Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1925-01-23 · Heft 3 (23.1.1925) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 3 (23.1.1925)
Date
1925-01-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3062972-3064022-3064025--13397-3080899
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

SeiteJO DIE WAHRHEIT Nr. 3 Horsasid eines Tages ein Blutbad unter ihnen anrichten. Nur ein kleiner Teil seiner Anhänger blieb in der Folge noch bei ihm. und diese bilden den Stamm der heutigen Juden. Lange Zeit zog Horsasid mit ihnen in der Wüste umher. Das Leben wurde ihm äußerst schwer gemacht; seine Leute zeichneten sich durch wucherische Eigenschaften aus, bis ihn eines Tages der Tod überraschte. Hellsehenden Auges sah er in der Sterbenssümde, daß dieses Volk immer nur vom Wucher leben würde, und da verfluchte er es. Einige Zeit später kamen die Juden nach Sinai, einem Lande, das bewohnt war von einem arischen Bauernvolk, den Israeliten. Die Juden sogen sich in dieses Volk ein und machten es sich zinspflichtig. Bald gefiel den Israeliten diese Wirtschaft nicht mehr und zehn Stämme fielen ab. Die übrigen wurden von den jüdischen Priestern getauft. Das war etwa im Jahre 800 vor Christo. Nachdem dieses Volk dann lange in ägyptischer Gefangenschaft gelebt hatte, kehrte der israelitische Teil nach dem zerstörten Jerusalem zurück; der jüdische folgte erst später, als das Land wieder aufgebaut war und Geschäfte gemacht werden konnten. In der Folge verbreiteten sich die Juden über die ganze Erde. Der Tempel zu Jerusalem wurde zum Mittelpunkt: er war aber weiter nichts als eine Weltbörse, angefüllt mit ungeheuren Geldschätzen. Sogar das große römische Reich war in seiner Gewalt und ihm zinsoflichtig. Infolgedessen kehrte auch Herodcs von einer Romreise ais ,.König" zurück und errichtete das einzige jüdische Reich, das jemals bestanden hat. Die israelitischen Bauern empörten sich bald und warfen die Juden aus Jerusalem hinaus. Da präsentierten diese dann Rom ihren Wechsel und ließen sich von den römischen Söldnern Jerusalem wieder erobern. Christus ist kein Jude gewesen, obwohl er sich anfänglich als solcher fühlte. In seiner Lehre ist kein jüdischer Hauch. Auch auf allen Bildern, die von ihm „auf der ganzen Erde gemacht wurden, trägt er nordische Züge. Seine Jünger waren ebenfalls Arier bis auf einen, Judas, und dieser hat ihn dann um Geld verraten. Die luden bemächtigten sich der Kirche, um das Christentum zu bekämpfen. Sie unterstützten Kirchenspaltungen, wo sie nur konnten; denn ein einiges Christentum ist der stärkste Feind des Judentums. Selbst auf dem Stuhl des Papstes saß bereits ein Jude, und zwar ein aus Spanien als Wucherer nach Rom zugereister. Neben der Kirche gewannen die Juden Einfluß auf die Fürstenhäuser. Eben zwischen Juden u^d Prinzessinnen kamen zustande und das Blut vieler Fürstenhäuser wurde so verseucht." .... So der Stahlhelm-- Maior mit der ägyptisch-babylonischen Wissenschaft. Nun suche sich jeder, dem's Spaß macht, diejenige unter den antisemitischen Theorien aus, die seinem Gusto entspricht Die Auswahl ist reichhaltig genug. Aktion gegen das Schächten in Mecklenburg? Aus einer Kleingemeinde in Mecklenburg wird uns geschrieben: Hier sind amtlicherseits Erhebungen im Gange über das Schächten und den Verbrauch und Verkauf von geschächtetem Fleisch. Es wird u. a. ermittelt, ob im Orte rituell geschlachtet wird, und durch wen, welche Mengen, und wie groß der Verbrauch ist. Besonders interessant ist die Frage, ob das so geschlachtete Fleisch nur an Israeliten verkauft bezw. nur von diesen verbraucht wird oder auch und in welchem Maße von Nicht- Israeliten! Die Erhebungen erfolgen im Auftrage des Landesministeriums in Schwerin. Wenn es auch in Mecklenburg nur wenige jüdische Gemeinden gibt und die Zahl derer, die von etwaigen behördlichen Maßnahmen gegen das Schächten betroffen würden, nicht sehr groß ist, sollte doch im allgemeinen jüdischen Interesse frühzeitig gegen einen drohenden An<mff auf das verfassungsmäßig gewährleistete Recht der freien Religionsübung Stellung genommen werden. Nach der Ausweisung von Ostjuden ein Vorgehen gegen das jüdische Schächten im „Freistaate" Mecklenburg. Und hernach? Völkische Konkurrenz. Die ,.Deutsche Ehrenlegion", die mit großem Erfolg die ..Gedenkmünze des Weltkrieges" vertreibt, hat, ähnlich wie Ludendorff, ihren Sitz nach Mecklenburg verlegt. Dafür hat sich in München jetzt ein Konkurrenzunternehmen aufgetan. Beide Firmen behaupten, d^ß ihr Ehrenzeichen das allein echte und gültige sei. Demnach bleibt den Ludendorff-Anhängern