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Die Wahrheit · 1925-03-20 · Heft 11 (20.3.1925) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 11 (20.3.1925)
Date
1925-03-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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"fl4fjirtlfl^ A ^AA^AAAAAAAAAAAAAAAAAAiAAAAAAAiAA AAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA> Iii «tttortkitsi merfkaBfscüBB MANISCHEWITZ-MAZZOTH in Kien 4"lttÖ-ftt5OTKÖ nto-pipr^Kö Zum ersten Mal wird die jüdische Bevölkerung Oesterreichs und der Nachbarländer Gelegenheit haben, sich für die PESSMH-FCIERTAGE mit den weltberühmten amerikanischen Manischewitz-Mazz Mazzothgrieß und Farvel die unter »treng<iei» rabbiniecher Aufsicht erzeugt und von vielen Rab' inern sämtlicher Weltteile als streng 3 anerkannt werden, zu versehen Wiederverkauf er, welche'sich rechtzeitig mit diesen erstklassigen, in der Packung herrlich adjustierten Maxzoth versehen wollen, wenden sich an die Haupt niederleges BrodetzKy <& Co. ™'"' BWÄSrlMB "**43 en «tetfai9 rfffffffff??yfffVVfvvv?f?fvvvvvf?f?ffVff??vvvyvfvy7??vvf?v7VTvvvvvTvvvvvvvvvvyT?vvr der Milderungsgründe für den Herrn Mörder Otto Rothstock warten dürfen. Welcher Mörder wird seine Tat nicht rechtfertigen oder zumindest im milderen Lichte erscheinen lassen wollen? Aber man wird sich doch erlauben dürfen, die Behauptung *ines unbekannten Jünglings, er habe aus Idealismus fünf Schüsse auf einem Wehdosen abgefeuert, auf ihre Richtigkeit zu prüfen*, bevor man ihn achtungsvoll als Idealisten vom reinsten Wasser begrüßt, der ■nur absolut Blut vergießen mußte. Dienstag nachts wußte man von dem mörderischen Jüngling nicht einmal mit Bestimmtheit, ob er Bettauers Schriften je auch nur in der Hand gehabt hatte. Wohl aber stand schon damals fest, daß er ein Leser der „Deutschen Arbeiterpresse" gewesen, die ihre Lebensexistenz in der Betreibung der Mordhetze gegen die Juden sucht. * * * Der „D.-ö. Tageszeitung" das herzliche Eintreten f ür Otto Rothstock zu verübeln, wäre ein schweres Unrecht* Das Blatt hat seinerzeit den Sympathien für den des Mordes verdächtigen Ernst M ei che Ausdruck verliehen, den sicherlich weder der reinste Idealismus noch fie schmutzigste Lektüre zum Bettgenossen zweier Greisinnen gemacht hatte. Warum soll die „D.-ö. Tageszeitung" nicht den jungen Otto Rothstock feiern, der aus dem hakenkreuzlerisehen Laser kommend, angeblich aus reinstem Idealismus zur Bekämpfung schmutziger Lektüre nicht über alte Weiher, sondern einen jüngeren Juden hergefallen war? Sie rühmt dem Täter, „der ein jugendlicher Idealist, vielleicht auch ein überzeugter Judenfeind ist", nach, daß er, der Schwache, den ihm körperlich weit überlegenen Bettauer erst entgegengetreten, als * er ihm Aug* um Aug* gegenüberstand. Die Verherrhchung dieses Heroismus hätte vielleicht ein wenig «fcter dem Umstände gelitten, daß der Sehwache nicht nur Aug' um Aug', sondern nebenbei auch mit einem Revolver in der Hand dem wehrlosen Bettauer entgegentrat und ihn mit fünf wohlgezielten Schüssen niederstreckte. Die „D.-ö. Tageszeitung" ignoriert daher den Revolver. Uebrigems teilt sie hierin mir die Neigung Rothstocks, der auch nicht gern von dem Revolver spricht und nicht einmal verraten will, von wem er ihn hat. * * * DasWaidhofnerPrinzip, von dem man jetzt längere Zeit nichts gehört hat, sollte vielleicht doch noch einer Revision unterzogen werden. Und zwar nicht im jüdischen Interesse, sondern mit Rücksicht auf die deutschnatiionalen Studenten, denen dieses Prinzip schließlich sehr peinlich zu werden droht. Hat man je gehört, daß bei einer regelrechten Duellaffäre auch die Kartellträger in Gefahr geraten? Nein. Anders aber war 's, als die Kartellträger eines deutschnationalen Studenten, der mit einem Mitgliede der „Zephyra" ein Renkontre gehabt hatte, diesem im Auftrag ihres Mandanten mitteilten: Juden hätten zufolge des Waidhofner Prinzips kein Recht auf Satisfaktion. Das betreffende Mitglied der „Zephyra" erblickte, empfindlich wie schon manche Juden sind, aüch in dieser Mitteilung allein schon eine schimpfliche Beleidigung, die er mit einer Ohrfeige beantwortete, die so heftig ausfiel, daß sie für zwei, für den Kartellträger wie für dessen Mandanten, genügt hätte. Was soll der Kartellträger nun mit dieser unteilbaren Ohrfeige anfangen, die ihm ganz Waidhofen nicht abnehmen kann? Viele Vorfälle an den Wiener Hochschulen haben bewiesen, daß . das Waidhofner Prinzip deutschnationale Studenten nicht hinderte, jüdische Studenten ohne weitere Förmlichkeiten blutig zu schlagen. Warum steifen sie sich darauf, auch diesen Förmlichkelten gegebenenfalls Rechnung zu tragen?

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