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Die Wahrheit · 1925-05-15 · Heft 19 (15.5.1925) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 19 (15.5.1925)
Date
1925-05-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr. 19 Eine Mendelssohnausäteilung in Dessau. Die Nationalbibliothek des Herzogtums Anhalt hat eine Moses Mendelssohn gewidmete Ausstellung eröffnet, welche in drei Abteilungen zerfällt. Die erste enthält deutsche und hebräische Druckwerke und Manuskripte des berühmten Philosophen, die zweite hervorragende Werke seiner Zeitgenossen, sofern sie sich auf ihn beziehen, während in der dritten Abteilung Bilder und Stiche ausgestellt sind. Maimonides-Institut, Wien HL, Hetzgasse 40. Die regelmäßigen Vorträge finden im Sommersemester folgendermaßen statt: Jeden Samstag, 4—5 Uhr, Rabbiner Dr. A. Kaminka, Sprüche der Väter; 5—6 Uhr, Rechtsanwalt Dr. N. Goldstein, Erläuterungen des Traktates Baba Kama. — Jeden Montag, 6— 7 Uhr, Rabbiner Dr. A. Kaminka, die Trostreden Jesajas; 7— 8 Uhr, Maimonides, More Nebuchim. — Jeden Mittwoch, 6—7 Uhr, Rabbiner Dr. A. Kaminka, Talmudische Agada; More Nebuchim 7—8 Uhr. Aus der sprachlich-theologischen Lehranstalt. Bei der am 29. April stattgefundenen Generalversammlung der „Theologia" des Vereines der Hörer an der theologischen Lehranstalt wurde Herr Li 1 ienfe 1 d zum Präsidenten, Herr Murmelstein zum Vizepräsidenten, die Herren Rappaport und Chameides zu Schriftführern und Herr Sczebzenik Kassier gewählt. Verein der Kinderfreunde zur Bekleidung armer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk in Wien. Dieser Verein, der älteste im 16. und 17. Bezirke, veranstaltete im Vormonate seine 40. ordentliche Generalversammlung. Der äußerst zahlreiche Besuch der Mitglieder und der Vertreter aller verwandten Bezirksvereine gab Zeugnis von der Volkstümlichkeit des Vereines. Der Vorsitzende, Herr Rudolf Urbach, gab ein anschauliches Bild von der Tätigkeit der Kinderfreunde und berichtete, daß gegen 200 Kinder reichlich bekleidet wurden. Der Obmann der Bezirkskommission, Herr Sitzmann, und der Vertreter des Ausspeisungsvereines, Herr Donath, rühmten die glänzenden Leistungen des Vorstandes, in dessen Namen Herr Oberveterinärrat Dr. Rosenzweig herzlichst dankte. Frau Regina Pattner wurde in Würdigung ihrer großen Verdienste einstimmig zum Ehrenmitgliede ernannt. Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: Obmann Herr Rudolf Urbach; dessen Stellvertreter Herr G. Drab; Schriftführer Herr Sigm. Schlesinger; dessen Stellvertreter Frau Rosa Brecher; Kassier Herr Max Werter; Ausschußmitglieder die Herren: G. Brecher, J. Holzer, S. Klawir, J. Leib, O. Pojer, L. Reiß, L. Rosenfeld, Dr. Rosenzweig, H. Schiller, G. Stiasny und J. Treu; Revisoren die Herren: Em. Donath und Leopold Weiß. Der Vorstand, welcher es erreicht hat, daß in seinem Wirkungskreise kein jüdisches Schulkind zufolge Mangel an Bekleidung und Schuhen dem Unterrichte fernbleiben muß, bittet um rege Unterstützung seiner humanitären Bestrebungen und um Förderung seiner vielfach belobten intensiven Tätigkeit aui dem Gebiete der Jugendfürsorge. S. S. Generalversammlung. Dienstag, den 28. April, hat die Generalversammlung des Fürsorgevereines „AUXILIA", früher „Wiener Brockensammlung für jüdische Arme" (VIL, Neubaugasse 49), stattgefunden. Mit Befriedigung konnte der Obmann auf die Tätigkeit des Vereines hinweisen, dessen Ausgabeetat gegenüber dem Vorjahre ein Plus von K 1,500.000 aufweist, welche in Form von Barunterstützimgen an Petenten verabfolgt wurden, wie auch auf die Verabreichung von Gebrauchsgegenständen, die den Aermsten der Armen zugute kamen. Besonders erwähnenswert ist die im Winter durchgeführte Kohlenaktion, um deren Durchführung Herr Sigmund Barber, I., Universitätsstraße 4, sich große Verdienste erworben hat. Dank der Hilfsbereitschaft mehrerer Kohlenhändler, an die wir uns wandten^ konnte dieser so wichtige Gebrauchsartikel im Werte von zirka K 5,000.000 zur unentgeltlichen Verteilung gelangen^ Getreu unserem Prinzipe, rasche Hilfe zu leisten und keinen Bittsteller leer ausgehen zu lassen, konnten wir in das