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Die Wahrheit · 1925-05-22 · Heft 20 (22.5.1925) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 20 (22.5.1925)
Date
1925-05-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 20 Seite 3 klagen und sicher sein, daß er wegen Ehrenbeleidigung oder gar Verleumdung empfindlich bestraft wird, wenn er nicht den juristisch zwingenden Beweis für. seine Beschuldigung zu erbringen vermag. Kein Richter in der Welt wird mir dem Beweis der Un-* richtigkeit auferlegen. Das wäre der Fall, weil ich ein Einzelmensch bin. Da aber die Protokollhelden die ganze jüdische Gemeinschaft der scheußlichsten Verbrechen beschuldigen, so kann sie keiner anklagen und sie stellen sich, als ob sie ein Recht hätten, von uns Juden den Beweis des Gegenteils zu verlangen^ Die Sache ist eben die : ich habe den juristisch zwingenden Beweis erbracht, daß die Protokolle eine Fälschung sind. Ob das richtig ist, mögen die berufenen Juristen, das heißt, die Richter entscheiden. Ich habe den Herren auch Gelegenheit genug gegeben, diese Entscheidung anzurufen. Ich habe die Hersteller und Verbreiter der Protokolle eine internationale Bande von Dieben und Fälschern und deren Helfershelfer genannt und es bedauert, daß ich mich mit solchem Pack herumschlagen mußte. Ich habe die_Verfechter der Protokolle Verbrecher genannt. Dem Herrn zur Beck, der ein ehemaliger Hauptmann ist und lange Jahre den Rock des Kaisers getragen hat, habe ich eine ganze Reihe bewußter Fälschungen nachgewiesen, dem General Ludendorff sagte ich, seine Behauptungen seien kindisch-greisenhaftes Gefasel und sträfliche Verleumdung. Warum lassen denn die Herren dies alles ungestraft auf sich sitzen? Warum verklagen sie mich denn nicht wegen Beleidigung ihrer Ehre? Vielleicht hätte das Gericht dann die Gelegenheit zu entscheiden, ob meine Beweise für die Unechtheit der Protokolle juristisch zwingend sind oder nicht. Aber alle die Herren gehören zu den Glücklichen, die befragt, wie es ihnen gehe, zu antworten pflegen: „Danke, ich kann nicht klagen----" Zum Schlüsse noch eine kleine Bemerkung. Der Artikelschreiber vermutet, daß bei der Abfassung meines Buches „sehr bedeutende Geldmittel zur Verfügung standen". Bei diesen Herren spielen die „bedeutenden Geldmittel" immer die erste Rolle. In Wahrheit hätte das Buch schon im Herbst 1922 erscheinen sollen, konnte aber wegen GeldmangelserstzweiJahrespäterherauskommen. Es ist leider auch nicht wahr, daß die „jüdische Presse" sich um die Verbreitung des Buches eifrig bemüht. Im Gegenteil, das Buch wird, wie alle anderen jüdischen Abwehrschriiten, von den großen Blättern, die man gewöhnlich zu der „jüdischen Presse" zählt, fast gar nicht besprochen. Darum aber bleibt die ganze Literatur in nichtjüdischen Kreisen ganz unbekannt und die antisemitischen Lügner können ungehindert ihr Wesen treiben. Internationaler Nationalismus. In München hat dieser Tage eine zwischenstaatliche Konferenz der Nationalsozialisten stattgefunden, an der nebst Hitler auch zwei österreichische und zwei tschechoslowakische Vertreter teilgenommen haben und welche die Schaffung einer zwischenstaatlichen Neuorganisierung aller Nationalsozialisten beschlossen hat. Die Gründung einer völkischenlnternationale steht unmittelbar bevor. Endlich haben sich die Nationalisten, an ihrer Spitze die als Bekämpfer jedes internationalen Gedankens bekannten Münchener Hakenkreuzler, zum Internationalismus bekannt, allerdings zu einem sehr traurigen Internationalismus, dem Internationalismus des Judenhasses. Es ist ein Internationalismus des geistigen und kulturellen Rückschrittes, der