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Die Wahrheit · 1924-12-05 · Heft 49 (5.12.1924) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 49 (5.12.1924)
Date
1924-12-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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gemeinden nicljt beeinträchtigt worden und wird sicherlich dazu beitragen, auch das Verhältnis zwischen den beiden Staatswesen immer besser zu gestalten. _______ Erich Liniktrom-Ludendorff und „Die Weisen von Zion. Von Siegfried J a c o b y, Berlin. Die nationalsozialistische (deutsch völkische) Freiheitspartei unter der Führung von Lude ndorff, Hitler und ü.raefe will mit aller Gewalt wieder „maßgebenden Einfluß'1 im deutschen Volke haben. Da aber der „große General", trotzdem er so großes Unglück über das deutsche Volk gebracht hat, das noch immer nicht einsehen will, so hatten wir das Vergnügen, diesen General a. D. im Reichstag zu sehen. Auch zum kommenden Reichstag ist Ludendorff wieder Spitzenkandidat der völkischen Partei. In den Wahlversammlungen, in denen Erich Ludendorff spricht, werden immer die „Weisen von Ziorf" von ihm zitiert: Er sagt, daß alles, was seit 1914 geschehen ist, auf das Konto der „Kehilla" (der jüdischen Geheimregierung) geschrieben werden muß. Da aber das deutsche Volk sicher nicht genau weiß, was eigentlich mit den „Weisen von Zion'* gemeint ist, so muß dieses Machwerk auch zur Reichstagswahl besprochen werden.1') Ludendorif sagte in München, Hannover und Ober- *) Deshalb ist gerade zur rechten Zeit das ausgezeichnete Buch unseres geschätzten Mitarbeiters B. Segel: „Die P r o t o k o 1 l.e d e r \V e i s e n v o ii Z i o n'\ kritisch beleuchtet. Eine Erledigung im P h i 1 o - V e r 1 a g, Berlin, erschienen. Vergleiche die Selbstanzeige des Autors in den letzten Nummern unseres Blattes und die Besprechung an anderer Stelle. D. Red. Was nachher geschah, war eine ewige und ununterbrochene Jagd nach Möglichkeiten, sich zu treffen, um einander in die Augen zu schauen. Stundenlang konnte er ihr zureden. Er goß sein leidenschaftliches Temperament in ihr heißes Liebesbedürfnfe und das Bedürfnis wurde zum unstillbaren Du^t, zu einer alles Innere verzehrenden Glut. So kämpfte sie ein Jahr lang, kämpfte wie eine Märtyrerin. Bis der Kelch ihrer Leidenschaft voll wurde, übervoll, und überrann. Da gab es kein Besinnen, keinen Halt mehr. An diesen Werdegang ihrer Liebe dachte Recha,« während Iwan, die leichte Verstimmung Rectoas merkend, die Koffer auspackte. Recha blieb auf. einem Sessel sitzen und, den Kopf am Arme gelehnt, war sie von seltsamen Gefühlen und Gedanken überwältigt. Zwischendurch fragte Iwan nach dem Grunde ihrer Verstimmung. „Bitte Dich, Iwan, einen Moment noch lasse mich ausruhen. Die Flucht und die Reise und das ersehnte Ziel, es hat so erschütternd auf meine Nerven gewirkt." Iwan willfahrte ihrer Bitte und während er alles, auskramte und in die Kästen legte, kamen Zweifel und nagten an dem Gewissen Rechas. Aus unterirdischen Schlünden der Seele, aus den entferntesten Verstecken des Bewußtseins kamen sie wie krächzende Haben heran. batyern in den Wahlversammlungen, daß der Versailler Friedensvertrag, der Waffenstillstand, Vertrag von Rapallo, die Dawes-Gutachten von der jüdischen Geheimregierung gemacht worden sind. Also nun mit Mut zum Werke „Die Weisen von Zion". Die Londoner „Times'" vom 16. August begannen mit dem Abdruck einer Reihe von Artikeln ihres Konstantinopler Korrespondenten, worin nachgewiesen wird, daß die „Protokolle der Weisen von Zion", die so viel antisemitischen Zündstoff in die Welt geworfen haben, ein auf Charlatanerie beruhendes Plagiat seien. Die „Times" bemerken dazu: „Die sogenannten Protokolle der Weisen von Zion' wurden letztes Jahr in London unter dem Titei , Hie Jewish Poril' (Die jüdisches Gefahr) veröffentlicht, als Uebersetzung eines Buches, das von N i 1 u s 1905 in Rußland herausgegeben wurde, einem Regieruitgsbeamten, der behauptet hatte, von einem Freunde eine Kopie von Protokollen über eine geheime Sitzung erhalten zu haben, die in Paris von einer jüdischen Gesellschaft abgehalten worden war, welche eine Verschwörung angezettelt hatte, um die Zivilisation zu vernichten und einen jüdischen Weltstaat zu begründen. Diese Protokolle haben bis nach der russischen Revolution von 1917 wenig Aufmerksamkeit erregt. Erst das Auftreten der Bolschewisten, bei denen angeblich zahlreiche Juden beteiligt sein sollen und die in der Praxis politische Theorien eingeführt und verteidigt haben, die denjenigen ähnlich sind, die in den Protokollen dargelegt wurden, machte viele (und auch Ludendorif) glauben, daß die Entdeckung des Nilus auf Richtigkeit beruhe. Die Protokolle wurden viel diskutiert und in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt, Als Iwan schließlich fertig war, näherte er sich Recha, eine von ihm geliebte Melodie pfeifend. In diesem Augenblick kam ihr Iwan fremd, furchtbar fremd vor. Und eine wahnsinnige Angst überfiel sie. .— Einen Moment lang beherrschte sie ein plötzlicher Gedanke an eine Flucht, an eine Rückkehr nach Hause, ehe es noch zu spät sei. Da packte sie Iwan an den beiden Armen, hob ihren Kopf zu sich empor und schaute ihr in die Augen. Da war es um sie geschehen. Da kam der große Rausch, das Wildaufschäumen der Sinne, die alles betörende Leidenschaft. Iwan schwamm in Gluck und Genuß. Fr vergrub sein Gesicht in die langen, schwellenden braunen Flechten Rechas, Ihre großen tiefschwarzen Augen mit ihrem fabelhaften Glanz erzählten ihm Märchen aus verschollenen Jahrtausenden. Ihre schöne, helle mitschwingende Seele übte einen unwiderstehlichen Zauber auf ihn aus. Er hr.tte trotz seiner Jugend schon weltmännische Erfahrung hinter sich, er lebte einige Jahre in Frankreich, England und Italien. Aber nie hatte er ein Weib gekannt, das so Herr seiner Sinne wurde wie Recha. Sie schliefen bis in die NachmittagssumJe. Recha wußte kaum mehr, ob es Tag oder Nacht sei. Es gab für sie keine Zeit, keine Welt, keine Mitmenschen. Die entfesselten Elemente zweier leidenschaftlicher Naturen tobten und rasten . . . (Fortsetzung folget.)

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