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Die Wahrheit · 1925-03-06 · Heft 9 (6.3.1925) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 9 (6.3.1925)
Date
1925-03-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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SettHl aeäSfeü keinesfalls bedeutende Minderheit •&et äfcutscheh Juden darstellen. ääß Bie einen Anspruch, Wortführer auch ^%ir eine« irgendwie erheblichen f^ils i|%r dfe'ut'sc^ien Jiid««i zu sein, nach wie y*or 'ii i cli t e"T%%fc^ ti k an n e h. Diese F&tpellungen erneut zu treffen, ist für Freund wie <$egner von erheblichem Werte. Sie ist uns ein besonders wertvolles ^gfönent, wenn in der antifjmitischen Propaganda wieder einmal — und ressestimmen der verschiedensten Art deuten naen ilteser Richtung — zionistische Gedankent^änge zum Beweise der Richtigkeit 'Antisemitischer und völkischer iL e Ihr eti fee&räuclit iind mißbraucht werden. Diese Erwägung gibt schon rein äußerlich '-der BteÜuögfiahme des Centraivereines recht. Aber von fer abgesehen, war eine innere Ausein- %;nderseizung zwischen den Problemen zionistischer iind centrälyerelnierischer Anschauung in jüdi- %x:hen Dingen zu einer starken Notwendigkeit Jjfeworden. Die Diskussionen hätten sfcji in netteren Haid ruhigeren Formen abspielen körh/u^ Aber #aß %ie in der ffltke des Gefechtes und in mitunter tur- %ulenten Versammlungen stattfanden, nimmt ihnen Vichts von ihrer Bedeutung. Und es ist die Sache willigerer Zeiten, sie mit dem Ernst und der Auffichtigkeit, die diese Probleme verdienen, weiter zu behandeln. Manche unserer Freunde, wohl auch manche ^ionisten, hatten in den letzten Jahren angenommen, *öäß tter Gegensatz der Anschauungen im Gründe recht gering geworden sei. Sie waren zu dieser ^spria^fieiL Ste Kämen ohne Erlaubnis oder Weihung. „Nun Icäm das Wort des Herrn zu mir": das war ihre Formel. Sie waren intensiv politisch. Sie warnten das Volk vor Aegypten, „jenem gebrochenem Rohr", oder vor Assyrien oder Babylon. Sie klagten die Trägheit der Priesterschaft oder die offenbaren Sünden des Königs an. Einige von ihnen wandten ihre Aufmerksamkeit dem zu, was wir heute soziale Reformen nennen wurden. Die Reichen „zermalmten die Angesichter der Armen"; die Ausschweifenden verzehrten 'der Kinder Brot, die Wohlhabenden befreundeten sich mit (Banz und Laster der Ausländer und ahmten sie nach; und dies war dem Gotte Abrahams verhaßt, der das Land dafür gewißlich strafen werde. Diese donnernden Reden wurden niedergeschrieben, aufbewahrt und studiert. Sie gingeh, wo immer die Juden hingingen, und wo immer sie hinkamen, verbreiteten sie sinen religiösen Geist Sie trugen den gemeinen Mann hinauf über Priester und Tempel, über Hof und König und brachten ihn Angesicht zu Angesicht mit dem Gesetz der Rechtlichkeit. 'Das ist ihre erhabene Wichtigkeit in der Geschichte der Menschheit, tn den großen Äeußerungen Jesäjas steigt die prophetische Stimme zu einem Gipfel glänzender Vorwegnähme "iind sieht vorausahnend die ganze Erde vereinigt tMd In thrieden unter einem Gott. Hierin gipfelt das jüdische Präfcftetenttfäl. Nicht alle Propheten sprechen in dieser Weise, und der verständige Leser der prophetischen Bücher wird In ihnen viel itiaß finden, "viel Vorurteil und viel, das ihn an jenes böse iind ätimme Zeug, die Pröpagandaliteratur der gegenwärtigen Zeit, erinnern wird. Nichtsdestoweniger sind es die hebräi- Vclten Propheten der Periode während und nach der babylonischen. Gefangenschaft, welche die "Erscheinung