpaaren übermitteln. Unser Vor Standskollege, Herr Kommerzialrat Bernhard B u c h w a 1 d, der bereits mehrfach für unsere Gotteshäuser kunstgewerbliche Gegenstände, die in seinem Unternehmen und unter seiner Leitung hergestellt werden, widmete, hat nun auch die Renovierung der Präsidialräume zum Anlasse genommen^ um eine kunst- und geschmackvoll gearbeitete Schreibtischgarnitur für den Amtsraum des Präsidiums zu spenden. Audi an dieser Stelle sei ihm hierfür unser herzlichster Dank gesagt. Die Not unter unseren Glaubensbrüdern hat sich in den letzten Monaten besonders empfindlich fühlbar gemacht und die unabweisbaren Anforderungen, die au uns gestellt werdfeit, steigern sich von Tag zu Tag. Es ist mir eine angenehme Pflicht, allen jenen zu danken, welche durch Zuwendungen an den Präsidialfonds zur Unterstützung verschämter Bedürftiger uns die Erfüllung unserer Aufgabe erleichterten. Wie die geehrten Mitglieder des Kultusvorstandes bereits aus den Zeitungsnachrichten entnommen haben, hat das Präsidium der Kultusgemeinde für den am 16. September d. J. dahingeschiedenen Komponisten Leo Fall ein Ehrengrab am Neuen Friedhofe gewidmet und ich habe in Vertretung der Kultusgemeinde an dem Begräbnisse teilgenommen. Wie so oft hat sich auch bei diesem Anlasse die Unzulänglichkeit der provisorischen Zeremonienhalle am Neuen Friedhofe erwiesen. Die Bemühungen, den Bau des neuen Zeremoniengebäudes ehestens durchzuführen, sind in vollem Gange. Ein anschauliches Modell des Neubaues ist bereits fertiggestellt, befindet sich in einem unserer Kommissionszimmer und ich lade die geehrten Mitglieder des Kultusvorstandes ein, nach der öffentlichen Plenarsitzung das Modell zu besichtigen. Im nächsten Punkte der Tagesordnung wird Ihnen eine Reihe von Beschlüssen und Durchführungen während der Sommermonate vorgetragen werden.'' Hierauf erstattet erster Sekretär Guido F u c h s g e 1 b ein Referat über die „Geschäftsführung während der Sommermonate". Seit der letzten Plenarsitzung des, Kultusvorstandes, die am 9. Juli 1925 stattgefunden hat und in welcher alle bis zu diesem Tage von den Vorinstanzen erledigten Angelegenheiten verabschiedet wurden, haben nebst zahlreichen Präsidialsitzungen fünf Sitzungen des Vertreterkollegiums stattgefunden. Außer jenen Geschäftsstücken, welche gesonderte Punkte der Tagesordnung des heutigen Plenums bilden, haben die folgenden AngelegenheMen Entschließungen des Präsidiums, bzw. des Vertreterkollegiums erforderlich gemacht und es werden die getroffenen Entscheidungen dem Plenum zur Kenntnisnahme, bzw. nachträglichen Genehmigung vorgelegt: 1. Gemäß den Anträgen der Baukommission wurden Kredite bewilligt: Für Reparaturen im Stadttempel, im Tempel XVIII., Schopenhauerstraße, im Amtshause XVIII., Schopenhauerstraße, im Tempel des Ternpelvereines für den XI. Bezirk, und in der Bezirkskanzlei für den XXI. Bezirk im Erfordernisse von insgesamt S 3400.—. 2. Der fortschreitende Belag auf den fertiggestellten Gräberparzellen des Neuen Friedhofes hat die schleunigste Durchführung der Anlage neuer Beerdigungsgruppen erforderlich gemacht. Es wurde daher konform den Anträgen des Baukomitees diese siebente Erweiterung mit einem Kostenaufwande von S 44.000.— genehmigt. Gleichzeitig wurde die Herstellung eines Modelles von dem beabsichtigten neuen Zeremoniengebäude und den Nebenräumlichkeiten mit einem Kostenbetrage von S 910.— bewilligt. 3. Mit Verordnungsblatt vom 26. Juni 1925 des Stadtschulrates für Wien sind entsprechend dem zwischen der Gemeinde Wien und der israelitischen Kultusgemieinde bereits im Juli 1922 getroffenen Abkommen 14 definitive städtische israelitische Religionslehrerstellen zur Ausschreibung gelangt. Das Vertreterkollegium hat die israelitischen Religionslehrer der Kultusgemeinde an ihre Verpflichtung erinnert, um diese Stellen zu kompettieren und hat die erforderlichen Schritte beim Stadtschulrate und beim Wiener Stadtsenate veranlaßt, damit die tunlichst baldige und den

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