Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 37-38 (18.9.1925)
- Date
- 1925-09-18
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2o Oberrabbinerwahl in Subotica. Dienstag, den 8. September d. J. fand die Oberrabbinerwahl in Subotica statt. Die Generalversammlung der Repräsentanz kandidierte für diese Stejle Dr. Josef G e r s o n. Die Abstimmung der gesamten Gemeinde bestätigte nun den Beschluß der Repräsentanz. Fast seit 10 Jahren versieht schon Oberrabbiner Dr. Josef Gerson mit Hingabe und Aufopferung» mit Liebe und Begeisterung die Agenden dieser wichtigen Stelle, und diese Wahl bildet miT einen würdigen und erhebenden Ausdruck der Anhänglichkeit und Anerkennung der ehrwürdigen Suboticaer Kultusgemeinde gegenüber ihrem gelehrten und talentvollen Oberrabbiner. Talmud-Thora im 2. Bezirke, Pazmanitengasse 6. Die p. t. Reflektanten werden ersucht, hiervon Kenntnis zu nehmen, daß die Einschreibungen an unserer Sprach- und Bibelschule (Talmud-Thora), Wien II., Pazmanitengasse 6, Montag, den 5. Oktober 1925, .von 2 bis 4 Uhr nachmittags, beginnen und fortlaufend an Wochentagen stattfinden. Schulbeginn Montag, den 12. Oktober 1925. Die Eltern werden auf diese, unter Leitung des Herrn Rabb. Dr. Funk stehende, für die sittlichreligiöse Erziehung der jüdischen Jugend so bedeutende Institution besonders aufmerksam gemacht und gebeten, rechtzeitig die Einschreibung zwecks Vermeidung von Störungen während des Unterrichtes veranlassen zu wollen. S. A dl e r, Obmann der Schule. Talmud-Thora-Schule (Lese und Bibelschule) für den IV. und V. Bezirk, V., Siebenbrunnengasse la. Die Einschreibungen an obiger Schule haben bereits begonnen und finden in der Folge jeden Sonntag von 9 bis 12 Uhr vormittags und Mittwoch von 3 bis 6 Uhr nachmittags statt. Schulbeginn Mittwoch, den 14. Oktober, 3 Uhr nachmittags. Der Unterricht ist vollkommen kostenlos. Die jüdischen Eltern des IV. und V. Bezirkes werden ersucht, ihre Kinder in ' diese vorzüglich geleitete Schule recht zahlreich zu schicken. Gottesdienst In dem dem „Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger israelitischer Waisen in Wien" gehörenden Knabenwaisenhaüse, XIX., Probusgasse 2, findet an den hohen Feiertagen ein Gottesdienst statt. „Schnelle Hilfe" (Mechis:h Ezrah). Wir erhalten folgende Zuschrift: Der Verein „Schnelle Hilfe" ist seit den Kriegsjahren bemüht, die Not und das Elend der Glaubensbrüder im 20. Bezirke zu lindern und hat seit seiner Gründung zahlreiche gute Werke gestiftet, viele Tränen getrocknet und Existenzen gerettet. Denn gerade m der Brigittenau leben viete jüdische Familien in den dürftigsten Verhältnissen und wissen oft nicht, woher sie das Brot für den nächsten Tag nehmen sollen, und sehen dem bevorstehenden Winter mit Furcht und Grauen entgegen. Wir bitten daher mildtätige Menschen, sich anläßlich der kommenden Feiertage ihrer notleidenden Glaubensgenossen im 20. Bezirke zu erinnern und unser am 11. Oktober in den Olympia-Sälen (I. Rothgasse) stattfindendes Simchus-Thora- Fest zahlreich zu besuchen. Spenden nimmt die „W a h r h e i t" entgegen. N. Ch. Barmizwahfeier. Samstag, den 12. d. M., fand in der „Schiffschur' die Barmizwahfeier des Kurt Schreiber, eines Sohnes des bekannten Restaurateurs der „Wiemea", Benjamin Schreiber und seiner Gattin Cäcilie, der Tochter des allgemein geschätzten Großkaufmannes Bernhard Hofbauer, statt. Die erhebende Feier lieferte wieder einmal einen schönen Beweis der großen Verehrung und Achtung, welche alle Schichten des Wiener Judentums, besonders aber die Mitglieder der „Adas Jisroel", den Familien Hofbauer und Schreiber zollen. Die Eltern wieder Sohn, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, wurden von allen Anwesenden, insbesondere von Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Fürst herzlichst beglückwünscht. In :odtm Antlitz war der vom H?r;?fn k.:m- * mende Wunsch zu lesen, daß der hübsche Junge zur Ehre seiner angesehenen i'ar.v.ie und zur Ehre s-iner Eltern heranwachse, welchem Wunsch auch wir uns anschließen. Bei dem Familienfeste am Nachmittag, das alle Mitglieder und Verehrer des Hauses vereinigte, hielt der jung* Schreiber zunächst eine Charifos-Drosche und sodann eine deutsche Ansprache, die auf die Anwesenden einen starken Eindruck machte. Unter den zahlreichen Korporationen überbrachten auch die Herren Obmann Oskar T o n e 11 o und Schriftführer Nandor Nagel hn Namen des Verbandes jüdischer Gastwirte ihre Glückwünsche. Namens der Freunde des Hauses Schreiber