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Die Wahrheit · 1925-02-20 · Heft 7 (20.2.1925) · page 15

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 7 (20.2.1925)
Date
1925-02-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 7 DIE WAHRHEIT Seite Iii Schtnattes Die Grabrede. Ein Rabbiner kam in die unangenehme Lage, einem reichen Manne, der keine Beziehungen zum Judentum mehr hatte, an der Bahre eine Leichenrede halten tax müssen. Man war begierig, welche Eigenschaften des Verstorbenen der Rabbiner hervorheben würde. Der zog sich aus der Affäre, indem er dem Toten nachrühmte, er habe sich in der Synagoge nie unanständig benommen und nie den heiligen Raum durch müßiges Geschwätz entweiht... Der kleine Chajim. „Im daatscheai Lauschen (Sprache)", sagte der Lehrer in dem Glieder, „wird dite erste Silbe betont, zum Beispiel: Fenster, Fuhrwerk ibsw.; im Hebräischen dagegen die letzte, zum Beispiel: Schema, ösühre usw." Da meldete sich -ier kleine Chaiim, indem1 er die Hand .hob. „Was willst du, Chaiim?" fragt der Rabbi. „Ich kann diesen Unterschied erklären", sagte Chajim. „Das kommt, weil! man cüais Hebräische von der andern Seite zu lesen beginnt.4* Die Wahrheit' wird viermal hintereinander kostenlos zur Probe an die Adressen geschickt, die uns Freunde des Blattes aufgeben. Mit Tinte aasfüllen! Ausschneiden and aaf einer Postkarte an den Verlag der Wahrheit (Wien IL, Heinestraße 13112) senden I Nr. Name Adresse 1 2 3 4 5 6 7 (Ort und Datum) (Name und Adresse) Austritte aus dem Judentum. Lipo wies geh. Hermine Wermuth, geb. 30. März l886»Brünn. V.. Hartmanngasse 4. — Lipovics Dorit Erica, geb. 19. Dezember 1919. Wien, V.. tiartmanngasse 4. — Manuel Klara, Maniküre, geb. 25. Dezember 1895, Nagy-Pibska, IV., Rainergasse 16. — Nadherny geb. Irma Hitz, Privat, geb. 17. September 1897. Wien, XVIII.. Hasenauerstraße 19. — rlerimg Emil, Reißender, geb 22. Juli 1873, Wr.-Neustadt, VI., Gumpendorf erstraße 91. — Horowltz geb. Sofie Niwes, geb. 23. Dezember 1881, Tarnopol, XVI.. Haberlgasse 6. — Rindl Max. Bauingenieur, geb. 12. Marz 1892. Batschendorf, V., PUgramgasse 9. — Piegler Isak. geb. 29. März 1884, Tarnow, V.. Stoilberggasse 19. Rücktritte zum Judentum. Roza Kofan, II., Schiffamtsgasse % geb. am 5. Februar 19»H in Deutschkreutz. ( Briefkasten. Dr. B, in Beantwortung Ihres Schreibens danken wtr wohl für Ihre uns ehrende Anerkennung, obgleich es uns unverständlich ist, warum Sie anonym auftreten, wodurch Ihre Mitteilungen bei uns nur Eindruck — im Papierkorb machen. Triest Die Korrekturen zu der ersten Auflage der antisemitischen „Weisen von Zion" hat der Geschäftsführer der Mecklenburger Adelsgenossenschaft. Hauptmann Wolf v. PI essen, gelesen. Wolf v. Plessen hat hinter der internationalen antisemitischen Kulisse großen Einfluß. A. M. Ihre Antrage können wir leider nicht beantworten. Sie haben sich in der Adresse geirrt. Wir haben keine graphologische Rubrik. So viel verstehen wir jedoch von der Graphologie, daß wir Ihnen auf Grund der eingesandten Schriftprobe mitteilen können, daß Sie sehr vergeßlich sind. Denn da Sie voraussichtlich wenigstens 8 Jahre eine Schule besucht haben, müssen wir annehmen, daß Sie inzwischen die Grundregeln der deutschen Grammatik wieder vergessen haben und die Interpunktion usw. für Ihre Begriffe möglicherweise ein spanische* Dorf ist. Aufruf! An die jüdische Betonierung Wiens! Die jüdischen Kinder- und Jugendheime sind in schwerer Bedrängnis und jüdische Wohlfahrtsanstalten. die Jammer und Elend bei Jun? und Alt bekämpfen sollen, sind von der Schließung bedroht. Ueberall fehlt es an den nötigen Mitteln, und dabei wächst von Tag zu Tag die Zahl der Hilfsbedürftigen. In Erkenntnis dieser Notlage hat der Herr Bürgermeister von Wien der „Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge"' einen Sammeltag bewilligt, dessen Erträgnis den notleidenden jüdischen Fürsorge-Institutionen in Wien zugute kommen soll. Wir werden unsere Glaubensgenossen am Sonntag, den 22. Februar in ihren Wohnungen und Montag, den 23. Februar in ihren Geschäften aufsuchen. Unser Aufruf richtet sich an alle, die es nicht dulden wollen, daß verwaiste, verlassene oder von der Natur stiefmütterlich bedachte jüdische Kinder im Elend versinken, daß arbeitslose Väter und Mütter mit ihren Kindern am Hungertuche nagen, daß Kranke ud Sieche und darbende Greise und Greisinnen schütz- und hilflos bleiben. Spendet reichlich, jeder vom ganzen Herzen, jeder nacli seinem Vermögen! Gebet einen Beweis jüdischer Solidarität, indem ihr nach Kräften dazu beitraget, daß die vielfache Not gelindert werden kann, welche immer 'auter an unsere Türen poch:. Keiner schließe sich aus, der sich .lüde nennt! Das Komitee des jüdischen Sammeltages, Wie;-, im Februar 1925. Jüdische Männer und Frauen erfüllet eure Judenpilicht! ^■■■■■■■■■■»■■■■■■■■■■■■■■■■■■■1

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