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Die Wahrheit · 1925-04-08 · Heft 14-15 (8.4.1925) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 14-15 (8.4.1925)
Date
1925-04-08
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Nr. 14/15 DIE WAHRHEIT Seite Iii E^&&^SH^S83@ES^^g8P Wien, im Nissan 5685. Aufruf! m m m Seit 18 Jahren wirken die Speisehallen der „Einheit" im Interesse der Armen und Minderbemittelten. In diesem Zeiträume haben wir Millionen Mahlzeiten verabreicht, gutes Essen, tief unter den Selbstkosten; unter unseren Gästen befanden sich Hunderttausende, denen wir infolge ihrer Not unentgeltlich zu essen gegeben haben. Unser Essen ist streng koscher, denn unsere Anstalt steht unter Aufsicht der Adas Jisroel. Die Sabbath- und Festtage haben wir immer unseren Gästen zur Weihe gestaltet. Unsere Pessachausspeisungen waren stets eine erhabene, große Feier. Unser Wirken war also charitativ und sozial im Sinne unserer heiligen Lehre. Durch dje wirtschaftliche Krise ist nun die „Einheit" von der Gefahr des Zusammenbruches bedroht. Unsere Speisehallen sollen nicht mehr bestehen, den Armen soll die Zufluchtstätte der „Einheit" verloren gehen, die zu jeder Zeit und überall zu helfen bereit war. Damit dieser Zusammenbruch verhütet werde, erheben wir die dringende und innige Bitte, daß jeder, der jüdisches Gefühl besitzt, zur Erhaltung unserer Anstalt beitrage. » m & m m Der Vorstand der „Einheit". 43M VEREIN „WOHLFAHRT" Hervorgegangen aus dem „Komitee zur Sanierung notleidender israelit. Wohlfahrts-Anstalten Wiens" Geschäftsstelle: I., Seitenstettengasse 4 — Telephon 63-106 An Alle! Pessach steht vor der Tür und damit für unsere Armen die große Sorge: »Woher Kiracho d'pis'che) nehmen? Woher die Arba Kaussaus? Woher all die vielen besonoeren Ausgaben bestreiten, mit denen der Pessach jeden jüdischen Haushalt belastet?" Schon häufen sich bei uns die Gesuche um Beiträge zu Kuraufenthalten. Was aber gerade dieses ]ahr unsere Kräfte mehr als sonst in Anspruch nimmt, ist der wirtschaftliche Druck und in seinem Gefolge Abbau und Stellentosigkeit, Schwierigkeiten in der Budgetierung der von uns unterstützten Wohlfahrtsanstalten. Täglich wächst die Zahl der Bedürftigen, die bei uns Hilfe suchen, unter ihnen so viele, die noch vor Jahresfrist zu denen gehörten, die anderen zu helfen in der Lage waren. Vertrauensvoll wenden wir uns daher an unsere Glaubensbrüder mit der Bitte: Helfen Sie uns, daß wir unsere Armen, darunter besonders verschämte Darbende des gebildeten Mittel» Standes, Kranke und Bresthafte, vor der äußersten Not bewahren können! Wer am Seder mit ruhigem Gewissen die Worte sprechen will: Kol dichfin jesse wejechol „Kein Hungernder soll heute ohne Speisung bleiben", der sende uns eine Spende. Er darf sich versichert halten, daß sie zweckmäßig verwendet wird. Für den Vorstand: D. Goldmann Vize-Obmana Rudolf Rudinger Schriftführer-Stellvertreter Rabbiner Dr. Max Grunwald Obmann Bezirksrat S. Weiner Vize-Obmana F. Juszkovits Kassier Redakteur Ludwig Hirseltfeld Schriftführer Ig. MQIIer Propagandaleiter ■•••»•■•■■•■■

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