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Die Wahrheit · 1925-05-15 · Heft 19 (15.5.1925) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 19 (15.5.1925)
Date
1925-05-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 19 Dffi WAHRHEIT Seile 11 Größe gestarben." Es lohnt sich nicht, über dieses Gesudel weiter ein Wort zu verlieren. Wir wollen nur feststellen, daß der deutsche Sinn der hebräischen Inschrift auf dem fraglichen Denkmal folgender ist: „Seine Seele sei eingebettet indasewige Leben", und daß dieser Text sich in seiner Formulierung an den Bibelvers 1. Sam. 25,29 anlehnt. Dieser Text, der auf fast sämtlichen jüdischen Grabdenkmälern zu finden ist, entspricht vollkommen dem auf christlichen Grabdenkmälern zu findenden R. I. P. (Requiescat in pace!) Auch in Jugoslawien. Man scheint in Jugoslawien, wo man noch immer nicht von der Höhe des Antisemitismus herab jedweden Fortschritt einschätzt, sich zu beeilen, sich hakenkreuzlerische Ideale in modifizierter Form zu eigen zu machen. Eine dies dokumetierende Zeitungsnotiz lautet: „Die Mitglieder der Orjuna und der Hanao in Agram veranstalteten Sonntag eine Protestversammlung, in welcher den jugoslawischen Juden vorgeworfen wird, daß sie sich als selbständiges Volk betrachten und nach Palästina gravitieren In der Resolution wird die Teilnahme des Universitätssenates an der Feier der Eröffnung der Jerusalemer Universität, sowie die Geldspende der Zagreber israelitischen Kultusgemeinde verurteilt. Die Studenten zogen nach der Versammlung korporativ durch die Kukoviceva ulica über den Zrinjevac vor das Kaffeehaus „Zagreb", wo sie gegen die jüdischen Gäste demonstrierten.*' Wir finden, daß Sympathiekundgebungen seitens jugoslawischer Juden anläßlich der Eröffnung der Jerusalemer Universität nicht staatsgefährlicher sind, als eine jugoslawische Universitätsfeier, bei der Studenten von unverfälschter slawischer Rasse beteiligt sind. Was sagen die Völkischen dazu? Paul von Hindenburgs Mutter war eine Bürgerliche und hieß Louise Schwickert. Ein Großonkel Hindenburgs hieß Cohen von Baren, war Medizinalrat in Breslau und getaufter Jude; das ist bei den Völkischen ein sehr „großes Unglück", denn sie lassen bekanntlich .keinen Judenstämmling in ihren Reihen. Was werden nun die Herren Rassenschnüffler mit Paul Hindenburg, der unzweifeliiaft jüdisches Blut in seinen Adern hat, beginnen? Werden die Herren Erich Ludendorff, Adolf Hitler, und nicht zu vergessen Herr Pfarrer Traub, der selbst eine Jüdin zur Frau hat, das so stillschweigend dulden? Der Numerus clausus der Leichen. Die rumänische Regierung hat vor den Angriffen der antisemitischen Presse und der ihr gesinnungsverwandten Studenten die Waffen gestreckt. Der rumänische Senat nahm ein Gesetz an, wonach den jüdischen Studenten der Medizin die Sektion von Leichen nichtjüdischer Toter nicht gestattet werden sollte, falls die jüdischen Vereine, die jeden toten Juden den religiösen Vorschriften entsprechend begruben, gleichgültig, ob er ohne Verwandte zu hinterlassen gestorben ist oder ob ihn der Tod in öffentlichen Krankenhäusern ereilte, ihre Tätigkeit nicht einschränkten. Freundliche Begrüßung des Zioiristenkongresses. In der Nummer vom 9. Mai schreibt die „Deutsche Arbeiter-Presse" in großen Lettern: „Die christlichsozial-großdeutsche Regierung ist scheinbar von allen guten Geistern verlassen! Sie erlaubt, daß 36.000 Saujuden neuerlich am 18. August aus aller Herren Länder nach Wien kommen und hier einen Zionistenkongreß abhalten. — Was sagt das deutsche Wien, was sagen die völkischen wehrhaften Verbände dazu? Das entspricht ganz der vornehmen Denkungsart dieses Blattes und ist ein Zeichen besonders guter Erziehung und edler Gesinnung. Doch nicht allein in Wien, auch in Salzburg werden anläßlich des Zionistenkongresses freundliche Stimmen laut, besonders im „Salzburger Volksblatt", das von „gigantischen Entlausungsapparaten" spricht, die nach dem Kongresse die Desinfizierung der Wiener Hotels besorgen werdea Wir halten die „Desinfizierung" der Gehirne von antisemitischen Schlagworten für viel wichtiger. Uebrigens kann der Herausgeber des „Salzburger Volksblattes" auch anders, z. B. schöne Berichte an die „Neue Freie Presse" einsenden, die natürlich durchaus nicht antisemitisch gehalten sind, oder Geld von Juden für Annoncen nehmen, auch wenn dieses nicht „desinfiziert" ist. Jüdische Senatoren in Frankreich. Mit der Wahl des H. L. L. Klotz zum französischen Senator hat — wie das „Archives Isrealites" meldet-die Zahl der jüdischen Senatoren sechs erreicht, welche Zahl die höchste ist, die jemals von Juden erreicht wurde. Die Namen der im Palais Luxemburg versammelten jüdischen Senatoren lauten: E. Cremieux, Raphael Georges Levy, Lisbonne, Lazare, Weiller und Klotz. SonOersRngebot I Warenhauses* | Brüder Schiffmann i±j*lu» Ii., Taborstraße 48 ™l™z* Unerreicht billige Kaufgelegenlteif! Nachstehend einige Beispiele: Waachararen Blaudruck..........per Meter K 9.840 Cottoa de Lene......., . . 12.900 Wasen-Kreton........„ , . I2.30O Jackenfutter.........„ , „ 2I.OOO Etamine, 115 cm breit....., , . 12.000 Etamine, in allen Farben „ , 7.000 SCldCD-aofll,I40cmbr.,alleFarb. . , l 33.000 OamenwfiiclM Garnituren, Hemd und Hose......K 39.000 Garnituren, Handajour gest.......„ 78.000 Damenhemden . 28.000,25.000, 19.000 Damengarnituren (Hemd, Hose u. Nacfath.) 90.000 Miederleibchen............. 9.000 Seidenjumper ...... 125.000, 75400 , 99.000 Schafwolljacken-............90.000 Leinenwareai!a PC Meter 11.000. 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