Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 17 (1.5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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D1C WAttitfitaT Von Woche zu Woche Der XIV. Zionistenkongreß in Wien. Nach1 einer offiziellen Mitteilung der Zionistischen Exekutive wird der XIV. Kongreß am 18. August in Wien eröffnet werden. Die Eröffnungssitzung wird in der Staatsoper stattfinden, während die regelmäßigen Sitzungen im Großen Konzerthaussaale werden abgehalten werden. Vom Döblinger Tempel verein. Am 22. März d. J. fand die ordentliche Generalversammlung des Döblinger Tempelvereines statt, welche überaus zahlreich besucht war. In Vertretung der Kultusgemeinde war Herr Komm.-Rat B. Buchwald erschienen. Den Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes erstattete der Obmann, Herr Komm.-Rat Philipp K o h n, den Kassabericht Herr Wilhelm L ö w y. Nach Erteilung des Absolutoriums sprach namens des Vorstandes Herr Dr. Jakob K o h n den Dank aus und verwies auf die Bedeutung, welche die Eröffnung der hebräischen Universität auch für die gesamte Judenheit außerhalb Palästinas besitzt. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang führte in seiner bekannt formvollendeten Art der Versammlung die Steuer-Methode aus, durch welche die Juden in alter Zeit ihre Kulturstätten reich auszugestalten wußten. Sodann wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt und der Vorstand neu konstituiert wie folgt: Komm.-Rat Philipp Kohn, Obmann, Gustav Oesterreicher, Obmannstellvertreter, Jakob W e i g 1, Tempel Vorsteher, Dr. Jakob Kohn, Schriftführer, Wilhelm Löwy, Kassier, Michael Tauber, Tempelvorsteherstellvertreter, BeJa F r ä n k 1, Hausverwalter. Ueber Anregung des inzwischen verstorbenen Ehrenmitgliedes M. Müller hat der Vorstand eine telegraphische Adresse anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität nach Jerusalem abgesendet. Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk. In der Montag, den 20. April, stattgefundenen konstituierenden Vorstandssitzung wurden die Herren Direktor Benno K a h a n e zum Präsidenten, Samuel Fischer, Josef S a 1 a m o n und Samuel Deutsch zu Vizepräsidenten, Leopold L ö w i n g e r zum Kassier, Edmund Kotanyi zum Kassierstellvertreter, Samuel Trost und Karl Mandelbaum zu Schriftführern, Ottomar K a t z zum Hausverwalter, Rechtsanwalt Dr. Max Paschkes und Markus W e g 1 e r zu Revisoren, Emanuel D o n a t zum Obmann der Ausspeisungssektion, Ignaz Engel zum Obmann der Propagandasektion und Alexander G o 1 d b 1 a 11 zum Obmann der Finanzsektion gewählt. Klosterneuburg. Die von den Kriegsjahren her hier sich eingebürgerte Sitte, am ersten Pessachabend im Tempelgebäude einen allgemein zugänglichen Seder für Jung und Alt abzuhalten, hat sizh auch im heurigen Jahr als eine lobenswerte Einrichtung erwiesen. Es war eine direkte Freude, zu hören, wie die kleinen Kinder, von der untersten Stufe der Volksschule angefangen, die vier Fragen aus der Hagada und die Hauptstücke derselben vortrugen und dann die Sederlieder gesungen haben. Dem Kultusvorsteher Herrn Hermann E r b e r, der alles für das Gelingen dieses Festes vorsorgte, ist es zu verdanken, daß dieser Abend einen so schönen Verlauf nahm und bei allen Anwesenden den Wunsch aufkommen ließ, solchen Veranstaltungen auch in Zukunft beiwohnen zu können. Pessach in der „Einheit". Während des 18jährigen Wirkens der „Einheit" bereiteten wir manches Jahr unter schwierigen Verhältnissen unseren Gästen den Pessach, doch können alle diese Schwierigkeiten auch nicht entfernt verglichen werden mit denen des heurigen Jahres. Die herrschende wirtschaftliche Not hat einen so großen Abgang verursacht, daß wir noch vor Pessach die „Einheit" hätten sperren müssen, wenn wir nicht eine Anleihe gemacht hätten. Nur dadurch war es uns möglich, die Pessachaktion durchzuführen. So fand der Seder-Abend trotz der Not unserer Speisehallen die Räume der „Einheit" in feiertäglichem Aussehen, die Tische festlich gedeckt, die Säle voll Licht und Feiertagsstimmung. Sowohl die allgemeine Ausspeisung als auch die, Mittelstandsabteilungen waren bis auf den letzten Platz besetzt, es wurde sogar das Büro in ein Speisezimmer verwandelt. Es war ein erhebender Anblick, wie an jedem Tische der Seder gegeben wurde, wie die Hagadah andächtig gesagt wurde, wie man in jedem Antlitze der Gäste Befriedigung lesen konnte, die sich noch steigerte, als das Pessachessen aufgetragen wurde. Es war ein echter Pessach, der in der „Einheit" gefeiert worden ist! Viele Familien holten das Essen nach Hause und für die