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Die Wahrheit · 1925-09-04 · Heft 35 (4.9.1925) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 35 (4.9.1925)
Date
1925-09-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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INT. 30 LUC WAHRHEIT Seite 11 Synagonales Konzert. Anläßlich des XIV. Zionisten- .kongresses fand Donnerstag, den 27. August um 8 Uhr abends im großen Leopoldstädter Tempel ein Festkonzert statt, welches vom Veranstaltungskomitee des Kongresses arrangiert wurde. Wiewohl der Besuch des Konzertes wahrscheinlich infolge einer zur gleichen Zeit stattfindenden wichtigen Sitzung des Kongresses nicht ganz den Erwartungen der Veranstalter entsprochen haben dürfte, waren doch viele auswärtige Gäste und hervorragende Wiener jüdische Persönlichkeiten anwesend. Man sah den Vizepräsidenten der Wiener Kultusgemeinde Dr. Josef Löwenherz, den Vizepräsidenten des Bethausvorstandes Dr. Elias Münz, die Vorstände Julius Berger, Siegmund Ernst, Vogel, Medizinalrat Dr. Julius Weiß und Winter, den I. Sekretär der Kultusgemeinde Guido Fuchs gelb, die Oberbeamten Apte, Hölzer, die Oberkantoren Kaufmann und Müller. Nach einem eindrucksvollen, von Fuchsgelb, einem hoffnungsvollen jungen Musiker, gespielten Präludium, brachte der Chor drei von Prof. Braslavsky komponierte Gesänge in vorzüglicher Weise zum Vortrag und zwar: Weschomru, L'dor wodor, wobei die Solopartien von Oberkantor Margu 1 ies nud Solosänger I. Grünberg vortrefflich gesungen wurden. Es folgten Einzelvorträge von Oberkantor Marguli es, von Fuchsgelb in diskreter Weise begleitet. Das mit vollkommener Hingabe gesungene .Mischeberach und das eindrucksvoll zum Vortrag gebrachte ,,'soorow" machten auf die andächtig lauschenden Zuhörer sichtlich tiefen Eindruck. Die prachtvolle und umfangreiche Tenorstimme des Oberkantors Margulies sowie seine schlichte, nicht durch übertriebene Koloraturen, sondern einzig durch tiefes Empfinden ausgezeichnete Vortragsweise haben ihm die Herzen der Zuhörer erobert. Nach einer kurzen Pause sang Oberkantor Margulies das Uwaschofer godaul von Goldstein und das B'rosch haschonoh von Sulzer in der gleichen hervorragenden Weise. Sodann brachte der Chor das schwierige Socharti loch von Lewandovsky, dem nach Sulzer bedeutendsten Synagogenkomponisten, in ungemein exakter und wirkungsvoller Weise zum Vortrage und sang hierauf den von Prof. Braslavsky vertonten Psalm 30. Dieser Psalm muß wohl als ein Meisterwerk der modernen Synagogenmusik bezeichnet werden. Trotzdem sich Prof. Braslavsky im Aufbau und in der Durchführung seiner Kompositionen an das bewährte Sulzersche Vorbild hält, wandelt er doch seine eigenen Bahnen und gerade die Vertonung des Psalmes zeigt deutlich, daß die Entwicklung der Musik in den letzten Jahrzehnten auch auf die synagonale Musik nicht ohne Einfluß geblieben ist. Ebenso wie die Schöpfungen eines Beethoven den großen jüdischen Musiker Josef Sulzer befruchtet haben, so haben Mahler und Strauß Braslavsky in seinem Schaffen beeinflußt. Dabei