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Die Wahrheit · 1925-03-13 · Heft 10 (13.3.1925) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 10 (13.3.1925)
Date
1925-03-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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•jy,. jo..:______im wjmmu ■'in ihm eiu schönes Zeichen deutschen Wesens verkörpere, diese Beschimpfung -auszusprechen, wird aiiich der schamloseste Feind' des Deutschtums nicht wagen. D i e A n t i s e ni i t e n sind in ainer peinlichen Lage Goethe gegenüber. Daß sie seine Werke studieren, kann-man von ihnen nicht verlangen; sie haben Besseres zu tun. Sie treiben Talmudstudien, geführt von dem Ignoranten Fälscher Rohling und vertiefen sich in die „Weisen von 'Zion", einem der vertrotteUsten Bücher der Weltmakulatur. Den Goethe keimen sie nur aus — Zitaten und das ist ihr Unglück. Der große Mann, der weit über achtzig Jahre alt wurde und dessen Schrillen, weit über achtzig Bände füllen, hat auch ein paar Aeußerungeii fallen lassen, die antisemitischen Ohren wie holde Musik klingen. Diese wurden den Lesern antisemitischer Blätter lange Zeit bei jeder unpassenden Gelegenheit serviert. Aber, o Jammer, die bösen Menschen, die wirklich den Goethe selbst Studieren, haben die wahre Gesinnung des Dichters in seiner Verherrlichung Spinozas erkannt, haben darauf hingewiesen, daß Goethe von Lessings „Nathan" geschrieben r „Möge zugleich das darin ausgesprochene . göttliche Duldungs- und Schonungsgefühl der Nation heilig und wert bleiben." Das müßte klügere Antisemiten stutzig machen. Ein Mensch, der den Juden Spinoza schier vergöttert, der den das Judentum und die Juden glorifizierenden „Nathan" preist, anstatt die blödsinnige Lüge zu wiederholen, er sei im Solde der Juden geschrieben worden, das kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Und da dachten sie: Der Goethe ist gerade ein solch verdächtiges Subjekt wie der Lessing! Einer taugt nicht mehr als der andere. Und allmählich wendeten sich diese gescheiteren Antisemiten mit der gleichen gerechten Erbitterung gegen den Goethe wie gegen den Lessing. Und so kann man jetzt häufig in antisemitischen Zeitungen das einem klugen Wiener deutschvölkischen Blatte entnommene Zitat lesen, das buchstäblich lautet: „Sieht man Goethe an, die vorquellenden, dunkelbraunen Augen, die an der Spitze gekrümmte Nase, diesen Oberleib auf den kurzen Beinen, dann haben wir ganz das Abbild eines Nachkommens Abrahams vor uns." Sehr wahr. Das erklärt vieles. Und wenn die Herrschaften erst wüßten, daß die. ersten und enthusiastischesten Verkünder der Größe Goethes die Berliner Jüdinnen gewesen! . . . * * * Gerade als dt e-W i e n e r Blätter d e rii letzten. Wiener Scharfrichter Lang stimmungsvolle Nach r u f e widmete n, hatte das ungarische Amtsblatt einen Konkurs für die erledigte Steile eines Scharfrichters ausgeschrieben. In diesem Falle wurde — was häutig bei Ausschreiben anderer öffentlicher Stellungren vermißt wird! — ausdrücklich betont, daß die Konfession des Bewerbers keine Rolle spiele. Als einzige Bedingung wurde die besondere Eignung für diesen Beruf angeführt. Die Zahl der Bewerber um diesen Posten, der, wenn es mit rechten-Dingen zugeht, derzeit in Ungarn ungemein anstrengend sein müßte, war eine sehr große. Aufsehen erregte, daß auch ein Rittmeister i. P. ein Gesuch eingereicht hatte. Man PESSMH ftatt€€-znsatt laut Aicesr Sr. Ehrwüiclen des Herrn Ober-Rabbfner Simon Scbr«ibar -\x Erlau Ifc. VÄffläÄIicl« auch heuer witftler in garantiert reinsr uuil cagisgaeMges* öaa«alirf€ä* z;; haben bei ücinricii fraiuft Söüne in Kosice Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber und unter ständiger Kontrolle eines von Sr. Ehrwiirden ernannten frommen jüdischen Aufsehers, so daß ihre sämtlichen Erzeugnisse verläßlich koscher sind und also von jedem Glaubensgenossen ruhig das ganze Jahr hindurch gebraucht werden ktfnnen. Beachten Sie beim Einkaufe ja recht genau die SdiuiimarHe: HAfFEEtfDHi? und Unterschrift: lieinritis f RANCH sonne wenn Sie die venäftälch stcute Qualität bekommen wollen t soll diesem pensionierten Offizier nicht voreilig nahetreten. In keinerlei Weise. Jedenfalls dürfte er sich darauf berufen, daß er eventuell seine diesbezügliche Tätigkeit i:ur gesetzlich verurteilten Verbrechern zuwenden würde. Niemand könnte es ihm daher verübeln, wenn er weiterhin verächtlich auf jene ehrlosen Offiziere wie Hugo Lederer und Konsorten herabbiiekcü würde, die als die Henker Unschuldiger fungierten und ohne erst eine Konkursausschreibunig abzuwarten, ihre besondere Eignung für diesen Beruf dokumentieren. Was den Rittmeister i. P. zu seiner Bewerbung drängte? Vielleicht materielle Notlage; ein Ertrinkender klammert sich an jedem Strohhalm und an jeden Strick. Möglicherweise vor die Frage gestellt, ob er sich oder andere aufhängen sollte, entschloß er sich für das Letztere. :;: * * Stephan H a 11 e r. der gewesene ungarische U n t e r r i c ii t s in i n i s t e r, dessen Namen mit dein Numerus clausus für immer verknüpft bleibt, ist ein Mann, den man suchen muß. Er wurde auch in jüngster Zeit dringend gesucht. Wegen einer ganzen Reihe schmutziger Geschäfte, auf die schließlich auch der Staatsanwalt aufmerksam gemacht wurde. Aber Stephan Haller, der die Natur dieser seiner Geschäfte schon früher genau kannte, wartete nicht erst die weitere Intervention des Staatsanwaltes ab, sondern unternahm rechtzeitig eine Reise nach Amerika, wo es selbst für seinesgleichen keinen Numerus clausus gibt. Alle, die Hallers Angelegenheiten näher kennen, bezweifeln, daß er noch jemals aus Amerika zurückkehren

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