einer heuen Macht in der Welt kennzeichnen, der Macht individuellen, jettfschen Appells, elftes Appells än dasr ffeie Gewissen der Menschheit g£gen die fetischistischen Opfer und die sklavische ÜntefwerfüHg, die btsfter" - unsere Räsise igezügelt und r3tt&68paRnt ftktien. "' ' •"• \ Meinung auch insbesondere darum gekommen, weil der Zionismus in Deutschland in den letzten Jahren, in denen wir häufig auf einem explosionsnahen Pulverfaß gesessen haben, sich der Notwendigkeit der unmittelbaren geistigen und gegebenenfalls körperlichen Abwehr des Antisemitismus nicht verschließen konnte, die früher vielfach für unbedeutend oder unnötig erklärt worden war. Die zionistische Doktrin begann, ohne im übrigen auf ihr Programm zu verzichten, sich auf den Abwehrkampf auf d e u't s eher Erde einzustellen. Der Wahlkampf und die Stellung maßgebender Zionisten in ihm hat gezeigt, daß die Wandlung nur vorübergehender Art gewesen ist und mit dem Aufhören unmittelbarer Bedrohung durch antisemitische Exzesse schnell zu Ende war. Dabei scheint mir auch hier der von den Ostiuden auf die deutschen Zionisten ausgeübte Druck, dem diese leider nur allzu bereitwillig nachgegeben haben, eine sehr starke Rolle gespielt zu 1 aben, so daß von ostjüdischer Seite über die Köpfe der deutschen Zionisten hinweg die Abwehrtätigkeit des Zentralvereines als Ausfluß verächtlicher Feigheit bezeichnet werden konnte. Die Zionisten haben hierbei ihrerseits vor jeder Feststellung zurückgescheut, daß ganz notwendigerweise die Einstellung aller nichtdeutscher Juden zu den deutschen jüdischen Problemen, in Deutschland eine vollkommen wesens andere sein muß als die der deutschen Juden. Und daß für die ausländischen Juden, die auf deu'tschem Boden zum großen Teile ja nur vorübergehend weilen, die Bekämpfung des Antisemitismus in der Tat ein minderes Problem sein dürfe gegenüber den von ihnen als Lebensaufgabe betrachteten alliüdischen Fragen und der erhofften Gründung einer Heimat in Palästina. Daß mit dieser allzu laut betonten Stellungnahme aber sehr starke Gefahren für die ausländischen Juden selbst verbunden sein müssen, ist von ihren Wortführern in der Hitze des Wahlkampfes durchaus nicht zugegeben worden, obwohl, wie auch wir mit dem „Israelit", dem Organ des Agudas Jisroel, annehmen, es auch Ostjuden geben mag, die durchaus gegen „die Identifizierung der Ostjuden. in Bausch und Bogen mit der Volkspartei" protestieren. Das zionistische Problem ist, das haben die Wa'ilen därgetan, das gleiche gen blieben, und der Geist, in dem es vertreten wird, ist kein anderer geworden. Lediglich in der Frage der baldigen und praktischen Realisierbarkeit des Programms haben die Skeptiker viel an Boden gewonnen. Man darf wohl auch den an manchen Orten unternommenen Versuch, den Zionismus als den alleinigen Bannerträger der wahrhaften jüdischen Religiosität und andere Organisationen als unjüdisch hinzustellen, nicht allzu tragisch nehmen. „Von der Volksgemeinde war keine Rede mehr, dafür wurde das Eintreten für alle religiösen konservativen Forderungen auf das eifrigste betont (M. A. Loeb am obigen Orte». Die auf das Natiönaljüdische eingestellten Gedankengänge lassen nach der Lo£ik der Dinge das Relig i ö s e als das M in de r e"e r sehe in eh. Darin sind sich, wenn -die Dinge offen zugegeben werden, wie sie sind, Centraiverein und Zionismus durchaus gleich: daß sie mit Örund einen Streit um die ... tiefere -Religiosität ahKT Mibäf&et -tiicbt -ftiliten

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