ist dieser ein durchaus jüdischer Komponist, einer der wenigen, welche moderne künstlerische Kultur und wahrhaftes jüdisches Empfinden in einer Person vereinigen. Der Chor brachte den Psalm in wundervolle Weise zum Vortrag, wobei 'die Solopartien wieder von Oberkantor Margulies und Solosänger I. Grünberg, welcher eine warme und volle Baßstimme besitzt, gesungen wurden. Am Schlüsse des Konzerts sang der Chor zu Ehren der anwesenden Gäste die Hatikwah. Es wäre Pflicht einer jüdischen Gemeinde und auch in ihrem ureigensten Interesse gelegen, Talente, wie wir sie bei diesem Konzert gehört haben, zu fördern. — Kleiner Brockhaus. Die soeben erschienene vierte Lieferung bringt in der Uebersicht „Gerichtswesen" eine leichtverständliche graphische Darstellung des Instanzenweges und der Zuständigkeit der verschiedenen Gerichtshöfe. Wir sehen auf einem Blick, vor welches Gericht eine Angelegenheit gehört und wie das Verfahren lauft Auch sonst bringt die neue Lieferung, die mit „Gelenkrheumatismus" beginnt und mit „Impfung" endet, viel Interessantes und Wissenswertes. So erfahren wir, daß in Transvaal mehr Gold gefunden wird als in der ganzen übrigen Welt, daß die Gitarre zuerst durch die Mauren nach Spanien gebracht wurde usw. Die ganze Weltgeschichte von den frühesten Zeiten bis zur umnittelbaren Gegenwart, vom Aegypterkönig Menes bis zum Reichspräsidenten Hindenburg wird: uns auf drei Seiten komprimiert vorgefahrt. Daß die ältesten deutschen Gewerkvereine die der Buchdrucker und Tabakarbeiter sind, die vor 60 Jahren gegründet wurden, dürfte den wenigsten bekannt sein. Die Tafeln „Himmelskunde" und „Heimstätten" werden dem wertvollen Werk viele neue Freunde werben. Der „Kleine Brock- Tiaus", der insgesamt 10 Lieferungen umfassen soll, Ifegt jetzt :zur Hälfte vor. Subskriptionen nimmt jede Buchhandlung «entgegen. •. Von Woche zu Woche Informationsstelle der Agndas Jisroel in Palästina. Die Agudas Jisroel eröffnet demnächst in Tel Awiw ein Informationsbüro, welches die Aufgabe hat, die Einwanderung orthodoxer Juden zu fördern. Der mit der Leitung desselben betraute Dr. Robert Weiß, ein Schüler des bekannten jüdischen Soziologen Prof. Franz Oppenheimer in Frankfurt, war anläßlich seiner Abreise nach Palästina Gegenstand einer warmen Sympathiekundgebung, welche ihm seine zahlreichen Wiener Freunde bereiteten. Empfang in der Wiener Kultusgemeinde. In der letzten Nummer unseres Blattes brachten wir eine kurze Beschreibung des Empfanges, welchen die Wiener Kultusgemeinde den Kongreßteünehmern gegeben hat und der einen imposanten Verlauf nahm Da wir jedoch infolge der Kürze der uns zur Verfügung stehenden Zeit — der Empfang fand am Abend vor der Drucklegung unseres Blattes statt — nicht so ausführlich berichten konnten, als es diese einzig geartete Veranstaltung erfordert hätte, ist es uns ein Bedürfnis, das Versäumte nachzuholen. Wir bringen daher im folgenden ergänzend einiges über die stattgehabte Veranstaltung: Unter den Anwesenden bemerkte man: Nebst dem Präsidenten Prof. Dr. Chaim W e i z m a n n, dem Präsidenten