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Die Wahrheit · 1925-08-17 · Heft 32-33 (17.8.1925) · page 31

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 32-33 (17.8.1925)
Date
1925-08-17
Page
– (sequence 31)
Language
German
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Nr. 32/33 DIE WAHRHEIT Seite 27 worden sind und zu deren Jubelfeste ich ihr und ihrer tüchtigen Schriftleitung herzlichst gratuliere, soll es sein, dieses Thema zur Diskussion gestellt zu haben. Wenn ich mir nun noch zum Schlüsse gestatten darf, die Frage aufzuwerfen, wie soll eigentlich dieser jüdische Stil für die von mir abgesteckten Gebiete aussehen, dann würde ich folgendes vorschlagen: er wird aus den in Palästina ausgegrabenen jüdischen Denkmälern und den zahlreichen akkadischen, phönizischen und aramäischen Denkmälern, die ganz gewiß einst auch das jüdische Kunstbild beeinflußt haben werden, einen Kunststil konstruieren müssen, in dem selbstredend die Fortschritte der Technik, das vorhandene Material, die Umgebung wird berücksichtigt werden müssen, weil wir ja sonst wieder eine Kontorsion der Kunst, nicht aber wahre, edle, begeisternde Kunst schaffen werden. Die Arbeit wird nicht leicht sein, aber sie wird gewiß dazu beitragen, die jüdische Kunst, das jüdische Kunstempfinden zu fördern. Sie wird aber auch bewirken, die Vorurteile vom mangelnden Kunstsinn der Juden zu zerstreuen. In allererster Reihe aber sollten die Gemeinden bei Vergebung kultischer Werke darauf bedacht sein, Gutachten und Entwürfe von ihren Rabbinern und dann von Künstlern - denn die Vorsteher verstehen in der Regel von diesen Dingen recht wenig — einzuholen, um den jüdischen Stil zu wahren. Die Gemeinden werden sich dadurch unvergängliche Verdienste um die Förderung der jüdischen Kunst, ja der Kunst überhaupt, erwerben. Abel Pann und sein Werk. Aus einem Gespräch mit dem Künstler. Von Erich Hirschfeld. In der Sezession sind derzeit die Werke eines bedeutenden jüdischen Künstlers zu sehen, eines Malers, dessen wahrhaft erschütternde Darstellungskraft mit geradezu elementarer Gewalt in seinen Werken zum Ausdruck kommt. Dennoch aber äußert sich die ganze Kraft seines künstlerischen Wollens, und das gerade ist das meisterhafte in seinem Schaffen, nicht ungezügelt und ohne Form, sondern alle seine Darstellungen sind von Stil und Kultur durchdrungen. Drei Wurzeln sind es, welchen das künstlerische Schaffen Abel Panns aus Jerusalem entspringt: Tiefes religiöses Empfinden, vollkommene Hingabe an das von ihm Abel Pann: Datham und Abiram. heißgeliebte jüdische Volk und Begeisterung für das Land, in welchem die Geschöpfe seiner Kunst einst gelebt und gewirkt haben. Diese drei Wurzeln seiner Kunst machen Abel Pann zum berufendsten Maler der Bibef und des Judentums. Der Boden, auf welchem er steht, ist der Boden der Bibel, der :1 Abel Pann: Milchträger vor Jerusalem. Himmel, zu dem er emporblickt, ist derselbe zu welchem einst die Erzväter emporgeschaut haben. Farbenfreude und Schwermut, das Streben nach Wiedergabe des Großen und Erhabenen, verbunden mit dem Eingehen auf jedes scheinbar noch so geringe Detail machen Abel Pann zu einem Expressionisten, in de_s Wortes bester" Bedeutung. Das heißt zu einem Künstler, der die Schwingungen seiner Seele in einer so vollkommenen VVeis^ in seinen Werken zum Ausdrucke zu bringen vermag, daß sie in dem Beschauer inneren Widerhall Abel Pann: Jemenitisches Mädchen.

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