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Die Wahrheit · 1925-02-20 · Heft 7 (20.2.1925) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 7 (20.2.1925)
Date
1925-02-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 DIE WAttkttElT Nr. 7 seine besonderen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Dr. Jakob Deutsch, Samuel Fischer, Chaim R e i b 1, Leopold R e i s s und Samuel Deutsch wurden wieder- und Herr Solim Klavier neu gewährt „Jüdischer Kultur- und Tempelbau-Verein Wien, Ottakring-Hernak.*4 Dieser Verein, über dessen Gründung- und Zweck in der vorigen Nummer berichtet wurde, hielt Donnerstag, den 12. Februar, im großen Saale des Ausspeisungs-Veremes, XVI.. Wurlitzergasse 11, unter dem Vorsitze des Obmannes des Bethausvorstandes, Herrn Sigmund#W e i 1 e r, die konstituierende Generalversammlung ab. Der Proponent des Vereines, Herr Rabbiner Dr. J. M. Bach, erstattete das Referat und besprach unter lebhafter Zustimmung der Anwesenden in längerer geistvoller Rede die Aufgaben und Ziele des jungen Vereines, woran sich die Vorlesung der Statuten anschloß. Hierauf wurde die Wahl des Vereinsvorstandes vorgenommen, welche einstimmig per Akklamation erfolgte. Mit dem Appell an die Anwesenden, die hehren Zwecke des Vereines nach Kräften zu fördern, schloß der Vorsitzende die zahlreich besuchte Versammlung. Bund jüdischer Eltern im zweiten Wiener Gemeinde- . bezirk. Donnerstag, den 12. d. M., fand im großen Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde, L, Seitenstettengasse Nr. 4, die erste Generalversammlung des „Jüdischen Elternbundes für den zweiten Bezirk" statt. Erschienen waren u. a. als Gäste in Vertretung des Kultusvorstandes die Herren Kultusvorsteher Dr. Glanz und Dr. Kl ab er, für den „Jüdischen Frauenverein im zweiten Bezirke" dessen Präsidentin Frau Rabb. Dr. G r u n w a 1 d, ferner Herr Religionsprofessor Dr. Nagelberg. Der Vorsitzende, Herr Postamtsdirektor K o 1 m i n. begrüßte die Anwesenden und würdigte die Verdienste, die sich der Gründer und Protektor des Vereines Herr Rabbiner Dr. Grunwald, ferner die Herren Lehrer Gotthold Antscherl und Markus Pick und alle übrigen Damen und Herren des Vorstandes um den Verein im abgelaufenen Arbeätsjahre erworben haben. Aus dem vom Schriftführer Herrn Dir. Baumgarten erstatteten Tätigkeitsbericht und dem Kassabericht der Kassierin Frau H a 13 e r war zu ersehen, •daß der Verein in diesem seinem ersten Vereinsjahre Erfolge erzielt hat, wie sie wenigen Vereinen beschieden sind. Herr Dr. Grunwald hat in seiner unermüdlichen Tätigkeit dem Vereine an Spenden mehr als K 30,000.000 zugeführt, dank dem Eifer des Herrn J. Kantors Funke hat sich die Zahl der Mitglieder noch zum Schlüsse des ersten Vereinsjahres erheblich gesteigert. Die vom Vereine zu Chanukka, Purim (mit einem vom Vorstandsmitglied Frau Beate Baumgarten nach einer Skizze von Herrn Dr. Grunwald verfaßten Theaterstück) und Lagbeomer veranstalteten Kinderfeste waren überaus zahlreich besucht und zeitigten ein ideell sowie finanziell sehr erfreuliches Ergebnis. Die Vortragsabende, für die sich Herr Dr. Grunwald und die erwähnten beiden Herren Lehrer zur Verfügung gestellt hatten, verliefen gleichfalls sehr günstig und führten dem Vereine neue Mitglieder zu. An bedürftige Schulkinder wurde ein Betrag von K 4,000.000 verteilt. Hierauf beschloß die Generalversammlung dieAenderung der Statuten; der Jahresbeitrag wurd: auf mindestens K 20.000 festgesetzt und mit besonderer Befriedigung wurde zur Kenntnis genommen, daß die geplante Bibelschule als Fortsetzung und Ausbau der bisher im Tempelgebäude, IL, Tempelgasse 3. wirkenden Bibelschule dank dem Entgegenkommen des Kultusvorstandes und der Leitung der Isr. theologischen Lehranstalt in dem bisher für diesen Zweck bestimmten Raum, Parterre, sowie in einem Lokal der Lehranstalt im I. Stock bereits in Betrieb gesetzt werden konnte. Der Andrang der Schüler ist ein Beweis für das Bedürfnis und eine Gewähr für eine gedeihliche Zukunft dieser Anstalt. Herr Dr. Grunwald sprach nunmehr dem höchst verdienstvollen, unermüdlichen Obmanne, Herrn Direktor Kolmin, seiner ihn unterstützenden Gattin und den übrigen rührigen Vorstandsmitgliedern den Dank . aus. