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Die Wahrheit · 1925-04-03 · Heft 13 (3.4.1925) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 13 (3.4.1925)
Date
1925-04-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 13 OiE W AHRHEIT Stite 3 höchsten Idealismus selbst zu lernen und Schüler lernen zu lassen.16) Dieses klassische Bildungsideal ist es nun, das vielen Universitäten verlorengegangen ist. wie denn überhaupt die Synthese der Geisteswissenschaften mit dem Leben, dem Zeitgeiste und allen Schichten der Bevölkerung zu wenig gepflegt wird. Es fehlt eben vielfach die soziale Dynamik. Diese Lebensabgewandtheit der geisteswissenschaftlichen Arbeiter muß überwunden werden. Namentlich aber wird die Einmengiung außenstehender Parteipolitiker überwunden werden müssen, weil sie am meisten schuld daran tragen, daß Uneinigkeit in die heiligen Stätten der Wissenschaft hineingetragen worden ist. Um nun diesem der Wissenschaft gewiß nicht dienenden Kampfe auszuweichen, ist die hebräische Universität schon jetzt gegründet worden. Sie soll keine Trutzanstalt werden, sondern eine Bildungsstätte, die zunächst der höchsten und freiesten Forschung dienen soll. Aber sie soll auch eine Lehrstätte werden, wo endlich das schwere Unrecht gut gemacht werden soll, das an vielen lernbeflissenen, unglücklichen jüdischen Studenten verübt worden ist. Dort sollten Studenten, die ihre eigene Mutter, ihr Heimatland verstoßen hat, deren Eltern wohl harte und große Steuern zahlen dürfen, die selber Blutopfer gebracht haben und noch weiter bringen müssen, die man bei einem Kriege, wenn es gilt die Heimat wieder feu verteidigen, gewiß nicht auf Qrund des Numerus clausus mustern wird, die aber 16) Aboth di R. Nathan, Kap. 29. Hier möchte ich auf die schöne Erzählung in j. Chagiga, Absch. 2 hinweisen: Man inun neture karta, ilu Sophrim umaschnim, schehem hogim umaschnim, umschamrim eth hathora: Wer sind die Wächter einer Stadt? Die Lehrer usw. Vgl. auch Midr. Echa r. Einl. PESSACn KaHee Zusatz laut Attest Sr. Ebrwurden des Herrn Ober-Rabbiner Simon Schreiber aus Erlau IgO v^rliiOHclft auch heuer wieder in garantiert reiner und Qua littti zu haben bei Heinrich frantif Söüne in Kosice Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber und unter ständiger Kontrolle eines von Sr. Ehrwürden ernannten frommen jüdischen Aufsehers, so daß ihre sämtlichen Erzeugnisse verläßlich koscher sind und also von jedem Glaubensgenossen ruhig das ganze Jahr hindurch gebraucht werden können. Beachten Sie beim Einkaufe ja recht genau die Schutzmarke: KAFTEErlOniE und Unterschrift: Heinrich FRANCN Söhne wenn Sie die verläßlich accMc Qualität bekommen wollen! trotzdem an diesen Universitäten entweder nicht zugelassen oder als Bürger zweiten, ja dritten Grades behandelt werden, eine liebevolle Aufnahme zugelassen wurden, öffnete die „Vita Italiana" ihre Spalten bayerischen Antisemiten. Gelegentlich der Konferenz von Genua konnten die italienischen Gesinnungsgenossen die ironische Frage aufstellen, ob es in Anbetracht der jüdischen Präponderanz wichtiger in- und ausländischer Delegationen (Deutschland: Rathenau; Italien: Schanzer; England: Sekretäre und Sachverständige Lloyd Georges usw.) nicht praktischer und zeitsparender wäre, statt sich mit dem Erlernen von Weltsprachen oder langwierigen Uebersetzungskünsten abzugeben, einfach dazu überzugehen, die Verhandlungen in Jiddisch zu führen. Besonders aufs Korn wurden die Juden als Anführer der sozialistischen Arbeiterpartei (Treves Modigliani, Mussati) und als Lenker der Banken und Brasseurs d'Affaires (Toeplitz, Deila Torre) genommen. Dennoch, das darf ausgesprochen werden, wird der Fascismus dem Judentum kaum gefährlich werden. Die — stark jüdisch durchsetzte — Freimauerschaft, die vor dem Sieg der Fascisten diesen überwiegend kritisch gegenüberstand, war die erste, die sich nach dem Siege in feierlicher Form der neuen Regierung anschloß und sich auch^dadurch nicht zurückschrecken ließ, daß Mussolini seine Anhänger unter den Freimaurern vor die Wahl stellte, aus der Partei oder aus der Loge auszutreten, mit der Begründung, Italiener sein heiße offen sein und keine Geheimpolitik treiben. Auf dem fascistischen Kongreß vom August 1924 ist dann einstimmig (zum dritten Male) das Verdammungsurteil über die Freimaurerschaft und zugleich das strengste Verbot der Mitgliedschaft für organisierte Fascisten ausgesprochen worden. Man hat aber den stärksten Eindruck, daß es unter den Fascisten, ja selbst unter den Kongressisten keineswegs an Freimaurern gebricht. Uebrigens sind auch die italienischen Logen untereinander gespalten und einige geheim antifascistisch, die andern offen fascistisch gesinnt. Aber noch gewichtigere Kräfte als die Schlauheit dürften den Antisemitismus der Fascisten neuralisieren. Unter ihren Judenthesen ist zum mindesten eine unrichtig, nämlich die, in welcher sie das Judentum des revolutionären Internationalismus zeihen. Vielleicht liefert das eingehende Studium der Judenfrage überhaupt kein anderes Resultat als das, daß die Juden alles können, d. h. daß ihre geistige Beweglichkeit, ihr ausgesprochenes Talent in rebus politicis sowie ihr weltumspannender Ehrgeiz sie dazu antreiben, sich an die Spitze aller Bewegungen und Strömungen zu stellen. So enthält auch die Fascistenpartei unter ihren Führern einige ausgesprochene Juden.***) ***) Hier einige der bekannteren Namen: Der Rechtsanwalt Sarfatti in Mailand und dessen Gattin Margherita, die Leiterin der iaszistischen Zeitschrift Gerarchia, deren Chefredakteur Benito Mussolini auch als Staatsoberhaupt geblieben ist, der Staatssekretär Finzi, der Universitätsproiessor Gino Arias, die Schriftsteller Sam Benelli (der sich kürzlich vom Faszismus losgesagt hat) und Guido da Verona, ein auf dem Augustkongreß auftretender Levi aus Mailand, Angelo Oliveri Olivetti

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