N. S o k o 1 o w und Tochter, Oberrabbiner Dr. H. P. C h a j e s, Dr. Georg H a 1pern und Frau, Menaschem Ussischkin, die Delegierten und Funktionäre des Kongresses: Prof. Dr. Mayer Bai ab an, Abgeordneten Dr. Arnold Bard, Dr. Bier er. Senator Brod, A. B. Cohen, Israel Cohen, Rabbi N. Ebb in, Delegierter Ellenberg, Dr. N. M. Gelber, Dr. Meyer Geyer, J. K. Goldbl'om, Dr. Leo Goldhammer, Dr. Gronnemann, Dr. Artur Hantke, Frau Henriette J o w e 11, Vize-Präsident Dr. Klee. Senator Körner, Abraham A. Levin (Montreal), Dr. Mossinsohn, Isaak Naiditsch, Dr. Niemierower, Abgeordneter Rabbiner Nurock (Riga), Bension M. Uuziel, Grand Rabbi of the jewish community of Jaffe and Tel Aviv, Frau Erna Pa t a k, Abgeordneter Dr. Leon Refch, Simon Rotenberg, Senator Rottenstreich. Dr. Rottmann (Montreal), Rabbiner Rubinstein, Frau Relden Sieff, Dr. Sil v er und Frau (Cleveland), Abgeordneter Dr. Schipper, Dr. Schmorak, Hermann Struck, Abgeordneter Rabbiner Dr. Thon, Dr. J. Wa 1 d m a n n, Frau Dr. Perla Wechsler, Oberrechnungsrat W e i n e r. Aus dem Kreise der Wiener Judenschaft sah man: Neben dem Präsidenten der Wiener, israelitischen Kultusgemeinde General-Oberstabsarzt Prof» Dr. Alois Pick und Frau, den Vize-Präsidenten Dr. Josef Löwen herz und Frau, die Mitglieder des Kultusvorstandes Justizrat Dr. Adler, Dr. Edwin Bader, Viktor Ba.uminger, Komm.-Rat Bernhard Buchwald, Emil Engel, Direktor S. Ep 1 er, Dr. Rudolf Glanz, Dr. Desider Fried mann, Rat Siegmund Kau der s, Dr. Isidor Kl ab er, Jakob März, Komm.-Rat Max Markus, Salomon Meister, Karl Pick, Gem.-Rat Dr. Leopold Plaschkes, Komm.-Rat Moriz Reif, M. Scharf stein, S. Weininger, der Vize-Präsident des Bethausvorstandes Dr. Elias Münz, der Alterspräsident des Verbandes der Türkischen: Israeliten David M. Halfon, die Wiener Gemeinderabbiner Dr. M. Bauer, Dr. D. Feuchtwang, Dr. S. Funk, Dr. M. Gl Mehrer, Dr. M. Rosenmann, Dr. A. Z. Schwarz, Dr. J. Taglicht, die Rabbiner Dr. A. Frankfurter und Dr. A. Kaminka, den Großpräsidenten der B'nai Brith Hofrat Prof. Dr. Salomon Ehr mann mit den Präsidenten der Wiener Vereinigungen Dr. Josef Alt, Medizinalrat Dr. Leop^ Itzkowitz, Komra>Rat Karpeles und Hans Karger; die Obmänner der Bezirkskommissionen der Kultusgemeinde Wien, Artur Albers, Samuel Bernhardt, Gabriel Dukes, Direktor Heinrich Glückstal, Emil H. Nimhäuser, Leon-. Sitzmann. Leopold Waller, Siegmund Weiler und Dr. Ignaz Winter; die Tempelvereinspräsidenten: Direktor Anton Stein, Börsenrat Ignaz Glück, Komm.-Rat Philipp Kohn, Heinrich Weiss und Emil Pomeranz; Präsident des Oesterr..Kantorenvereines Isidor Löwit, Oberkantor M. B. Kaufmann, Erster Kantor Gerson Margulies; der Vorsitzende der Zentralstelle für jüdische soziale FürsoTge, Komm.-Rat Klemperer, der Obmann der Bibliotheks-Kommission der Kultusgemeinde, Hof rat Dr. S. Frankfurter. Vom Spitale der israelitischen Kultusgemeinde: Direktor Dr. Arnold Raschkes mit Verwalter Hugo Weiss und den Primarärzten Dozent Dr. Waldemar Goldschmidt und i ■ i ■* " % f.'* 1

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