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgende Liste: Baumm m : Repräsentativer und verläßlicher Herr aus erster!; jüdischer Familie, mit bedeutendem jüdischen, und allge- : 5 meinem Wissen und schriftstellerischen Qualifikationen, ■ : auch kaufmännisch versiert, sucht Vertrauens- oder « Sekretärposten u. dgl. gegen sehr mäßige Belohnung, i l Geil. Anträge unter „Erste Ural!" an die ■ S Expedition d. Bl. ■ ■ ■ .garten Camilio, Baumgarten Beate, Funke Leo, Hai ler Laura, Hall er Wilhelm, Heimann Rudolf, H a c k 1 Benno, K1 a b e r Dr. Isidor, Katz Mendel, K o imin Gustav, Kolmin Elsa, Paschkes Arnold, Paschk e s Anna, Rosenzweig Elsa, .Strammer David, Qual Markus. Als Beiräte wurden gewählt: Die Mrttelschulprofessoren Herr Dr. Nagelberg und Herr Schulrai Dr. Heinrich Po 11 ak, die Religionslehrer Herr Antscherl Gotthold, Fräulein Gollerstepper Berta, Herr H u b e r Siegfried und Herr Pick Markus: als Revisoren die Herren Herzka Wilhelm und Oblatt Oskar. Erwähnenswert ist der Beschluß, auch einen bereits bestehenden „hebräischen Sprachkurs" an die Bibelschule anzugliedern und einen dahin zielenden Vorschlag dem Kultusvorstande zu unterbreiten. Nach den neuen Statuten können jeder Jude und jede Jüdin Mitglieder des Vereines werden und es wäre im Interesse einer wirksamen Vertretung der jüdischen Schulangelegenheiten im Bezirke zu wünschen, daß alle jüdischen Einwohner des Bezirkes, welche die hohe Bedeutung der jüdischen Jugenderziehung zu würdigen wissen, dem so tatkräftig und erfolgreich arbeitenden, unpolitischen Vereine als Mitglieder beitreten. Earmizwahfeier. Samstag, den 14. d. M., fand hn Badener Gemeindetempel die Barmizwahfeier des Knaben Michel Singer, Sohn des beliebten Beamten der Badener Kultusgemeinde Arnold Singer, statt. Oberrabbiner Reich hielt eine form- und inhaltvoilendete Ansprache, in der er insbesondere die Verdienste des Vaters um die' Badener Kultusgemeinde und dessen große deutsche und hebräische Bildung rühmend hervorhob. Der Konfirmand trug die Hafthora und die Paraschah nach streng jüdischem Ritus mit großem Verständnis vor, was auf die zahlreichen Zuhörer tiefen Eindruck machte und wieder einmal Zeugnis für die Art und Weise gab, wie in der Badener Gemeinde die Jugend im echt jüdischen Sinn erzogen wird. J. H. Trauung. Sonntag, den 15. d. M„ fand im festlich geschmückten Pazmanitentempel die Trauung des Fräuleins Aranka C h 1 a m t a t s c h, Tochter des Ehepaares S. Chlamtatsch, mit Herrn Ing. Stefan Blauhorn, Sohn des Ehepaares Ing. E. B 1 a u h o r n, unter außergewöhnlicher Beteiligung statt. Eine überaus große Zahl von Gästen, die für die Wertschätzung des Brautpaares und dessen Familien beredtes Zeugnis gab, fühlte das schöne Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen. Herr Rabbiner Dr. S. Funk verlieh nur den Gefühle der zahlreich versammelten Freunde passenden Ausdruck, als er auf die hohe Wertschätzung hinwies, die den Eltern des Brautpaares, von deren Leben er ein schönes Bild entwarf, gezollt wird. Man schätzt bei ihnen, hob er hervor, die vornehme Gesinnung, die innige Familien- und selbstlose Menschenliebe, die Treue, Tugenden, die auch den schönsten Schmuck des Brautpaares bilden mögen. Herr Oberkantor J. Müller versah die kantorale Funktion in bekannt meisterhafter Weise. Festakademie. Die Jugendgruppe des Tempelvereines Wien IL, Pazmanitengasse, unter Leitung des Ehrenpräsidenten Oskar Schräme k, der verdienstvollen Präsidentin Frau Otti Pollitzer und des Präsidenten Dr. Artur Funk jr., veranstaltet Donnerstag, den 26. d. M., um K>9 Uhr abends im Olympiasaale, L, Rothgasse 5, unter Mitwirkung erster Kunstkräfte eine Akademie mit anschließendem Tanz. Karten im Vorverkauf ä K 30.000 sind bei den Komiteemitgliedern erhältlich, der Reingewinn fließt wohltätigen Zwecken zu. Purim-Feier. Der Verein der Freunde des großen Leopoldstädter Tempels, der Bund jüdischer Eltern im II. Gemeindebezirk und der jüdische Frauenverein Leopoldstadt veranstalten gemeinsam Mittwoch, den 11. März d. J., in den Olympiasälen eine große Purim-Feier. Zu diesem sicher glanzvoll sich gestaltenden Feste findet Dienstag, den 24. d. MM 8 Uhr abends, im Goldsalon des Cafe Silier, L, Schwedenplatz, eine Sitzung des Jugend- und Vergnügungskomitees (mit anschließendem Tanz) statt, zu der Gäste willkommen sind. Das Badener Waisenhaus sucht per sofort eine tüchtige, streng religiöse Ködiin gegen gute Bezahlung und freie Station. Gefl. Offerte samt Referenzen sind zu richten an die Direktion des Waisenhauses, Baden, Germergasse 48.

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