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Die Wahrheit · 1925-09-04 · Heft 35 (4.9.1925) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 35 (4.9.1925)
Date
1925-09-04
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 Primarius Dr. Raimund Schwarzwald, von der Versorgungsanstalt: Primarius Dr. Moritz Infeld und Verwalter Josef Popper. Der Direktor des Kmderspitales Prof. Dr. Julius Zappert. Man sah ferner: Schriftsteller Dr. Richard Beer-Hof mann, Konzertsänger Viktor Heim, Klaviervirtuosen Robert Qoldsand und Otto Schul ho f, die Chefredakteure Ludwig Hirschfeld und Julius Löwy, Schauspieler Theodor Weiß. Von den leitenden Beamten der Kultusgemeinde waren neben dem ersten Sekretär Guido Fuchsgeld, Sekretärstellvertreter Heinrich Holzer, Rechnungsdirektor JosefPeterselka, Oberbuchbalter Leopold Schäfer, Amtsleiter Ing. Ernst Lindner und Amtsleiter Max Popper anwesend. Die Räume waren 'in überaus geschmackvoller Weise durch herrliche Blumen- und Blattpflanzen, welche von Frau Baronin Ciarisse Rothschild aus den weltberühmten Glashäusern auf der Hohen Warte zur Verfügung gestellt waren, und mit kostbaren Teppichen geschmückt. Die letzteren hatte das Teppichhaus „zur Habsburg" der Herren A. Horetzky & Co. in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt Die unter der besonderen Aufsicht des Rabbinates nach den strengen Kaschruthvorschriften bereiteten Speisen waren vom Küchenpersonal des Spitales der Kultusgemeinde bereitet worden. Ueber den künstlerischen Teil des Abends haben wir bereits berichtet; er war so ausgezeichnet, daß alle Mitwirkenden herzlicher und reicher Beifall auszeichnete. „Monteiiore", Krankeo-Unterstützungsverein (II., Ferdinandsstraße). Dieser rührige, seit 43 Jahren bestehende Verein wird wie alljährlich auch %euer zu den hohen Feiertagen unter Leitung seines verdienstvollen Bethausvorstandes, der Herren J. Juris, S. K u d e 1 k a, S. Stern und H. Wassermann einen nach jeder Richtung hin würdigen Gottesdienst zugunsten der humanitären Institutionen des Vereines im Festsaale des Cafe Astoria, IL, Praterstraße 60, veranstalten. Der Leitung ist es gelungen. Herrn Oberkantor Jakob Por d es zu gewinnen; restliche Karten sind im Bethause und im oben angeführten Vereinslokale erhältlich. Barmizwah-Feier. Am letzten Samstag feierte im Badener Gemeindetempel ein Zögling des dortigen Waisenhauses seine Barmizwah in Anwesenheit einer zahlreichen andächtigen Gemeinde, in der man viele hervorragende Vertreter der Badener Judenschaft erblickte. Der Waisenknabe, weicher die vorgeschriebenen Gebete vorzüglich zum Vortrage brachte, wurde von allen Seiten reichlich beschenkt. Trauung. Sonntag, den. 23, August, 3 Uhr nachmittags, fand im Tempel im X. Bezirke die Trauung des Frl. Hedwig Weiß, Tochter des Herrn Heinrich Weiß, Vizepräsidenten des Tempelvereines Wien X., und seiner Gattin Sophie, geb. Seligmann, mit Herrn Gustav Bock in Anwesenheit einer großen Anzahl von Freunden, Verwandten und Bekannten statt, bei welcher Herr Rabbiner Dr. Mandl eine cerhebende Ansprache an das Brautpaar hielt und Oberkantor Simon Weiß, unterstützt von einem verstärkten Chor, die vorgeschriebenen Gebete in feierlicher Form zum Vortrag brachte. Nach der Trauung fand eine Gratulation im Hotel de France statt, bei welcher das neuvermählte Paar sowie die Eltern der Braut Gegenstand vieler Ehrungen waren. Dr. Josef Krenberger, der einzige Sohn des Direktors der Jüdischen Taubstummenanstalt Dr. S. Krenberger, eines um das Judenrum sehr verdienstvollen Mannes, ist vor kurzem in einem Grazer Sanatorium im Alter von 34 Jahren einer Kopfgrippe erlegen. Der leider so früh Verstorbene war ein in weiten Kreisen bekannter und geschätzter Arzt, dessen menschlich und beruflich hervorragende Eigenschaften ihm eine ausgedehnte Praxis verschafften. Dr. Josef Krenberger iWar nicht nur selbst ein begeisterter Vertreter der jüdischen Ideale, sondern er wußte vor allem die Herzen der jüdischen Jugend für diese zu begeistern. Als ein Vorkämpfer der jüdischen Körpersportbewegung war er ein führendes Mitglied der Wiener H a k o a h, die in ihm einen unermüdlich tätigen Mitarbeiter verliert. Alle aber, die das Glück hatten, den stets hilfsbereiten und liebenswürdigen jungen Arzt zu kennen, werden mit tiefer Wehmut daran denken, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, diesen prachtvollen Menschen in der Blüte seiner Jahre mitten aus einem dem Wohle der