Geschäftsjahr 1925 bloß einen Saldo von K 2,109.503 vortragen, doch hoffen wir, daß unsere Freunde und Gönner uns auch weiter in unseren humanitären Bestrebungen unterstützen und also in die Lage versetzen werden, wahre Nächstenliebe zu üben. Allfällige Anfragen, Zuschriften und Beitrittserklärungen bitten wir zu richten an: Fürsorgeverein ,.AUXILIA", VIL, Neubaugasse 49. Todesfälle. Wie uns aus Paris gemeldet wird, ist der Großrabbiner der französischem Sepharden, Abraham Danon, gestorben. Der Verstorbene war ein hervorragender Gelehrter und erfreute sich wegen seines edlen Charakters und seines vornehmen Wesens in allen Kreisen größter Wertschätzung. Sein Tod ist für das Gesamtjudentum ein schwerer Verlust. — Der Oberrabbiner von Kairo und Abgeordneter des ägyptischen Parlaments, Rabbi Hai Ben Simon, ist im Alter von 55 Jahren verschieden. Rabbi Hai Ben Simon war ein Gelehrter von großem Ansehea Er verfaßte mehrere Werke über Bibel und Talmud und gab auch eine Uebersetzung des Schulchan Aruch in arabischer Sprache heraus. Von Hakenkreuzlern erschlagen. Den Prozeß gegen die Hakenkreuzler Otto Henselmann, Walter Felgendreher und Richard Tomuscheit, die — wie wir seinerzeit berichteten — den jüdischen Handlungsgehilfen Julius Simon am Weihnachtsabend auf dem Bahnhofe Tilsit ohne Grund erschlägen haben, hat nunmehr vor dem Tilsiter Schwurgerichte stattgefunden. Die jugendlichen Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von ein, zwei und drei Jahren verurteilt. Hieraus ersieht man, wie niedrig ein Menschenleben bewertet wird, besonders wenn es das eines armen jüdischen Handlungsgehilfen ist. Die mannhaften Recken aber, die zu dritt einen schwachen Juden so lange geschlagen haben, bis er seinen Verletzungen erlag, sind ein leuchtendes Sinnbild echt arischen Mutes. Tapferkeit und Unerschrockenheit, auf welches die Hakenkreuzler mit Recht stolz sein können. Eine große Ueberraschung bereitet uns der Verlag Brockhaus, Leipzig. Er kündet das Mitte Mai beginnende Erscheinen des Kleinen Brockhaus an, eines einbändigen Handbuchs des Wissens. Hat schon der vierbändige „Neue Brockhaus" in den paar Jahren, die er als erstes größeres Friedenslexikon vollständig vorliegt, seine allseitige Brauchbarkeit und unübertreffliche Zuverlässigkeit bewiesen, so wird der Kleine Brockhaus gewiß in noch weiteren Kreisen der unentbehrliche Liebling des deutschen. Volkes werden, schon weil er trotz seiner Fülle von Stichwörtern (40.000) und der zahlreichen bunten und schwarzen Abbildungen und! Karten (5400) in schmuckem Einband bei Subskription nur 21 Mark kostet. Und wem diese Ausgabe auf einmal lästig fällt, der kann auf die Lieferungsausgabe subskribieren, die in 10 vierzehntägigen Lieferungen zu je 1.90 Mark erscheint, so daß dieser kostbare Bildungsstoff während ungefähr eines halben Jahres wöchentlich nur 95 Pfg. erfordert. Dabei hat der Subskribent noch die Möglichkeit, sich an einem lockenden mit vielen Preisen ausgestatteten Preisausschreiben zu beteiligen, dessen erster Preis nicht weniger als 1800 Mark beträgt Wir werden unsere Leser über die Lieferungen unterrichten und benutzen die Gelegenheit, jetzt schon auf das bevorstehende Erscheinen des „Kleinen-: Brockhaus", dieses langersehnten Handbuchs des Wissens in einem Band, hinzuweisen. Mitteilung. Die unterfertigte Firma erachtet es als ihre Pflicht, dem p. t. Publikum bekanntzugeben, daß sie ihre Verbindungen mit dem Selchwarenrestaurant „Siegelhof", Praterstraße 49, gelöst hat und daher dieselbe weder mit Fleisch noch mit Selchware beliefert. Gabriel Fischer, IL, Große Schiffgasse 16. (Entgeltlich.) Unsere geehrten Abonnenten die mit dem Abonnement für das I. Halbjahr 1925 noch immer im Rückstand sind, bitten wir, sich der eingesandten Erlagscheine bedienen zu wollen und den Betrag bald freundlichst einzusenden. Wir ersuchen dringend, uns weitere Mahnungen und die damit in Verbindung stehende Arbeit sowie die erwachsenden Portospesen zu ersparen und die Propaganda für unser Blatt unentwegt und überall zu betreiben. Redaktion und Administration der „Wahrheit".

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