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Die Wahrheit · 1925-03-27 · Heft 12 (27.3.1925) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 12 (27.3.1925)
Date
1925-03-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 12 DHE WAHRHEIT Seite 5 ^AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA,AAAAAAAAAAAAAAAAA1AA1AAAAAAAAAAA;AAAAAAAAA. 3 Die weltberühmten amBrihanischen MANISCHEWITZ-MAZZOTH in iien1 mxö-pip«nito mätö-pw^ö Zum ersten Mal wird die jüdische Bevölkerung Oesterreichs und der Nachbarländer Gelegenheit haben, sich für die PESSACH-FE1ERTAGE mit den weltberühmten amerikanischen Manischewitz-Mazzoth Mazzothgrieß und Farvel die Unter strengster rabbinischer Aufsicht erzeugt und von vielen Rabbinern sämtlicher Weltteile als streng anerkannt werden, zu versehen Wiederverkäufer, welche sich rechtzeitig mit diesen erstklassigen, in der Packung herrlich adjustierten Mazsoth ► versehen wollen, wenden sich an die Hauptniederlage: Brodelzku & Co. en ros WIEN, II, BEZIRK, LEOPOLDSGASSE MR. 43 t ► ► ► ► ► ► Telephon 46-1 «0 en «tetail »▼TTVTTTTVTf▼▼▼▼▼▼▼???▼?▼?????>????▼?▼¥▼▼▼??????▼▼▼??▼???▼?▼????????????????????▼?*: Rußland betrachten. Diese Jugend erkauft sich jetzt den Eintritt in die Hochschulen! mit Verrat und Lüge. Die Kinder und Enkel derer, welche unsagbare Qualen ausgestanden, ihres Glaubens wegen, leisten keinen Widerstand mehr gegen den Druck des Golus und? werden fahnenflüchtig. Noch vor kurzem ging die Nachricht durch die Zeitungen, daß sich in Kiew allein 80 junge Leute haben taufen lassen. Man registriert jetzt fast gleichgültig die traurige Tatsache und geht zur Tagesordnung über. Und dabei ist diese Tatsache in ihrer tief beschämenden Tragik noch trauriger als der Kischinewer Pogrom. Dort sind 80 Juden getötet worden. Sie sind Märtyrer für ihren Glauben und für das Judentum gewesen. Jene 80 toten Seelen bleiben uns nur zum Vorwurf und zur Schande. So groß aber auch die geschilderte Not sein mag, so dürfen wir uns die Tatsache doch nicht verhehlen, daß man mit einer kleienn Universität in Jerusalem nochi nicht die Notlage der russisch-jüdischen Jugend wesentlich verbessern kann. Die Universität ist und bleibt für sie nur immer ein Palliativmittel. Aber das darf nicht verkannt werden, daß es ein Palliativmittel ganz besonderer Art ist. Ein immerhin bedeutender, nicht zu vernachlässigender Prozentsatz unserer Jugend könnte doch ein Alma mater finden. In moralischer Beziehung wäre schon das bloße Bewußtsein, daß eine jüdische Universität besteht, für unsere Jugend eine verheißungsvolle Hoffnung, ein Trost und eine Stärkung. Auf unser Projekt kann mit Erfolg und logischer Konsequenz derselbe Gedankengang angewandt werden, wie auf unsere ganze Bewegung. Wir erheben ja keinen Anspruch darauf, in naher Zukunft durch den Zionismus die Judennot zu beseitigen. Der Zionismus ist „Brot von morgen" und deshalb ist es unsere dringende Pflicht, uns schon heute vorzubereiten. Auch die Hochschule ist ein Stein in dem zukünftigen Gebäude, welchen wir für das neue Judentum in Palästina errichten wollen. Damit es aber zu einem solchen auch wird, muß man jetzt schon ernstlich anfangen. Welche Aussichten eröffnen sich dem an der Hochschule Ausgebildeten? Die Türkei und der ganze Orient überhaupt sind ein gewaltiges Betätigungsfeld. Die Kapazität dieses Gebietes wird mit der Erschließung dieses Landes immer mehr steigen, und wenncder Unterricht den Forderungen des Orients angepaßt ist, so ist für den Absatz genügend gesorgt. Die Zöglinge unserer Universität werden sicher unsere besten Pioniere sein in materieller und moralischer Beziehung. Wir würden auch der Türkei geschulte Kräfte zuführen, deren sie so sehr bedarf. Eine Universität, in welcher die arabische und türkische Bevölkerung! Aufoahriie findet; wüfdtf aber auch die gewünschten freundlichen Beziehungen anbahnen zwischen uns und dem umgebenden Volke. Daraus ergibt sich von selbst die hohe politische Bedeutung einer Universität. Wir haben ja schon zur Genüge bewiesen, und zwar mit unseren Anstalten in Jaffa und Jerusalem, daß wir imstande sind, Schulen zu gründen und zu leiten, und daß diese in ihrem Werte nicht hinter europäischen Schulen zurückstehen. Was unsere Pioniere auf dem Gebiete der Mittelschule geleistet haben, berechtigt uns zur Hoffnung, daß diejenigen, welche das Glück haben werden, an der jüdischen Hochschule zu Jerusalem einmal zu lehren, mit derselben Hingebung und demselben Eifer ihre hohe Pflicht erfüllen werden, im Bewußtsein, den Grundstein zur Schaffung des höchsten jüdischkulturellen Zentrums zu legen. Der Ruf einer Universität, ihre Leistungsfähigkeit, der Wert ihres Diploms wird vom wissenschaftlichen Werte der Lehrenden bestimmt. Gelingt es uns, in den Dienst der Sache Männer von Ruf zu stellen, sö steigt der Rang der Hochschule sofort und unsere Absolventen würden im Konkurrenzkampf sogar in Europa dieselben Chancen haben, wie irgendein jüdischer Absolvent einer europäischen Universität. Daraus ergibt sich auch eine in praktischer Beziehung sehr wichtige Folgerung. Man soll sich bemühen, junge, vielversprechende Kräfte heranzuziehen und das Geld mehr an das Lehrpersonal als an Gebäude und Einrichtung zu wenden. Ferner müssen die Lehrer zugleich auch gute Forscher sein und der freien Forschung muß gebührender Platz eingeräumt werden. Gelingt es uns, die Idee in weite jüdische Kreise hineinzutragen, so dürfen wir auch hoffen, daß wir ein Verständnis für die hohe Aufgabe finden werden und eine kräftige Unterstützung. Die jüdische studierend© Jugend wird vor allem ihre Pflicht tun und sich tatkräftig an der Propagierung der Idee beteiligen. Die studierende Jugend wird nicht vergessen, daß, während sie das Glück hat, an den Quellen der Wissenschaft zu schöpfen, Tausende ihrer Mitbrüder vor Wissensdurst vergehen und durch barbarische Gesetzgebung die Türen der Universitäten ihres Geburtslandes gesperrt finden. Es ist deswegen eine doppelte Pflicht der jetzt Studierenden, alles zu tun, um auch die anderen jungen Juden der Wissenschaft zuzuführen, und die einzige würdige Antwort auf die jetzige Universitätssperre ist die Gründung einer eigenen Universität. Ich werde am besten mit den Worten Fichtes schließen: „Welcher Edeldenkende will nicht durch Tun und Denken ein Samenkorn streuen zu unendlicher, immer fortgehender Vervollkommnung seines Geschlechtes etwas Neues und Vorher nie Dagewesenes hineinwerfen in die Zeit, daß es in ihr bleibe und eine nie versiegende Quelle neuer Schöpfungen werde." r

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