Allgemeinheit gewidmeten Leben herauszureißen. Das Mitgefühl aber wendet sich vor allem den trauernden Eltern zu, die einen hoffnungsvollen Sohn in so jungen Jahren verlieren mußten, sowie der Witwe des Verstorbenen, die dieser mit einem in zartem Alter stehenden Kinde zurückgelassen hat. Das Leichenbegängnis des Verstorbenen fand.Sonntag, den 30. August, auf dem neuen jüdischen Friedhof statt. Die Beteiligung an demselben war eine so außerordentliche, daß man, da die Zeremonienhalle die. zahlreichen Trauergäste nicht fasjsen konnte, die Trauerfeiet im Freien abhalten mußte. Fast alle Wiener jüdischen Sportvereine hatten ihre Vertreter entsendet, zahlreiche humanitäre Vereine waren durch Delegierte vertreten. Für die Wiener israelitische Kultusgemeinde waren die Herren Kammerzialrät Bernhard Buchw_alji und der erste Sekretär Dr. Emil Adler erschienen, für den Bethausvorstand die Herren Bezirksrat Julius Berger, Siegmund Ernst und Franz Denes. Ferner waren anwesend: Das Kuratorium des Taubstummeninstitutes mit Präsidenten Dr. Weiß an der Spitze,, der gesamte Vorstand des Tempelvereines Hietzing unter Führung des Vorstehers Hermann Kuner, für den Verein „Einheit" die Herren M. Felsenburg, A. Fischer und Max Hofbauer, für den „Verein der Tempelfreunde" Herr Vizepräsident Oskar T o n e 11 o, eine große Abordnung der jüdisch-akademischen Verbindung „Kadima", deren A. H. der Verstorbene war, mit den Herren Dr. I. Schalit und Ing. Buxbaum an der Spitze, und eine zahlreiche Delegation des jüdischen Sportklubs „H a k o a h" unter Führung des Vizepräsidenten Dr. Eugen Felix. Sodann waren .zu sehen: Für den Tempeiverein „Aeschel Awrohom" Architekt Reiser, für den Tempelverein Josefstadt Herr Ludwig Med a k, für den Tempelverein Landstraße Herr U n g e r. Herr Rabbiner Dr. Bauer, Chefredakteur Ludwig Hirschfeld u. v. a. Herr Rabbiner Dr. T a g 1 i c h t hielt eine tief empfundene Trauerrejde, in welcher er den tragischen Heimgang des edlen, im besten Mannesalter stehenden Arztes und Menschenfreundes beklagte. Kein Auge blieb tränenleer, als er in seiner Rede den alten Vater mit Hiob verglich, den seine Freunde ob des Verlustes seiner Söhne trösten wollten, aber vor lauter Schmerz kein Wort des Trostes fanden. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Stern aus Hietzing. Nachdem noch Ing. Buxbaum im Namen der „Kadima" und Dr. Eugen Felix für die „Hakoah" dem verstorbenen Kameraden vom Herzen kommende Nachrufe gehalten hatten, nahm die tief erschütterte Trauergemeinde schmerzerfüllt Abschied von der irdischen Hülle dieses aufrechten Juden und guten Menschen. Richtigstellung. In dem Artikel „Die andere Seite" (Nr. 34, Seite 3) von Dr. Rudolf Schwarz-Hiller sind leider sinn- .störende Druckfehler unterlaufen, die im nachstehenden richtiggestellt werden: In Spalte 1, 2. Zeile von unten statt „innerhalb Wiens" „außerhalb Wiens"; in Spalte 2, 12. Zeile von oben statt „Schaltens" „Gestattens", statt „Verschaltem" „Vorbehalten"; in Spalte 2, 22. Zeile von oben statt „Menschlichkeit" „Gemütlichkeit"; in Spalte 2, 18. Zeile von unten statt „unehelich" „unehrlich", und in Spalte 2, 5. Zeile von unten statt „Revolution" „Restauration". Ein ElendsfalL Zu dieser Notiz in unserer letzten Nummer erhalten wir folgende Zuschrift, für deren Inhalt der Einsender die Verantwortung übernimmt: Oskar Singer, IL, Ferdinandstraße 17/11, hat in der vorigen Nummer dieses Blattes einen Aufruf veröffentlicht. Ich erkläre ausdrücklich, daß weder meine Mutter, noch meine Schwester, noch ich, daß also keiner von uns die Veröffentlichung dieses unwahren Aufrufes verlangt hat. Oskar Singer hat gegen unseren Willen diesen unrichtigen Aufruf veröffentlicht. Wir haben von Oskar Singer bisher nichts erhalten und verzichten auf seine Hilfe. Julius Muschel, Volksschullehrer, IL, Gr. Sperlgasse 41/8. Junger, musika- KANTOR mit lvr'scn weicher ■ lisch gebildeter I V/n Baritonstimme und 5. »pÄ Mussaf-Vorbeter : Nimmt auch jährliche Anstellung an. — Zuschriften er- S beten an Max Buer, Wien IV., Blechturmgasse Nr. 22/24. ■!■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■»* Vorbeier mit angenehmem Organ, mit sämtlichen Funktionen j >• (Schacharis, Mussaf, Bal-Koreh, Bal-Tokea) bestens! > vertraut, empfiehlt sich für die hohen Feiertage für ] [ Wien oder Provinz. J j Zuschriften an Adolf Landau, VIII., Stolzenthalerg. lt J [ IMMMMIMMMNIOMMMMMMMMIK»

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