Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 6 (13.2.1925)
- Date
- 1925-02-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ni. 6 DfE WAHRHEIT Seite 3 Jer Oberkommissär für Palästina persönlich erstattet hatte, um die Bemerkungen der Mandatskommission zurückzuweisen, als ob die zahlenmäßig geringe jüdische Einwanderung in Palästina nicht immer den w i r k 1 i s." Ii e n H e d ti r f n i s s e n des Landes entsprochen hätte oder ihnen hätte angepaßt werden können. Er sagte ziemlich scharf, daß die Kommission sich wohl nicht immer genügend Rechenschaft gegeben h a b e über die ganze S c Ii vv i erigkeit der Aufgabe der Verwaltung Palästinas. Die jüdischen Einwanderer, so heißt es in dem von Chambe-rlain zitierten Bericht, seien entweder landwirtschaftlich wohl ausgebildet gewesen oder hätten sich leicht den Erfordernissen der landwirtschaftlichen Arbeit angepaßt, wie das besonders die Resultate in Galiläa gezeigt hätten, die durchaus zufriedenstellend gewesen seien. Außerdem bestehe die jüdische Einwanderung nach Palästina z u m Teil a u s wohlhabenderen Elemente n, die neue industrielle. Anlagen, neue Pflanzungen usw. augelegt hätten und überhaupt der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes sehr förderlich gewesen seien. Der Präsident der Mandatskommission des Völkerbundes, Marquis Theodoli, bemerkte dazu, die Mandatskommission hafte die britische Verwaltung Palästinas durchaus nicht kritisieren wollen, sondern nur im Rahmen ihrer Pflichten die Verwaltung auf die gleichmäßige Beobachtung der beiden ihr obliegenden Pflichten aufmerksam machen wollen. Auf die Petition des arabischen Kongresses, die gegen die britische Verwaltung und gegen die Bestimmungen des Mandats Klage führte, habe die Mandatskommission in einer sehr ausführlichen Antwort erwidert. Auch diese Antwort war wieder eine Ursache zu einer ziemlich scharfen Erwiderung Chamberlains. Die Mandatskommission hatte nämlich die Petenten, trotzdem der Oberkommissär von Palästina die in der Petition enthaltenen arabischen Beschwerden gegen die Verwaltung widerlegt hatte, indi'rekt aufgefordert, diese Beschwerde näher zu begründen und eine neue Petition einzureichn. PESSACB Kaffee-Znsatt laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Ober-Rabbiner Simon Schreiber aus Erlau IfeO werliiÄMcim auch heuer wieder in garantiert reiner und Qua Iii III zu haben bei Heinrich franch sehne In Kosice Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber und unter ständiger Kontrolle eines von Sr. Ehrwürden ernannten frommen jüdischen Aufsehers, so daß ihre sämtlichen Erzeugnisse verläßlich koscher sind und also von jedem Glaubensgenossen ruhig das ganze Jahr hindurch gebraucht werden können. Beachten Sie beim Einkaufe ja recht genau die Schutzmarke: KJtrrEEMIniE und Unterschrift: Heinrich FRANC« Sohne wenn Sie die verläßlich aechte Qualität bekommen wollen! gegen die Juden noch reichlich vorhanden war. Man schrieb an ihn von Seiten der Akademiker den folgenden Brief: „Mein vereintester Herr! Die königliche Akademie hat mir aufgetragen. Ihnen! zu hinterbringen, daß es ihr Wunsch ist, Sie als ordentliches Mitglied der philosophischen Ciasse zu besitzen. Sie wünscht also und hoffet, daß eine solche Stelle, obwohl jetzt vor der Hand keine Pension dabei ist, Ihnen nicht zuwider sein möchte. In diesem Fall wird der Vorschlag an den König morgen abgehn. Sein Sie so gütig, mich wissen zu lassen, ob Sie damit zufrieden sind. Mir würde es besonders angenehm sein, Sie zum Collegen zu haben." Nun war es Sache Friedrich des Großen, nachdem Mendelssohn seine Zustimmung gegeben hatte, die Wahl zu bestätigen. Dies geschah nicht. Man konnte sich das Ausbleiben der Bestätigung gar nicht erklären. Sollte ein Mann von der Weite des Blicks eines Friedrich II. wirklich aus konfessioneller Engherzigkeit oder rassenmäßigem Vorurteil es ablehnen, seiner Akademie beizupflichten? Aber es geschah tatsächlich. Mendelssohn wurde nicht bestätigt. Doch hätte unser Philosoph nicht diesen Namen tragen müssen, um sich irgendwie darüber zu kränken, vielmehr hatte es ihn ja überhaupt schon verwundert, daß man ihn zum Mitglied der Akademie gewählt hatte. Immerhin hat ein Mann wie Mendelssohn auch im Staate Friedrich des Großen keinerlei persönliche Belästigungen zu erdulden gehabt Bitter mag es ihn gekränkt haben, daß die Lage seiner jüdischen Stammesgenossen, deoen er sich eng verbündet fühlte, eine so bedrückte gewesen ist. Er hielt es nicht für opportun, selbst mit einer größeren Arbeit hervorzutreten, aber ihm haben wir es zu verdanken, daß der junge Kriegsrat von Dohm seine berühmte Schrift über die bürgerliche Verbesserung der Juden verfaßte. Er glaubte, daß ein angesehener Nichtjude eher Gehör finden würde als er selbst. Und in der Tat war die Wirkung der Dohmschen Schrift eine außerordentliche, wenn es auch dem Verfasser wie jedem anderen, der jemals für die Juden das Wort ergriffen hat, so ging, daß man ihn kurzerhand für bestochen erklärte. Wenn wir vorhin sagten, daß Moses Mendelssohn von Kränkungen bewahrt blieb, so ist das nur insofern zu verstehen, daß man ihn von seiten der Staatsregierung in Ruhe ließ. Die Bevölkerung des friderizianischen Staates machte zwischen dem jüdischen Philosophen und irgend einem anderen verachteten. Juden keinen Unterschied, und'er, der mit Männern wie Kant und Lessing auf dem Fuße vollster Gleichberechtigung verkehrte, konnte am Tage kaum ausgehen. Seine Stellung hätte sich gehoben, wenn Friedrich dem jüdischen Volke gegenüber eine andere Stellung eingenommen hätte. Es ist tief bedauerlich, daß zwei so umfassende Geister, wie es diese beiden großen Männer gewesen sind, jeder ein großer Denker, sich nicht gefunden haben. Was für prachtvolle Gespräche hätte es geben können, wenn der Philosoph von Sanssouci mit dem Philosophen von Dessau im Parke von Potsdam auf- und abwandelnd über die letzten Dinge gesprochen hätte.