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Die Wahrheit · 1925-03-27 · Heft 12 (27.3.1925) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 12 (27.3.1925)
Date
1925-03-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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>••■■■•■■**■■■■*■*■*•■•<■•■■■•■■■■■•••(•■■•>•■••«■•»•«««•»■•■«•■■■■•■••■•■«■s«» | Veröffentlichungen j B~ f | I „Union deutschösterreichischer Juden" j "TZB^Z" | " "■■•••■m>«MMMnniHiiniiiiiHHHHumMiH>mumim« Auswärtige Angelegenheiten. Man sollte denken, die Deutschen draußen im Reiche hätten mehr als genug mit ihren eigenen Sachen zu tun. Auf allen Seiten stürmt und braust es dort, politische und unpolitische Affären jagen einander den Rang ab, ganz unglaubliche Geschichten treten da von Tag zu Tag in der Oeffentlichkeit auf, kurz Dinge, die jedes für sich allein Gegenstand eingehender Betrachtungen und Erörterungen bilden könnten. Besonders sind es die phänomenalen Hinterziehungen öffentlicher und privater Güter durch höhere und niedrige Personen, die nicht nur die Aufmerksamkeit des eigenen Landes auf sich gelenkt haben, über die ihrer Bedeutung nach in aller Welt mit Recht viel gesagt und geschrieben wird. Auch sonst gibt es in Deutschland kleinere Vorkommnisse, mit denen sich die dortige Presse zur Genüge zu beschäftigen hätte. Oft würde ein einziges darunter sämtliche Spalten eines grösseren Tagblattes ausfüllen. Wir meinen hier nicht das Verhältnis Deutschlands zur Entente und die damit in Verbindung stehenden Begleiterscheinungen sozialer und finanzieller Natur, die teils nach Paris und London, teils nach Genf und anderwärts hinneigen. Das sind, wir wiederholen es, so unbedeutende Dinge in Hülle und Fülle, die alle Parteien Deutschlands vollauf in Anspruch zu nehmen in der Lage wären. Es scheint jedoch, daß gewisse Kreise drüben im Reiche trotz allem Zeit und Muße finden, über die Grenzpfähle zu blicken. Namentlich über die österreichischen und da Geschichten herauszusuchen, die, wie man in Wien sagen würde, „einen Braten" für die darstellen. Sie blicken mit Vorliebe nach Oesterreich, besonders nach Wien, greifen irgend etwas heraus und widmen sich demselben mit einer Inbrunst, als hätten sie wirklich nichts anderes zu tun. Und das sind die Herren Völkischen, die lieben Hakenkreuzler und die übrigen — wie schon ihre glorreichen Bezeichnungen heißen mögen. Daß sie da den österreichischen Juden, respektive dem, was die heimatlichen Antisemiten über dieselben ersthiken und erlügen* exzeptionelle Sorgfalt widmen, liegt auf der Hand. Kaum bringt irgend ein obskures Blättchen eine erfundene Geschichte, die uns österreichische Juden kompromittieren sollte, flugs sind die völkischen Blätter da, übernehmen den Blödsinn und schmücken ihn in ihrer kanalräumerischen Weise aus. Mag die Sache vom Hause aus den Stempel der handgreiflichen Unwahrheit an sieh tragen, macht nichts. Keine Dummheit ist für die rasseaschützterischen Nacktanbeter dumm genug, als <feß sie nicht Kapital daraus zu sehlagen gegen JAC. MAYER die Juden bemüht wären. Wenn auch regelmäßig das Dementi folgt, ihre Blamage offenkundig wird, das tut nichts zur Sache. Das nächste Mal wird die Geschichte wiederholt und so geht es fort zur Ehre des großen deutschen Volkes. Diese Leute haben ja eine dicke Haut. Und die Hauptsache besteht immer darin, den Juden eines auf den Pelz zu brennen. Ob es wahr ist oder nicht, das kommt für diese Ehrenmänner mit Strupfen nicht in Betracht. Fast tagtäglich bringt uns, wir meinen der „Union deutschösterreichischer Juden", die Post eine Reihe von Anfragen, wie es sich mit diesem oder jenem verhält, das in den völkischen Blättern mit Wucht breitgetreten wird. Aus irgend einem Winkelblatte, das hinter dem Rücken des Publikums erscheint, wird ein unscheinbarer, natürlich Juden betreffender Vorfall herausgerissen und dann ein nichts weniger als liebenswürdiger Kommentar angefügt, mit dem geistreichen Vermerk, „das können nur Juden tun". Und die „Union deutschösterreichischer Juden" ist natürlich sofort am Werke, die Sache auf das richtige Maß zurückzuführen, in den meisten Fällen die Geschichte als böswillige Erfindung zu stigmatisieren. Diese Beschäftigung . mit „auswärtigen Angelegenheiten" der deutschen Blätter völkischer Gesinnung und Gebarung ließe den Unbefangenen auf eine geradezu musterhafte Reinheit der deutschen Verhältnisse schließen, ließe die Meinung aufkommen, man finde da drüben wirkliche keine andere Arbeit, als sich mit den österreichischen Juden zu befassen. Nun, wir und mit uns die ganze Welt sind vom Gegenteil überzeugt. Die Herren Völkischen mögen zunächst vor der eigenen Türe kehren. Sie finden da einen Miststall, den Hunderte von Heroen ä la Herkules nicht zu reinigen vermöchten. Uns österreichische Juden sollen sie schön in Ruhe lassen und sich lieber mit eigenen Dingen beschäftigen. Wahrlich, sie finden da Stoff genug dazu. Da gibt es wichtigere Arbeit als sonderbare Geschichten von den österreichischen Juden zu erfinden oder nachzudrucken, und dann von Grund auf Lügen gestraft zu werden. Die bodenlose Geistlosigkeit, den notorischen Stumpfsinn und die ekelerregende Bosheit können sie in aller Ruhe gewissen Kreisen Wiens und Oesterreichs überlassen. Uns österreichische Juden aber — na, wir wollen den Gegenstand nicht weiter behandeln. Eines aber mögen sie sich merken, die Völkischen draußen: Für Machinationen ihres Genres haben wir österreichische Juden immer den Dreschflegel' bereit. Philipp Leon. Kleider-, Pelzeu. Gummimäntel-Fabrik Zentrale: Detail verkauf: Wie* tt., GToc&ettgrd&re 24 Wien 11., Tatfor'sträffe 44

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