Rückkehr in das finstere Mittelalter, der Unduldsamkeit und der und hält sich an den Stoff. „Mit einer Beschränktheit ohnegleichen sucht er in allen menschlichen Gebilden nur den Blutanteil." Wenn Sp. das reine, auf sich selbst gestellte Denken als weltfremd für wertlos erklärt, betont M. hingegen den ungeheuren Lebenswert des Geistes. „Auch Sonne und Polarstrn sind nicht von dieser Erde, aber gerade deshalb vermag der Schiffer nach ihnen zu steuern." C. Neurath, An ti-Spengler. D. W. Calhvey, München, 1921. „Viele fühlen sich durch Sp. befreit. Wir wollen von Sp. befreiem. von jener Art Geist, die lockend und vergewaltigend Klarheit des Urteils und Schärfe des Schließens vernichtet, Fühlen und Schauen verzerrt." Sp.'s Bau, „brüchig und wankend", wo wir ihn anrühren, bietet mitunter „fast den Eindruck absichtlicher Verworrenheit". „Das maßlose Uebertreiben, das vielen wirksamen Autoren, wie Langbehn, Chambcrlain, Weininger eignet, ist auch für Sp. charakteristisch." „Schwere Aufgaben nimmt Sp. in Angriff. Wer wollte ihre Bedeutung leugnen? Die Lösungsversuche aber sind ungenügend." „Viele Aussagen Sp.'s machen den Eindruck einer Erkenntnis, ohne wirklich eine solche zu sein." „Sp. legt Zeugnis dafür ab, daß Sp. der Intuition teilhaftig ist." Schon aus diesen kurzen Zitaten sieht man, welche strikte Ablehnung Sp. hier erfährt. Im Dienste der Abwehr judenfeindlicher Angriffe und Verleumdungen stehen wieder ein paar sachlich und wirksam geschriebene Broschüren des Philo-Verlages: S. B e r n f e 1 d, Jüdische Geschäftsmoral; J. B e r nf e 1 d,. Das Zinsverbot bei den Juden; derselbe. Eid und Gelübde nach Talmud und Schulchan Aruch: und E. M u n k. Gefälschte Talmud-Zitate. Die ersteren sind kurze Auszüge aus den „Lehren des Judentums" (s. oben), die letzte eine Abfertigung von gefälschten Talmud-Zitaten in einer lettischen Zeitung. H. V o g e 1 s t c i n. „Um Wahrheit, Recht und Frieden", steht ganz auf dem Boden des jüdischen Deutschtums und erblickt in dem Kampfe gegen den Judenhaß sowohl einen Kampf für das Judentum als auch für das Deutschtum. Er sieht dem Triumph über die Lüge zuversichtlich entgegen-. Das Referat „Die Zukunft der Juden" von Eng. Fuchs reißt in schlagfertiger Beweisführung dem verkappten Antisemitismus eines Sombart die Maske ab. Dimitri Bulas c h o w's ..Bolschewismus und Judentum" ist eine von gründlicher Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse und Publikationen zeugende Behandlung dieser für die jüdische Apologetik ganz hervorragend wichtigen Frage. Das antisemitische Schlagwort „Juden - Bolschewiken". „Bolschewiken- - Juden" wi:d an der Hand eines ersdiömendeu Tatsachenmaterials als krasse Verleumdung erwiesen, vor allem auen auf ein Weißbuch der englischen Regierung hingewiesen, das sich bewußt in einem Berichte über die angebliche Beteiligung von Juden an der Ermordung Nikolaus II. derselben Unwahrhaftigkeit schuldig macht. „Eine Auseinandersetzung mit dem kulturellen Antisemitismus" nennt sieh „Das zersetzende Judentum" von E. Nöltig (Berlin, 1924, C. A. Schwetschke v. Sohn), der mit Sombart, B 1 ü h c r, Spengler gründlich abrechnet. Die Knlttirgcmeinschaft zwischen Deutschen und .luden ist schon durch die genieinsame Grundlage, die Bibel, gegeben. „Es gilt nur, zu verhüten, daß ein kurzstirniger Wahn in unseliger Verblendung die alte Verbindung abreißt, was für beide Teile gleich schweres Verhängnis bedeutet." F. Goldmann, Das Wesen des Antisemitismus. Philo-Verlag, Berlin 1924, 2. Auflage. Das Buch behandelt zunächst die psychologischen Ursachen des Antisemitismus, wob-i

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