Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1925-02-20 · Heft 7 (20.2.1925) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 7 (20.2.1925)
Date
1925-02-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3062972-3064022-3064029--13457-3080963
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 2 DIE WAHRHEIT Nr. 7 Zionistische Probleme. (Schluß.) Revision und Konzentration. An Haind einiger aktueller Ereignisse kabefl wir versucht, «die Probleme anzudeuten. die die zionistische Oeffentlichkeit in der letzten Zeit bewegen. Wir wollen heute versuchen, sie kurz zusammenfassend klarzulegen. Palästina, Jewish Agency, Orgianisation, Völkerbiisnd*), diese Fragen sind es, die heute in der zionistischen Presse diskutiert werden. Sie stehen auch in einem kausalen Zusammenhang. Palästina fordert heute die Mitarbeit der gesamten Judenheit, die mir durch rascheste Bädwing der Jewisfo. Agency möglich ist Diese kann aber die Zionistische Organisation nicht nur nicht ersetzen, sondern erfordert gerade eine innerlich geschlossene ideologisch gefertigte Organisation, lieber der praktischen Arbeit darf aber die politische nicht vergessen werden. Diese Gedanken standen auch im Mittelpunkt des Wiesbadener deutschen Delegierten- Tages, dessen hohes Niveau auch einem Abseitsstehenden imponieren mußte. Es wurde hier kein „ob Agency oder nicht" diskutiert Es war hier wirklich ein Geist der Vepflichtung zu spüren, der Verpflichtung, die aus der Situation erwächst Etfe Revision der organisatorischen Grundlagen *) In der letzten Zeit wurde beschlossen, in Genf, am Sitz des Völkerbundes, eine ständige „Botschaft" zu errichten, die der langjährige zionistische „Gesandte" in Konstantinopel, Dr. Viktor Jakobsohn, leiten soll. KUNDMACHUNG An die Judensehaft! Im ftesgvefa&t, selbst den aliersfcreagsbii Anlordej-^agen bezüglich der Rituellen Zubereitung meiner Mazzoth fll^D Genüge zu leisten, ist es mir heuer gefangen, den weltberühmten orthodoxe« Oberrabhier Chaim Jizciioi! lerucbem aus Altstadt fardieOberaufsicftt(äascfigachah) meiner Mazzoth-B äckerel zu gewinne«. Ich habe meipten Betrieb durch Einstellung neuer, patentierter Maschinen bedeutend vergrößert und werden die Aflazzpth auch hygienisch in der erdenklich sorgfältigsten Weise hergestefiit Mazzoth und Mazzoth-Grieß sind bei mir> fee#er erzeugt uad garantiert frisch zu haben und werden , auf Wunsch auch prompt in die Provinz versendet. Orthodoxe Mazzoth-Bäckerei H. $fRUra, Wien Rotensterngasse II, TeL 47-7-17. 1 stand zur Diskussion. Konzentration alier «Kräfte war die Losung. Man könne sich nicht mit Schekelzahlern begnügen, man müsse die Menschen ganz gewinnen. Und unter diesem Aspekt wurde das gesamte Arbeitsgebiet betrachtet. Jugendarbeit, Bewmwm Feuilleton Der Zylinderhut. Von Richard Heinsen©!. Schön öst ein Zylindierhut, wenn man ihn besitzen tut, doch von ganz besonderer Güte sind erst zwei Zylinderhüte. Mein Onkel hatte aber nur einen Zylinderhut, der gar manchen Sturm erlebt, er stammte noch aus der Zeit her, in welcher er zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert wurde. Das heißeste Bügeleisen war nicht mehr imstande», adle Beden, die der Zahn der Zeit der Angströhre geschlagen, zu glätten. Ob der Zyliaderhut neu war, als ihn der Onkel als Studiosus erstanden, könnte ich nicht behaupten, doch zur Zeit dies Erstehens, so behauptet der Onkel, war die Form höchste Mode, eine Fasson, die der Hof-1 schamspieler Sonnenitfolal kreiert hatte. Der Zyiinderhait hatte mit einem Ofenrohre ziemlich viel Aehrtiichkeit, er war gerade, wie e5ne Linie und die glatte. Krempe erinnerte an eine Tortenplaifrte. Der Onkel Doktor, so nannten wir ihm, war ein wohlhabiender Mann, als Arzt sowohl wie auch als Mensch gleich groß und gut. Es gibt zuweilen große hervorragende Aerzte, die kleinliche Menschen sinld; d&eses Wort fand auf ihn keine Anwendung. Er war ein hervorragender Diagnostiker, «ber aiuch ein isehir gesuchter Armemmty der nicht nur unentgeltich behandelte, sondiem auch noch, wenn es nottat, die Medikamenten unentgeltiich beistellte. Doch wie jeder Mensch hatte auch er seine schwache Seite; einen neuem Zylindierhut zu kaufen, konnte er sich nicht entschließen. Sein älterer Sohn, ein junger, sehr eleiganter Arzt in der Reichslhauptstadt war mit einer jungen Dame aus sehr vornehmer Familie veriobt. Die Hochzeit sollte im einjtgen Wochen mit allem. Pomp gefeiert werden; der Onkel wollte aber trotz Drängens :un!d Zuireidens* von Frau und Kindern von dem' Ankaufe eines neuen Zylinderhutes nieüts hören. „Was fehlt eigentlich dem Zylinder,"' so meinte er, „ich kann mich noch ganz gut erinnern, wie Sonnentha'li einen solchen Hut getragen und. der igait immer als Könlig der Mode." Dabei blieb es. Der Onkel war etwas eigensinnig, von einer vorgefaßten Meinung kaum abzubringen. „Mein Scholesch-reigolim-Rock", so nannte eisernen schwarzen Qehrock, den er zum Maskirgottesdienst an den Festtagen anlege, „ist auch neu, der Zylinder guit erhalten und ich werde sicher einen ehrbaren Eindruck machen." „Ein Glück, diaß. Dir der Hund vom Schneider Krause im vorigen Jahre Deinen alten Gehirock zerrissen undl Krause Dir als Ersatz einen neuen gemacht, sonst hättest Du uns noeü die Schiahlde angetan un>d wärest im aäljen Gehrock, der schon ins Grünliche spielte, zur Hochzeit Deines Sohnes' gefahren," erwiderte, die Tante. „Ich habe mir doch, ein neues schwarzes Beinkleid und ein neues Qilet aus eigenen' Mitteln ange schafft," „Weil die g&iMefrHsefa^ ffcse von efem tief schwarzen neuet* Rock dioch zu sehr äbge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.