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Die Wahrheit · 1925-03-13 · Heft 10 (13.3.1925) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 10 (13.3.1925)
Date
1925-03-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nif. 10 Dir, WAHKiieif Seite 3 den Ueberlieferungen, von denen Prinz Alexander Hohenlohe und Graf Robert Zedlitz berichten. In der Tat, die deutsche Diplomatie war „judenrein" und — von Ausnahmen abgesehen — so beschaffen, daß sie nahezu allgemein als miserabel bezeichnet wurde, am ehesten. von den Westarp, Tirpitz, Ludendorff und ihren antisemitischen Genossen; Das Märchen vom internationalen Finanzkapitalismns. Von Siegfried Jacoby, Berlin. Die Finanzskandale in Deutschland schreien zum Himmel, das wird kein Mensch bestreiten können, aber die Art, wie Herr Fritsch, Gräfe und Ludendorff diese Skandale bearbeiten, wird sicher nicht dazu führen, daß diese Skandale rechtlich geregelt v/erden. Insbesondere Herr Fritsch, der „völkische Gott", faselt fortwährend vom jüdischen internationalen Finanzkapital, dazu ist Stellung zu nehmen. Der „Temps" veröffentlicht den Wortlaut der Vereinbarungen zwischen den deutschen Sachverständigen der Schwerindustrie und den Sachverständigen der deutschen weiterverarbeitenden Industrie vom Dezember vorigen Jahres; dieses Abkommen ist unterzeichnet von Thyssen, Reuch, Klöckner, Brunn, Kongeter, Neumark, Raumer, Karl Lange und C. Funke; alle diese einflußreichen Herren sind sicherlich keine Juden und haben auch kein jüdisches Blut in ihren Adern/Was ist da zu machen? Der „völkische Gott" schreibt: „Am 3. Jänner 1925 ist Herr Dr. Mellington, Herr Herrmann, Direktor der Deutschen Bank, nach New York zu einer Besprechung mit der jüdischen Morgan- Bank abgefahren. Zweck dieser Besprechung ist, die jüdischen Morgan-Interessenten in Deutschland in der Deutschen Bank zu vereinigen, nachdem der ursprüngliche Plan des Juden Morgan, durch eine eigene Filiale in Berlin seine Geschälte in Deutschland auszuführen, fallen gelassen worden ist. In Bankkreisen spricht man weiter davon, daß die Deutsche Bank beabsichtigt, durch die Vermittlung des Juden Morgan in New York eine Filiale zu errichten. Das kann nur besagen, daß der Jude Morgan bestimmenden Einfluß auf die Deutsche Bank erhalten will. Weiteren Einfluß übt das englische Bankhaus Henry Schröder (nicht jüdisch, S. J.), aus, das von dem Gesamtkapita! der Deutschen Bank 150 Millionen Bargeid und 40 Millionen Mark Aktien bekommen soll. Dieses Bankhaus ist wieder mit dem amerikanischen Bankhaus Speyer sehr eng verbunden und dieses hat endlich Beziehungen zum jüdischen Morgan-Konzern. Morgan war die Haupttriebkraft, der durch großzügige Presse-Bestechung und einen Northcliffes würdigen Lügenfeldzug die Gesaintkräfte der Vereinigten-Siaaten in den Dienst der judenfreimdlichen _Eiiiente stellte. Die Begünstigung des jüdischen irrankreich paßte zunächst in seinen Weltaussaugungspl-an." Soweit Herr Fritsch. Sünnes und Klöckner, Kardoff und Krupp können und dürfen mit dem Franzosen Loucheur Geschäfte machen, dagegen haben Herr Fritsch und seine Freunde niemals etwas einzuwenden gehabt. Sie sagen nur immer, daß alle die Geschäfte, die von der amerikanischen und englischen angeblich verjudeten Finanz gemacht werden, selbstverständlich die Verkrüppelung Deutschlands mit sich gebracht haben. Herr Fritsch weiß zu genau, daß Ludendorff und der verstorbene Helfferich eine große Schuld am deutschen Unglück mittragen, damit aber das in Vergessenheit gerät, müssen die Juden herhalten. Die Deutschvölkischen schreien immer, daß der „Dawes-Pian1 eine jüdische Mache sei. Wer hat bis zum heutigen Tage die groOen Summen von der Regierung bekommen? Die Juden oder die Rheinische Schwerindustrie? bunden ist? Klingt Baruch Spinoza weniger erhaben als I minaniiel Kant, als Arthur Schopenhauer? Die Frage stellen, heißt sie verneinen. Ich habe einen Jugendfreund, der, aus sehr frommer Familie stammend, ebenfalls den Namen „Baruch" sein eigen nennt, bei einem Husarenregiment als Einjähriger gedient hat und mit den Tressen abgegangen ist, ein liebenswürdiger, kluger Mensch, der trotz seines jüdischen Vornamens, dem den. ein ebenso jüdischer Zunamen zugesellt, doch bei allen seinen feudalen christlichen Kameraden außerordentlich beliebt war. Welchem Liebenden klänge nicht der Name seiner Geliebten, und sei der Name noch so unschön, wie Sphärenmusik? Der Liebende denkt bei Nennimg des Namens an die Trägerin, und so ist der Name für ihn in Glanz getaucht. Nein, der Name tut es nicht, und das. Bestreben, unter allen Umständen neue Namen für die Neugeborenen zu finden, macht uns nur In den Augen aller Menschen, die Selbstachtung besitzen, lächerlich. Dabei heißt es gar nichts anderes, als vor seinem eigenen Schatten fliehen, denn nach wenigen Jahren sind auch diese neuen Namen: Oert, Bert, Rolf, Peter — der übrigens ebenso spezifisch katholisch, wie Martin spezifisch evangelisch ist — verbraucht, sird jüdisch geworden und werden zum alten Eisen gelegt, wie es die guten d e u t s ch e n Namen: Siegfried. S i e g m u n d, Moritz und viele andere schon lange sind. Die jüdischen Deutschen könnten sich ein Beispiel am deutschen Adel nehmen, in dessen Familien immer dieselben Namen Tradition sind, die ihre iamilieneigentümlichen Namen hochhalten, statt wie die Sklaven solche dem Adel eigentümlichen Namen für sich selbst zu übernehmen. Haben denn die Juden mit i Ii r e r tausendjährigen Ueberlieferung nicht s e 1 b s t A d e 1 genug, und brauchen gerade sie von an d e ren z u borge n? Leben außerdem die Juden nicht schon so viele Hunderte von Jahren, ja mehr als ein Jahrtausend in deutschen Landen, daß sie nicht wirklich schon deutsche Vornamen als erb- und familien eigentümlich haben könnten? Ist die Sitte, den Sohn nach dem Namen verstorben 3r Vorfahren zu nennen, nicht erhaben? Ist es nicht ein Zeichen von Kultur, Ehrerbietung zu haben vor dem Ueberkommenen, ist es nicht ein Zeichen von Pietät, Verstorbene durch Weiterführung ihr, s Vor-

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