Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 2 (16.1.1925)
- Date
- 1925-01-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT v- 2 Sängern an dem festlichen Gelage teilnahm, erhöhte durch kunstvolle Vorträge die frohe Stimmung der Versammelten. . Der Ist. Tempel verein für die Bezirke Wieden-Margareten hat Herrn Hermann G will mann, Oberkantor aus Kischenew, nach einem erfolgreichen Probevortrage einstimmig zum Oberkantor bestellt. Oberkantor H. Gwillmann hat sein Amt bereits angetreten. Probe Vortrag. Oberkantör David Gr o ß vom Gemeindetempel in Fioridsdorf wurde vom Vorstand der Budapester Religionsgemeinde für Freitag, den 16. und. Samstag, den 17. (f. M., zu einem Probevortrag im Budapester Rorabachiempel berufen. Auszeichnung. Die in der „N. Fr. Pr." vom 8. d. M. erschienene Notiz „Der König von Italien hat den Munizipalarzt von Volasca-Abbazia Dr. J. Kurz, einen gebürtigen Wiener, in Würdigung besonderer Verdienste zum Ritter des Ordens der „Corona d'Italia" ernannt und ihm den Titel „Cavaliere" verliehen", bezieht sich auf Herrn Dr. Jacques Kurz, der seit 20 Jahren eine erfolgreiche ärztliche Tätigkeit im Kurorte Abbazia entfaltet und viel zu dessen Aufblühen beigetragen hat. Er ist ein leiblicher Vetter des Medizinalrates Dr. Heinrich H a a s e, dessen geistvolle Aufsätze über Juden und Judentum den Lesern dieser Blätter vorteilhaft bekannt sind. Wir gratulieren dem verdienten Arzte aufs herzlichste. Promotion. Dr. Erwin Lengyel wurde am 12. v. M. zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Trauungen. Sonntag, den 11. d. M. fand im festlich beleuchteten großen Leopoldstädter Tempel die Trauung des Frl. Gina Bloch, Tochter unseres geschätzten Mitarbeiters Herrn Chaim Bloch und seiner Gattin Gusti, mit Herrn Emanuel Neugröschel, Sohn des Herrn Moses Neugröschel, statt. Eine große Zahl von Gästen füllte das Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen und bemerkte man unter anderen: Herrn Legationsrat Dr. Edmund P a r n e s von der polnischen Gesandtschaft, Herrn Hofrat Dr. Bernhard Fuchs vom Bundesministerium für Aeußeres, Hern Rabb. Salomon Friedmann, Sadagora, Herrn Prof. Dr. Samuel Krau ß„ Herrn Dr. Emil Bader vom „Neuen Wiener Tagblatt", Herrn Chefredakteur Ludwig und Redakteur Oskar Hirschfeld von unserem Blatte. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Doktor G r u n w a 1 d verlieh nur den Gefühlen der zahlreichen Freunde, zu denen er selbst seit langen Jahren zählt, passenden Ausdruck, als er in einer von persönlicher Wärme durchdrungenen Rede auf die hohe Wertschätzung hinwies, die den Brauteltern, insbesondere Herrn Chaim Bloch von weiten Kreisen des In- und Auslandes, in denen er durch seine Werke bekannt wurde, gezollt wird. Man schätzt bei ihm, hob er hervor, abgesehen von diesem seinen großen Können, die vornehme Gesinnung, die innige Familien- und selbstlose Menschenliebe, seine Treue, Tugenden, die auch den schönsten Schmuck des Brautpaares bilden mögen. Von dem Vater des Bräutigams betonte er besonders sein jüdischreligiöses Empfinden, den Wohltätigkeitssinn, der von den Großeltern auf die Eltern und von diesen auf die Kinder übertrafen wurde. Nach der Trauung fanden sich die Freunde und Verehrer zu einem Diner in der Wohnung des Brautvaters ein und sah man unter anderen die Herren Rabb. Dr. Max Grunwald, Oberrabb. Gelernter (Kutty), Rabb. Hager, Rabb. Weiger, Rabb. Dr. Pinchas Kohn, Präs. der Agudas Jisroel, Dr. Leo Deutschländer vom Keren Hajessod, Regierungsrat J. Kreppel, Eugen Höflich und dessen Gattin Mirjam Schnabel-Höflich, Chefredakteur H i r s c h f e 1 d. Sie und noch viele andere waren herbeigeeilt, um dem Brautpaare und seinen Stern die herzlichsten Glückwünsche «darzubringen, denen sich auch unsere Redaktion aufs innigste anschließt, denn wir wissen es sehr zu schätzen, in Herrn Chaim Bloch einen Mitarbeiter zu besitzen, dessen Arbeiten insbesondere in jüdischen Kreisen bereits wiederholt Anerkennung gefunden haben. Auch seine jetzt bei uns veröffentlichten Erinnerungen von seiner Amerikareise finden das lebhafteste Interesse und so verbinden wir mit unseren herzlichsten Glückwünschen auch zugleich den Dank und den Wunsch, daß Herr Bloch nach so vielen Entbehrungen nunmehr ein ruhiges, nur seiner schriftstellerischen Arbeit im Dienste des Judentums gewidmetes Leben genießen möge. O. H. — Die Trauung des Oberkantors Ernst Goldstein mit dem anmutigen, Fräulein Steffi Weiß fand unter außergewöhnlichem Andrang des Publikums am 11. Jänner im Polnischen Tempel statt Vereine und Abordnungen, wie der Oest Kantorenverein unter Führung des Präsidenten Löw i t und Ehrenpräsidenten Oberkantor I. Bauer, der Gesamtvorstand des Tefilath - Jeschuron -Bethauses und zahlreiche Freunde des Brautpaares sowie alle Angehörigen waren erschienen, um bei dem vom Rabbiner May e-c- Sohn und Oberkantor F r ä n k 1 herrlich vollzogenen. Trauungsakte Zeuge zu sein. Eine große Manifestation war es für die BeÜebtheit; deren sich der Bräutigam wie die -Braut in allen Kreisen erfreut. Eine elegant arrangierte Jause im Hotel Guth fand unter Teilnähme aller Freunde und des Vorstandes, statt, bei dem viele Festreden dem Brautpaare zü Ehren gehalten wurden. Karl Kaiman s. A. Still und bescheiden, wie er gelebt, ist 'er'von uns gegangen. Im Kreise seiner Fälnilie hauchte er am 5. d. M. seine treue Seele aus. Nur durch die Zeitungen erfuhr die große Zahl seiner Freunde und Verehrer, daß er aus dem Leben geschieden ist und doch hatte jeder, der ihn gekannt, das Gefühl, daß der Tod einen der Besten aus dem Kreise seiner Freunde geholt; einen .Mann, der, anspruchslos für seine eigene Person, stets hilfsbereit dastand, wo man seines Rates und seiner Tatkraft bedurfte. Schon die Einholung der Leiche des durch seine Wohltätigkeit bekannten und beliebten Mannes fand am 6. d. M. unter außerordentlich starker Teilnahme vom .Trauerhause statt und dann bewegte sich der imposante Zug als Zeichen besonderer Ehrung für den Verblichenen am Großen Leopoldstädter Tempel und dem Hause des Allg. Krankenunterstützungsvereines „Montefiore" vorbei. An der Spitze des überaus großen Konduktes sah .man die Mitglieder der Vorstände der verschiedenen Vereine, denen Karl Kaiman seine bewährte Kraft widmete. Bei dem am 7, d. M. stattgefundenen Leichenbegängnisse scharten sich ebenfalls viele Hunderte um den Sarg des Verewigten wie um einen verstorbenen Verwandten und lauschten unter Tränen den trefflichen Worten des Trauerredners, Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald, der bewegten Herzens die schönen Eigenschaften und Tugenden des braven Mannes schilderte, sein offenes, liebenswürdiges Wesen, seine Selbstlosigkeit, seine Opferwilligkeit als Gatte, Vater und Bruder sowie seine be? sondere Treue den Freunden gegenüber hervorhob. Herr Be*- zirksrat Kultusvorsteher Edmund Hoffmann verlieh dem tiefen Danke der Mitglieder und Vorstandsmitglieder des Krahkenunterstützungsvereines „Montefiore" beredten Ausdruck. Mit tief empfundenen Worten dankte Herr Redakteur Ludwig Hirse Ilfeld dem Verblichenen für dessen hingebungsvolle Tätigkeit im Dienste des Vereines der „Freunde des großen Leopoldstädter Tempels" und versicherte, daß der Verein solche hervorragende Leistungen stets in ehrenvoller Erinnerung behalten werde. Namens des Witwen- und Waisenfonds „Montefiore" widmete Obmann Heinrich G r o n n e r dem verewigten Ehrenmitgliede warme Worte des Angedenkens für seine überaus erfolgreichen Leistungen. Oberkantör Heinrich Fischer stimmte unter Assistenz des ersten Kantors Leo Funke und des Chors die Trauergesänge in der Zeremonienhalle und am offenen Grabe in ergreifender Weise an. Eine unübersehbare Menge Teilnehmender gab dem Hingeschiedenen das letzte Geleite, wobei dessen engere Freunde die Bahre zur letzten Ruhestätte trugen. H, . Todesfälle. Herrn Moritz E i s n e r in Eger kam dieser Tage die traurige Kunde vom Ableben seines Bruders, Herrn Sigmund E i s n e r, Großindustrieller in Red-Bank zu. Der Dahingeschiedene war eine Persönlichkeit faszinierender Art, weit bekannt und berühmt in den Vereinigten Staaten. In der Zeit der schweren Krankheit liefen wiederholt nach Eger Nachrichten über das Befinden Sigmund Eisners sowohl von seinen Angehörigen wie von dessen persönlichem Freunde, Herrn Albert Weiß, Ehrenpräsident der The College of the City of New York, ein. Der Dahingeschiedene hinterläßt eine Gattin und 4 Söhne in der Firma, die in gleichem hochherzigen und edlen Sinne des Verewigten ihren Lebenswandel — vor allem in humanitärer und in religiöser Hinsicht — führen. Bei irgend einer Gelegenheit in jüngster Zeit widmete der Verblichene 50.000 Dollars für Erez Israel. Chawal al d'abdin! . . . Wehe um diejenigen, die uns verlorengehen, es kommen selten solche Edle nach! W. Wohltätigkeitsakademie. Donnerstag, den 22. d. M. findet im großen Musikvereinssaal zugunsten des Witwen- und Waisenfonds des Vereines „Oser Chesed" unter Leitung seines verdienstvollen Obmannes Siegmund Kornmehl eine Wohltätigkeits-Akademie statt, zu der ihfe gefällige Mitwirkung zugesagt haben: Kammersänger Oestv i g (Staatsoper), Kammersängerin K i u r i n a (Staatsoper), Lotte Witt (Burgtheater), Hans T h i m i g (Reinhardt-Bühne), das humoristische Quartett des Wiener Männergesang* vereines, der 13jährige Meisterplanist G o 1 d s a n d u. a. Der Vorstand bittet in Anbetracht des wohltätigen Zweckest um regen Zuspruch.