nichts anderes übrig, als sich beide Orden zu kaufen und beide Ordensfirmen ein glänzendes Idealgeschäft machen zu lassen. Und auf einen solchen Schwindel fallen die völkischen Prolet-„A r i e r" hinein. Theater, Kunst u. Literatur | Vortrag. Im Rahmen der vom „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" veranstalteten Vorträge sprach Herr Dr. Hugo Knöpfmacher über den neuhebräischen Dichter Saul Tschernichowski. Der äußerst interessante, ein vielseitiges Wissen mit einer ungewöhnlich guten Aussprache des Hebräischen verbindende Vortrag beleuchtete die mannigfachen revolutionären und als solche überraschenden Auswirkungen der jüdischen Moderne in der Literatur. Man begreift das Empfinden der Angst vor solchen Möglichkeiten, das beim Einsetzen dieser modernen, hebräischen Dichtungen zur Zeit Mendelssohn (Wesselys Leben Mosis u. a.) diese als ketzerisch (Apikaures) verdammen ließ. Die nationale Bewegung hat ein Dreigestirn von hohem dichterischen Können hervorgebracht. Mendele Abramowitz, den großen Naturschilderer, Bi a 1 i k, den sentimentalischen, und Saul Tschernichowski, den naiven. S. T. ist in der landschaftlich und historisch werkwürdigen russischen Halbinsel Krim geboren, studierte Medizin in Heidelberg, wirkte als Arzt im Weltkriege in Rußland und lebt gegenwärtig in Berlin. In höchst ansprechender und überzeugender Weise schilderte der Vortragende den Einfluß Nietzsches und seiner Philosophie auf den Dichter, den das Hauptstreben erfüllt, aus seinen Volksgenossen den Druck des Ghettolebens völlig auszumerzen, und das in denkbar umstürzlerischer Weise. So verherrlicht er das altsemitische, ins Heidentum so oft rückfällige Judentum, seine Lügenpropheten und zumeist sein geistiges Ideal — das Griechentum! T. hat einen Teil der „Ilias" ins Hebräische übertragen; er verwendet den Hexameter wiederholt in seinen hebräischen Versen. Er beherrscht alle früheren Perioden des Hebräischen und bringt aus ihnen wirksame Zitate, was die Uebersetzung seiner in der Form meist konservativen Dichtungen ungemein erschwert. Dennoch ist es dem Vortragenden meisterhaft gelungen, diese Schwierigkeit ztf überwinden; er bewies es in der Probe der Gedichte — insbesondere in dem „An Apollo" —, welche seine Schwester, Frau Hedwig Stern, in glänzender, liebevoller Interpretation rezitierte. Med.-Rat. Dr. H. Haase. Palästina von gestern, heute und morgen. Der Orientkorrespondent der „Vossischen Zeitung" und anderer namhafter Organe, Herr Dr. Wolfgang W e i s 1 aus Jerusalem, spricht M'ttwoch, den 28. Jänner 1925, im großen Konzerthaussaal über die politische und wirtschaftliche Situation im Nahen Orient mit besonderer Berücksichtigung Palästinas. Karten von K 5000 bis K 50.000 an der K^nzerthau^Vassa uM bei der Konzertkasse Gutmann, Schalter Melly Weiß, I., Kärntnerring 3. ..Trümmerfeld Europa". Oskar Blum, Verlag Ernst Oldenburg, Leipzig. Preis Mk. 5.—. — Der Rahmen dieses Buches ist erheblich zu weit gespannt. Es will nicht weniger als eine So7?ologie des Krieges geben und außerdem d«s gegenwärtige Kultureuropa schildern. Kein Wunder, wenn Einzelheiten zu kurz kommen, wenn politische und ökonomische Grundlagen verschoben sind. Ueberall dort, wo Spezialstud'en sich als unumgänglich notwendig erweisen, sind Lücken. Die groß angelegte Synthese muß wanken, wenn der analvtische Teil nicht genügend durchgearbeitet ist. Was das Buch dennoch lesenswert macht, ist die Anlage des Versuches. Auf diese Weise sollte man einmal. — vielleicht noch abstrakter als Blum es tut — den Krieg betrachten: die Wesensformen von Militarismus. Kriegspsvchose, ».Patriotismus" in ihren Auswirkungen auf die Lebensformen, Staatsleben, Kunst, Sexualleben, Religion, Politik; in ihren Beziehungen zu Revolution, Sozialismus. Demokratie, Diktatur. AH dies deutet Blum an. aber er wird, ebenso v/ie der Leser, erdrückt von der Fülle des Stoffes. Sein Griff in die Probleme hinein — ist kühn. Und auch in den einzelnen Teilen wird man Wertvolles finden, wenn man kritisch herangeht. D. H. Ausgrabungen an der Capernaum-Synagoge. Die „Franziskaner des Heiligen Landes", die in den letzten drei Jahren Ausgrabungen in der Nähe der Synagoge von Capernaum (Tel Hum) vorgenommen haben, fanden eine zum Synagogengebäude gehörende Säule, die eine hebräische Inschrift trägt. Wieii erinnerlich, entdeckte man vor einigen Monaten an den Ruinen der Capernaum-Synagoge einen Fries, der das Swastika (Hakenkreuz) trägt, das die heutigen Arier fälschlich als urgermanisches Zeichen verehren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.