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Die Wahrheit · 1925-02-13 · Heft 6 (13.2.1925) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 6 (13.2.1925)
Date
1925-02-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 6 lcitung, überging. Der Vorsitzende verlas die Namen der Kandidaten, die durchwegs per acclamationem die Sanktion erhielten. Ein Beweis dafür, daß sämtliche Funktionäre mit voller Hingebung sich der Sache gewidmet haben und dafür den wohlverdienten Dank der Versammlung in Form eines rauschenden Beifalls in Empfang nehmen durften. Gewählt wurden die Herren: Jakob Herz Kuczer zum Obmann, Robert K1 i n g e r, Obmannstellvertreter; Rudolf J e 11 i n e k. Kassier; Ignaz Blaustein, Kassier Stellvertreter; Benno Low, Schriftführer; Alfred Haber, Schriftführerstellvertreter: Richard Donath, Revisor; Dr. Karpath, Leiter der Sportsektion. Als Beiräte wurden gewählt die Herren: Dr. Jakob O r n s t e i n, Präsident der „Union", die Rechtsanwälte Doktor Edmund Korn und Dr. Josef T i c h o, Industrieller Kar] Fröhlich und die Kaufleute Moriz N e u m a n n und Julius Brückner. Nach erfolgter Wahl übernahm Obmann Herz, von den Anwesenden lebhaft begrüßt, den Vorsitz. Mit einigen kräftigen Worten dankte er im eigenen wie im Namen der übrigen Funktionäre für das Vertrauen, das ihnen zuteil wurde, indem er an die Anwesenden die Bitte richtete, auch fernerhin für die Vergrößerung des Vereines tätig zu sein; selbst aber versprach er, nach wie vor für den Mutterverein durch die Jugendgruppe werktätig wirken zu wollen. Tatsächlich hat sich Herr Herz und mit ihm seine Arbeits genossen mit ganzer Kraft für die Jugendgruppe eingesetzt und schon bis jetzt einen schätzenswerten Erfolg ausgewiesen. Ihm! zur Seite haben sich die Herren Dr. Edmund Korn und Moriz Neumann, die ebenso unermüdlich tätig sind, um das Zustandekommen und die Verbreitung der Gruppe in Wien namhafte Verdienste erworben. Nach der Versammlung begann * die Tanzsoiree, eine gemütliche Unterhaltung, die bis in die Morgenstunden hinein währte und allseitige Befriedigung auslöste. Ball der „Union". Am 21. d. findet im Saal des Hotel Continental der bereits angekündigte fÖaff der Union veranstaltet von der Jugendgruppe, statt, der sich nach den intensiven Vorbereitungen überaus glanzvoll gestalten dürfte. Karten im Vorverkauf ä 40.000 K an der Abendkassa 50.000 K. Verkaufsstellen: Büro der „Union", IX., Berggasse 4, Wiener Ring-Cafe, Brüder Klinger, L, Marc Aurelstraße 8, L. & T. Piowati, I., Adlergasse 2, Michael Grünwald, I., Fleischmarkt 16, „Wahrheit", IL, Heinestraße 13, Kartenbüro Aida, IL, Taborstraße 5. 1| Wahrheiten vom Tage Bundeslied Zeichnung von Karl Rabus des Deutsch-österreichischen Alpen Vereines: „Es lebe der Antisemitismus", zu singen nach der Melodie: „Auf den Bergen wohnt die Freiheit". Die Juden im Kriege. In dem wertvollen Buche „Der Weltkrieg" von Lotharingus (einem ehemaligen! Stabsoffizier) trägt ein Abschnitt die Ueberschrift: „Das jüdische Problem". Diesem außerordentlich interessanten Kapitel sei nachfolgende Stelle entnommen: „ . . . Als Beispiel möchte ich nur eine während des Krieges gehaltene Herrenhausrede anführen', in der die Behauptung von der „moral insanity" der Juden mit der Tatsache begründet wurde, daß sie sich während des Krieges „in allen Ländern" so gern vom Waffendienst gedrückt hätten." „In allen Ländern"; man glaubt es nicht, wenn man es nicht gelesen hat, daß ein kluger Mann in einer Parlamentsrede das Gebäude seiner eigenen Ausführungen und Anschauungen derartig ungeniert mit drei Worten in die Luft sprengt, ohne es zu bemerken, ohne daß es die Zuhörer bemerken, ohne daß es die Gegner im Parlament bemerken und sofort festnageln, — ohne daß es die Zeitungsleser bemerken. Ich hätte dieses Herrenhausmitglied einmal bitten mögen, mit mir über den Judenfriedhof der kleinen wolhynischen Stadt zu gehen, über den mich im November 1917 öfters mein Weg führte. Da gab es eine Soldatenecke und da stand auf den Schildern: Moses Rubinstein, Musketier im preußischen Inf.