hielt Prof. Nasche in seiner gewohnt gediegenen Art eine launige Ansprache. Der Tempelverein „Aeschel Awrohom", Pazmanitengasse, feiert alljährlich am 1. Slichoth-Tage das Bestandesfest seines schönen Gotteshauses. Zur dauernden Erinnerung an den Tag der Einweihung dieser Synagoge wurde vom Vorstand eine Stiftung geschaffen, aus der jedes Jahr würdige Brautpaare getraut werden. Heuer jährte sich zum zwölften Male der Weihetag des Tempels, der mit einer erhebenden Feier begangen wurde, bei welcher zwei Brautpaare den Bund der Ehe schlössen. Dir gesamte Vorstand des Vereines versammelte sich unter Führung des verdienstvollen Obmannes Herrn Oskar Schramek im Zeremoniensaale. Sodann wurden die Brautpaare von den Tempelvorständen in das mit Blumen herrlich geschmückte, festlich beleuchtete Gotteshaus geleitet, woselbst der Trauungsakt in traditioneller Weise vollzogen wurde. Hierbei hielt Sr. Ehrwürden Rabb. Dr. S. F u n k eine tiefgefühlte Ansprache an die Brautpaare, bei welcher er der Verdienste des Vorstandes und des Tempelvereines rühmend gedachte, während die kontoralen Funktionen von Oberkantor L. Müller in künstlerischer Art vollzogen wurden. So ward der 1. Slichoth-Tag ein Weihe- und Freudentag zugleich für die zahlreiche Gemeinde des Pazmanitentempels. Goldene Hochzeit Am 22. Elul jährte sich zum fünfzigstenmal der Tag, an dem Herr S. N. S p i r a und seine Gattin Helene, geb. Lichtenfeld vor dem Traualtar getreten waren, um ein Bündnis für das Leben zu schließen. Aus diesem Anlaß fand nun Samstag vormittags im Tempel des Synagogenvereines Beth Israel in der Leopoldsgasse eine schöne Feier statt, zu der sich die Söhne Dr. jur. Wilhelm Spira, Dr. med. Leo Spira (London) und Max, Hans, Julius, Oskar Spira, sowie die Töchter Salomea Spira und Julie Wiener einfanden. Der Jubilar, der sich wegen seines rechtlichen Wesens und semer menschenfreundlichen Gesinnung in weiten Kreisen großer Wertschätzung erfreut, wurde in feierlicher Weise zur Thora gerufen. Nachdem Oberkantor A. F r ä n k e 1 einen besonderen stimmungsvollen Mischeberach rezitiert hatte, hielt Herr Rabbiner Mayersohn eine gehaltvolle Ansprache, in der er auf die vom Jubilar anläßlich seines Freudentages gespendeten Thora hinweis. Namens der Kultusgemeinde überbrachte Kultusvorsteher Bezirksrat E. Hoffmann die innigsten Glückwünsche und überreichte ein herzliches Gratulationsschreiben der Gemeinde. * * * Freitag, den 11. d. M. fand im Zeremoniensaale des Tempels die feierliche Uebergabe der vom Jubilar gespendeten, in Warschau künstlerisch hergestellten und. mdt wertvollem Kle Kodesch gezierten Thora statt. Es waren erschienen: Präs. Emil Pomeranz, die Vizepräsidenten Dr. Leo Landau und Aron Barschak, die Schriftführer Moritz Burian und Adolf Tarler, sowie die Vorstandsmitglieder Josef Be 1 f, Max Eisenklamm, Naftali Goldberg, Alois G r u b e r, Heinrich G r u b e r, Markus Heublum, Hermann Homung, Simon Morgenroth. Eisig Neumann, L. M. Schmidt Michael S c h n e k. Friedrich Wechsler und das Ehrenmitglied Bernhard Sturz; die Kultusgemeinde war durch Kultusvorsteher Bezirksrat E. Hoff mann, die Bezirksvertretung II. durch ihren Obmann Med&zinalrat Dr. H. Haase, der Juwelen- und Edelsteinklub durch Präs. Komm.-Rat A1 s e g g, der Verein der Tempelfreunde durch Vizepräsidenten Oskar T o n e 11 o vertreten. Außerdem sah man sehr viele Freunde und Verehrer des Hauses Spira. Nachdem die letzten Buchstaben der Thora von den mit dieser Auszeichnung betrauten Personen geschrieben waren, wurde die Thorarolle vom Spender unter der Chupah in traditioneller Weise in den festlich beleuchteten Tempel getragen, wobei die Vorstände der Thorabraut mit allen übrigen Sphorim entgegenkamen. Vor der Bundeslade nahm Rabbiner Mayersohn die neue Thora in Empfang, welchen feierlichen Akt er durch eine sinnvolle Ansprache über die Bedeutung der Thora, unsere Pflichten gegenüber derselben und die daraus hervorgehenden Mizwaus begleitete. Nachdem Herr Oberkantor I. Frankel das „Uwenucho Jomar" in ergreifender Weise zum Vortrag gebracht hatte, wurden die Thorarollen gemeinsam mit der neu gespendeten Gesetzesrolle in die Bundeslade gehoben. Der darauffolgende Abendgottesdienst gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den Jubilar und nahm insbesondere infolge der hervorragenden Darbietungen Oberkantor Fränkels mit seinem vortrefflichen Chor einen schönen, Verlauf. Ganz besonders möchten wir auf das meisterhaft gesungene „Ahawas Aulom" hinweisen, in welchem sich die