jüdischen Häftlinge der Landes- und Bezirksgerichte wurde das Essen in der „Einheit" bereitet und in die Gerichte geschickt. Wir haben während der Pessachtage mehr als 9000 Mahlzeiten verabreicht. Mit Genugtuung kann der Vorstand der „Einheit" auf die Pessachaktion zurückblicken, um so mehr, als 200 Mahlzeiten gratis an Arme verabreicht worden sind, in Erfüllung der Worte der Hagadah: „Kol dichfin jesse wejechaul". Somit hat die „Einheit" ihre Pessachaufgabe in echt jüdischer Weise gelöst und nun möchten wir an alle, die mit den Armen fühlen, die innige Bitte richten: Helfet uns, auf daß wir für die Opfer aufkommen können, welche dieser Pessach der „Einheit" verursacht hat, damit wir fortwirken können im Interesse der Armen, die auf die „Einheit" angewiesen sind! 70. Geburtstag. Samstag, den 19. April, fand anläßlich des 70. Geburtstages des Herrn Gustav Planer, Mitgliedes des Bethausvorstandes für den ersten und zweiten Bezirk, im großen Leopoldstädter Tempel im Rahmen des Sabbatgottesdienstes eine würdige Feier statt. Der in feierlicher Weise zur Thora aufgerufene Jubilar wurde durch eine erhebende Ansprache des Rabbiners Dr. Max Grunwald, der die besonderen Verdienste des Gefeierten, seinen vorbildlichen Lebenswandel und sein Wirken beim Wiederaufbau des Tempels hervorhob, geehrt, worauf Oberkantor H. Fischer einen selbstverfaßten ergreifenden Segensspruch in hebräischer Sprache zum Vortrag brachte, dem sich der Chor mit einem meisterhaft gesungenen Hallelujah anschloß. Nach dem Gottesdienste fand im Zeremoniensaal eine intime Feier des Bethausvorstandes statt, bei welcher Herr Dr. Jakob Ornstein in seiner Eigenschaft als Präsident der „Union deutschösterreichischer Juden" und als Vizepräsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde den Jubilar in einer geistreichen Rede begrüßte und seine hervorragende Wirksamkeit in charitativer Beziehung betonte. Herr Dr. Elias Münz beglückwünschte den Gefeierten namens des Bethausvorstandes und Medizinale rat Dr. Heinrich H a a s e überbrachte die Grüße der Bezirkskommission. Herr Planer dankte gerührt für die zahlreichen Beweise der Sympathien und der Anerkennung, die seiner Tätigkeit gezollt wurde, und versprach, genau so wie bisher nach besten Kräften zum Wohle der jüdischen Gemeinschaft wirken zu wollen. Bei der Feier waren viele Mitglieder des Kultus vorstand es sowie fast der gesamte Bethausvorstand anwesend und es hatten sich auch zahlreiche, Freunde und Verehrer des allgemein hochgeschätzten Jubilars eingefunden. Gedenkfeier. Am 25. März a. c. wurde im Klosterneuburger Tempel eine von der Kultusgemeinde in Klosterneuburg gestiftete Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen Mitglieder der Gemeinde enthüllt. Aus diesem Anlasse fand ein Gottesdienst statt, bei dem Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Dr. Adolf Schächter eine tief zu Herzen gehende Ansprache hielt und die Trauergesänge vom Kantor mit dem Chore in erhebender Weise vorgetragen wurden. Nach dem Gottesdienste begaben sich die zahlreich versammelten Gäste und Gemeindemitglieder in die Vorhalle des Tempels, wo die Enthüllung der Tafel vom Kultusvorsteher Herrn Hermann E r b e r vorgenommen wurde und er mit wehmutsvollen Worten jener unvergeßlichen Männer gedachte, die fern von der Heimat gefallen sind und in fremder Erde ruhen. Mit einem Dank an die erschienenen Korporationen schloß diese ehrwürdige Feier. Todesfall. Am Dienstag, den 21. d. M., fand das Leichenbegängnis des Herrn Karl Blume statt. Die eindrucksvolle Leichenrede hielt Rabbiner Dr. Feuchtwang, Herr Jakob Ehrlich sprach im Namen des zionistischen Landeskomitees, Herr Josef Brenner im Namen der Volksküche, der Ehrenpräsident der „Woja", Rabbiner Dr. Rosen mann dankte im Namen des Vorstandes, der Mitglieder und Angestellten der „Woja" dem Verblichenen für seine hervorragenden Verdienste, Herr Leopold S i t z m a n n sprach im Namen des jüdischen Arbeitsnachweises, worauf Herr David Brenner aus seinem Freundeskreise im Namen der Bekannten sich von dem Toten verabschiedete. Geschäftsjubiläum. Die allseits bestbekannte Firma Berthold Stein, Konditorei und Zuckerbäckerei in Wien, IL, Zirkusgasse 41, feierte dieser Tage das 50jährige Jubiläum ihres Bestandes. Die Firma wurde von dem Vater des jetzigen Besitzers Nehemias Stein gegründet und erfreut sich seit ihrem Bestände, besonders seit der vor 15 Jahren erfolgten Alleinübernahme des Geschäftes durch Herrn Berthold Stein großer Beliebtheit. Aus Anlaß des Jubiläums wurden der Firma viele Glückwünsche zuteil, denen auch: wir uns hiermit anschließen.