- Regt. Nr. N., Samuel Blumenthal,- Jäger im preußischen Jägerbataillon Nr. N. usw., eine ganze Reihe; dann kamen Aron Goldschmidt, Soldat im k. u. k. Inf.-Regt. Nr. N., oder Samuel Levi vom Honved-Regt. Nr. N., dann aber kamen wieder Moses Baruch vom russischen Schützen-Regt. Nr. N., Bernhard Aron vom russischen schweren Haubitz-Regt. und so fort. Nie ist mir die furchtbare Tragik des Judentums deutlicher aufgestiegen als auf dem kleinen, versteckten Judenfriedhof von W., nie haben mir tote Buchstaben und Namen eine lebendigere Sprache geredet, nie ist mir die schreiende Ungerechtigkeit klarer geworden, mit der so viele von uns den Juden beurteilen. Dieselben Namen, dasselbe Blut unter deutscher, österreichischer, ungarischer und russischer Flagge, eine gewaltige Tragik, die der am meisten anerkennen wird, dem die Natur selbst die Empfängnisfähigkeit für die Freuden und Leiden des Rassentriebes mit auf den Weg gegeben." ' Die Einstein-Vernichter. Schon vor einigen Wochen schrieb ich von der gemeinen; Hetze gegen Albert Einstein, die nun wieder größere Dimensionen annimmt. Vor einigen Tagen wurde in der Privatwohnung des Professors von einer Frau, die nicht gesund zu sein scheint, ein Attentat versucht. Dank der Umsicht der Frau Prof. Einstein wurde sie nicht ins Arbeitszimmer des Wissenschaftlers vorgelassen; sie ist aus Paris nach mißglücktem Attentat auf den russischen Botschafter Kr assin ausgewiesen worden, nach Berlin gekommen, um von Einstein eine Beschäftigung zu bekommen. Bei dieser Rücksprache wollte diese Frau Einstein ums Leben bringen. Die Angelegenheit ist noch nicht abgeschlossen, man muß den dunklen Kanälen erst genaue Aufmerksamkeit zuwenden. Die Berliner Polizei sollte sich auch mit den einzelnen Herren der Völkischen befassen, die Einstein fast täglich immer wieder in die Oeffentlichkeit zu zerren versuchen. Die Zeitschrift „Der Hammer", das Organ des bekannten Theodor Fritsch, bringt in der letzten Nummer einen Artikel, der wörtlich lautet: „Die Relativitätstheorie Einsteins, die eine Zeitlang niemand anzuzweifeln wagte, wurde von Theodor Fritsch als erstem wissenschaftlich' widerlegt (man muß nur staunen) und in der Schrift ,Einsteins Truglehre' gründlich abgetan. Auch hier stand Fritsch anfangs allein. Heute, nach vier Jahren, sind alle ernsthaften Gelehrten mit ihm in der Ablehnung von Einsteins Lehre eins." Also, Herr Theodor Fritsch aus Leipzig, dieser wissenschaftliche Verleumder, der die sogenannten Scheinwissenschaften der Juden entdeckt haben will, hat auch Albert Einstein wissenschaitlich erledigt; das genügt aber diesen völkischen Trabanten nicht; tot wollen sie Einstein! haben, das' Volk in Deutschland und in der Welt aber wird es nicht zugeben, daß gegen Professor Einstein weiter eine Mordhetze getrieben wird, die schon zum Himmel schreit. Siegfried J a c o b y, Berlin. ]AC. MAYER Kleider-, Pelzeu. Gummimäntel-Fabrik Zentrale: Detail verkauf: Wien 11., Glockengasse 24 Wien IL, Taborstraße 44

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