Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 26 (3.7.1925)
- Date
- 1925-07-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 DIE WAHRHEIT Seite 11 Theater, Kunst u. Literatur g Von Woche zu Woche O. Be. Gawronsky: Ozar Laschon Hamikrah, biblisches und talmudisches Lexikon, herausgegeben von Dr. Chajim Tschernowitz Berlin-Charlottenburg 1925. Verlagsbuchhandlung „Kedem". Dieses Werk, an dem der Verfasser viele Jahre gearbeitet hat, ist für die hebräische Sprachforschung von höchster Wichtigkeit und als Lehrbuch und Nachschlagswerk ungemein wertvoll. Es bietet einen neuen Beweis für die Liebe zur jüdischen Wissenschaft bei den russischen Juden. Die Vorsehung wollte es, daß der Verfasser das Erscheinen seines Werkes nicht erlebte. Er starb vor dem Kriege, und seine Witwe, Frau Libe Mirjam Gawronsky, derzeit in Paris, sorgte in pietätvoller Weise dafür, daß das Buch gedruckt werden soll. Dr. Chajim Tschernowitz, der bekannte jüdische Gelehrte, hat die hinterlassenen Manuskripte gesichtet und zum Druck geleitet Das Werk, auf das man mit Recht das Wort „Blättere darin, blättere darin, denn alles ist darin" anwenden kanny' soll in keinem jüdischen Hause, wo man für die hebräische Sprache Interesse hat, fehlen. Gawronsky hat einen Reichtum zurückgelassen, der unvergänglich sein wird. Sein Andenken möge gesegnet sein. Dem rührigen Verlage „Kedem" darf besondere Anerkennung dafür ausgesprochen werden, daß die Ausgabe mit so viel Geschmack im Druck und in der Ausstattung besorgt worden ist. Chajim Ploch. Der kleine Brockhaus. Die uns vorliegende erste Lieferung umfaßt mit den Stichwörtern A—Bolschewismus eine überreiche Fülle von Stichwörtern aller Art und ist geschmückt mit vielen wertvollen und lehrreichen! Bildertafeln und Karten, in und außer dem Text; auch prächtige bunte Bilder sind dabei. Außerdem enthalten die 80 Seiten der ersten Lieferung nicht weniger als 443 klar ausgeführte Textabbildungen. Besonders aufmerksam machen möchten wir auf die Diagramme, die wirtschaftliche Verhältnisse darstellen, z. B. die Arbeitslosigkeit und Auswanderung mit dem stürmischen Auf und Ab ihrer Linien. Die Lieferung kostet nur Mk. 1.90 und ungefähr alle 14 Tage soll eine neue Lieferung erscheinen bis zur zehnten, mit der das Werk abschließt. Wir möchten nicht verfehlen, unsere Leser sowohl auf den billigen Subskriptionspreis, der baldige Bestellung nahelegt, als auch auf das auf dem Umschlag der ersten Lieferung enthaltene verlockende Preisausschreiben aufmerksam zu machen. Martin Buber: „Das verborgene Licht." (Literarische Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt a. M. Geh. 3 Mk., geb. 5 Mk.) Buber ist der Künder des Chassidismus in der nichtchassidischen, besonders in der nichtjüdischen Welt. Die Zahl der Bücher, die Buber über diese Lehre von der Heiligung alles Menschlichen veröffentlicht hat, ist sehr groß; mit dem vorliegenden Buche schließt er nunmehr diese Reihe seiner Werke ab. Es enthält wieder viele legendäre Anekdoten und geistvolle Geschichten und bringt uns so dem Chassidismus — diese letzte große religiöse Bewegung Osteuropas — und ihrem ostjüdischen Förderer näher. —f—n. „Menorah", illustrierte Monatsschrift für die jüdische Familie, Wien I., Zelinkagasse 13. (Preis des Jahresabonnements: 20 Schilling.) Das soeben erschienene Juniheft dieser vorzüglich geleiteten Zeitschrift bringt einen Aufsatz des bekannten Kunstkritikers Universitätsprofessor Max Eisler „Rembrandts Bibelradierungen" mit zahlreichen Reproduktionen. Aus dem1 reichhaltigen weiteren Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Dr. Marcus Kohn: Von der Waisenfürsorge des altjüdischen Staates; Oskar Naumann: Zion; Der Maler Mane Katz (illustriert); J. P: Schapira; Chassidische Fragmente; Zwei Gedichte des Jehuda Halevi; Oskar Neumann; Mirjam (illustriert) Alexander Ebeneser: Die Stadt .am Berge (illustriert); Wilhelm Löwinger: Der Anteil der Juden an den Naturwissenschaften. Außerdem die gewohnten Rubriken Frauenwelt, Schach und „Für unsere Kleinen". foottos I-ROTGASSE-1 Antropologische Entdeckungen in, Palästina. Die „Times" melden aus Jerusalem, daß bei Ausgrabungen, die von Studenten der britischen archäologischenjSchulg in Palästina vorgenommen wurden, in der Gegend yon Tabaha, nördlich vom See Tiberias, eine Grotte entdeckt wurde, in der eine größere Anzahl von Waffen und Geräten aus der Steinzeit gefunden wurde. In dieser Grotte wurde auch der vordere Teil des Schädels eines Urmenschen entdeckt, welcher durch die außerordentliche Entwicklung des oberen Bogens, der Augentiöhie, die zurückweichende Stirn und die Dicke des* Knochens in mancher Hinsicht Übereinstimmung mit dem Typus des Neandertalers aufweist. Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk. Am Samstag, den 27. Juni erhielten die Pfleglinge dieses Vereines — 100 Kinder und 40 alte Leute — ein reichliches Mittagessen, welches auf Kosten des Förderers der jüdischen Wohlfahrtsvereine dieser Bezirke, Herrn Jakob H o 1 z e r, aus Anlaß der Vermählung seiner einzigen Tochter verabreicht wurde. Nebst dem Gastgeber waren dessen Bruder und Schwiegersohn, beide aus Leipzig, und sein Schwager, Herr Josef Hirsch, aus Amerika, anwesend. Seitens der Vereinsleitung waren anwesend: Der Präsident Herr Dir. Jennö Kahane, dessen Stellvertreter Herren Josef S a 1 om o n und Samuel F i s c h er, der Obmann der Ausspeisungssektion Herr Emanuel D o n a t, die Vorstandsdamen U n gv a r y und Wegler und das Ehepaar K1 a w i e r. Herr Donat hielt eine schöne Ansprache, welche einen nachhaltigen Eindruck hervorrief. Die Angehörigen der Familie Holzer widmeten dem Vereinszwecke viele Millionen. Möge diese Hilfsbereitschaft viele Nachahmer finden und möge es der Jungvermählten, welche Jahre hindurch ihre hervorragende Gesangskunst selbstlos in den Dienst der Wohltätigkeit stellte, an der Seite ihres Gatten in ihrer neuen Heimatsstadt Leipzig Wohlergehen. S. K. Schlußprüfung. Sonntag, den 21. Juni, fand die Schlußprüfung der Schüler und Schülerinnen der Sprach- und Bibelschule des Tempelvereines „Aeschel Awrohom", II., Pazmanitengasse 6, statt. Anwesend waren: Der Leiter der Schule Herr Rabb. Dr. S. Funk, die Herren des Präsidiums des Tempel verein es mit Herrn Obmannstellvertreter S. Adler. Dieser eröffnete als Obmann der Bibelschule die Prüfung durch eine feierliche Begrüßungsansprache, in welcher er unter anderem hervorhob, daß es die 6. Jahresprüfung sei, die an dieser von ihm begründeten Bibelschule stattfinde. Er richtete die Aufforderung und Ermahnung an die Schuljugend, die Lehren und Satzungen der jüdischen Religion, welche den Kindern in der Schule eingeprägt werden, daheim im elterlichen wie im Gotteshause zu beherzigen, die Ausübung der religiösen Gebote fleißig zu betätigen und sich stets vor Augen zu halten, daß der Unterricht nicht nur für die Schule sondern auch für das Leben Wert und Bedeutung behalten solle. Dazu müßten in erster Linie die Eltern das Ihrige beitragen, indem sie mit der Schule Hand in Hand gehen, die Kinder zur Frömmigkeit erziehen und auf diese Weise das Werk der Lehrer fördern. Der große Lehrsaal war von den Zöglingen der Bibelschule dicht besetzt. S. Ehrw. Rabb. Dr. Funk nahm die Prüfung vor. Die Leistungen sämtlicher Klassen in den einzelnen Gegenstände, wie Lesen im Gebetbuche, Uebersetzen, Erklärungen der Religionsgebräuche, Liturgie, Grammatik, Kenntnis der Segenssprüche, Lesen und Uebersetzen aus der Bibel waren durchwegs zufriedenstellend und bei einzelnen Schülern und Schülerinnen über Erwarten hervorragend. In diesem Sinne sprach auch Herr Rabb. Dr. Funk anerkennende Dankesworte den Herren O. L.. Oesterreicher und Dir. Baumgarten aus. Mit einer an den Vorstand gerichteten Ermahnung, auch fernerhin an dieser Stätte für die heilige jüdische Sache mit vollem Eifer zu wirken, beschloß Sr. Ehrw. Herr Rabb. Dr. Funk die Prüfung. Schlußprüfungsfeier. Sonntag, den 14. Juni fand im Tempelgebäude des Döblinger Tempelvereines die Schlußprüfungsfeier der Schüler und Schülerinnen der Bibelschule des 19. Bezirkes statt Sr. Ehrw. Rabb. Dr. Arnold Frankfurter begrüßte im Namen des Komitees zur Erhaltung der Bibelschule die erschienenen Gäste, unter denen unter anderen zu bemerken waren: Sr. Ehrw. Rabb. Dr. Feuchtwang, der —^—tt-titi 11" ü