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Die Wahrheit · 1925-04-03 · Heft 13 (3.4.1925) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 13 (3.4.1925)
Date
1925-04-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 frlE WAHRHEIT Nr. 13 LAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA Biß «EltbßröhratEn amerikanischen MANISCHEWITZ-MAZZOTH in mxö-fWÄöi niSto-puwa«» Zum ersten Mal wird die jüdische Bevölkerung Oesterreichs und der Nachbarländer Gelegenheit haben, sich für die l»ESSACH-reiER¥AGE mit den weltberühmten amerikanischen Manischewitz-Mazzoth Mazzothgrieß und Farvel die unter strengster rabbinischer Aufsicht erzeugt und von vielen Rabbinern sämtlicher Weltteile als streng anerkannt werden, zu versehen Wiederverkäufer, welche sich rechtzeitig mit diesen erstklassigen, in der Packung herrlich adjustierten Mazzoth versehen wollen, wenden sich an die Hauptniederlage: WIEN, II BEZIRK, LEOPOLDSGASSE NR. 43 Telephon 46-1-90 *£*m Brodetelf u «& Co. rrfYfYWYWVVVJYTW* finden. Diesen Unglücklichen soll die Universität dort eine Stätte ruhiger Arbeitsmöglichkeit geben. Und ich hoffe, daß es diesen zu Tode gequälten, geplagten jüdischen Jünglingen so ergehen wird, wie den Toten in jener Sage, in der uns folgendes erzählt wird: Einst gingen Rabbi Kiria und Eleazar spazieren, da sahen sie, wie Särge aus dem Auslande nach Palästina gebracht werden; da sagte Kiria, was hilft ihnen das, sie kommen nur her, mim unser Land mit ihren Leichen zu verunreinigen. Doch Eleazar sagte: Nicht doch, sondern wisse, wenn man eine Scholle heiliger Erde auf sie legt, werden sie wieder lebendig.17) So hoffe ich, wird es auch diesen Jünglingen gehen, sie werden auf der Schölle Palästinas aufleben und brauchbare, wertvolle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft werden. Mag man nun welcher Meinung immer über die Schaffung der hebräischen Universität sein, unsere Verpflichtung ist es jetzt, aus wissenschaftlichen und humanen Gründen sie mit allen Mitteln zu fördern und dadurch unsere Verbundenheit mit ihr zum Ausdrucke zu bringen. Und wenn unsere Lehrer sagen, man müsse mit dem Jugendunterrichte darum mit dritten Buche Möschens beginnen, weil alle Opfer darinnen enthalten sind,18) so wollen auch wir, die wir morgen mit dem Verlesen des dritten Buches beginnen, dessen eingedenk, sein und alle Opfer für dieses Kleinod bringen. Denn die hebräische Universität soll ein Fels sein, von dessen Gipfel aus man nicht allein einen Ausblick auf die weiten Fluren der reinsten, freiesten Wissenschaft hat, von dem aus ein neuer Gemeinschaftsgeist über die Erde sich ergießen soll, sondern ein Fels, an dem auch alle Wellen des Hasses und der Unduldsamkeit sich brechen ———____ I ") j. Kilaim S. 32 b. Wohl heißt es da am Schlüsse in Anlehnung an Deut. 32, 43 diese Scholle Erde sühnt das Volk, jiber diese Sühne ist stets so gemeint, daß sie die Toten aufleben werden. 18) Tanchuma zu Zaw. sollen. Und darum wollen auch wir jetzt, wie jener große Lehrer einst, der von seinen Schüler befragt, welchen Segensspruch man beim Erbauen eines neuen Hauses sprechen soll, sagte:19) Gelobt seist du, o Ewiger, der du uns am Leben erhalten, uns bestehen und uns diese Zeit hast erleben lassen, beten: Gelobt seist du, o Ewiger, der du uns am Leben erhalten, uns bestehen und uns diese Zeit hast erleben lassen. Gewiß, wir sind noch am Anfange, aber erfüllen wird sich auch an diesem Hause, an diesem Bildungshorte das verheißende Wort des Propheten Jesaia:20) Und alle Heiden werden zu ihm strömen und viele Völker werden sich aufmachen und sprechen: Auf, laßt uns zum Berge Gottes, zmm Tempel des Ewigen Jakobs steigen, damit er uns belehre über seine Wege und wir wandeln auf seinen Pfaden. Denn von Zion wird die Lehre ausgehen und das Wort Gottes von Jerusalem. Und er wird zwischen den Heiden richten und vielen Völkern Recht sprechen und sie werden ihre Schwerter zu Karsten umschmieden und ihre Spieße zu Winzermessern. Kein Volk wird mehr gegen das andere das Schwert erheben und nicht mehr werden sie den Krieg erlernen. Aus diesem Grunde: Mizmor schir chanukkath habaith ertönt unser Lied21) beim Weihfeste dieses Hauses. Möge es uns zum Segen, der Gesamtmenschheit aber zum Heile gereichen. Amen, Amen! 19) Tanchuma zu Genesis 1, 1. Ed Warschau 1873, S 11, 4. 20) Jesaia 2, 3—4. M) Psalm 30, 1.

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