Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 48 (28.11.1924)
- Date
- 1924-11-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Setoc 10 DTE WAHRHEIT größte Teil der Störenfriede gar nicht zu den Hörern der Technik zählt, sondern am der Universität inskibiert ist, abgesehen auch davon, daß die Kampfmittel dieser „lernbegierigen" Jugend — gelinde gesagt — lecht uiiakademisch sind, muß auch darauf hingewiesen werden, daß diese Störenfriede vielfach „deutsche Ausländer'1 sind, die zufolge ihrer Sprachzugehörigkeit in bezug aller Begünstigungen unseren österreichischen Studenten gleichgestellt sind. Wenn diese deutschen A u s 1 an d s s t u d e rite n die Gastfreundschaft dazu mißbrauchen, um auf unseren Hochschulen Wirbel zu inszenieren und den Unterricht zu stören, dann entziehe man ihnen die Begünstigung oder schaffe sie über die ü r e n z e, damit sie ihrem „Heldentum" auf den Hochschulen in Italien. Jugoslawien und der Tschechoslo- \v a k e i freien Lauf lassen. Wie kommt unser armer Staat dazu, die ohnedies so schwer zu erhaltenden Bildungsstätten zum Schauplatz von Bubenstücken degradieren zu lassen und warum sollen wirklich lernbeflissene Hochschüler durch die Sperrung in Mitleidenschaft gezogen werden? Jüdische Nobel-Preis-Träger. Seit dem Jahre 1901 ist der Nobel-Preis 98mal verteilt worden, und zwar an 124 Personen und drei Institute. Unter den 124 Personen befinden sich 15 Juden. Es erhielt 1907 den Nobelpreis für Literatur Rudyard Kipling, den Nobel-Preis für Physik erhielten 1907 Albert A. M ich e 1 so n, 1908 Gabriel Lippmann und 1921 Albert Einstein. Den Nobel-Preis für Chemie erhielten 1910 Otto Wallach, 1915 Richard Willstädter und 1918 Fritz Haber. Den Nobel-Preis für Medizin erhielten 1908 Paul Ehrlich, 1914 Robert B a r a n y und 1922 O. Meyer hoff. Endlich erhielten den Friedenspreis ]9il gemeinsam der Holländische Staatsminister Asser und Alfred H. Fried. Ferner sind noch bei den Nobel-Preis- Trägern folgende Judenstämmlinge zu nennen: Paul Heyse (Literaturpreis 1910), Niels Bohr (Physik 1922) und Adolf v. Bayer (Chemie 1905). Die Ursache des Judenhasses. Es gibt unter den Völkern viele Antagonismen, die zu Konflikten führen. Tausenderlei Standpunkte unter hundert Völkern. Es sind im Grunde immer nur Dinge ..lokaler" Natur. Ich wage die Behauptung: Nur ein Völkerkonflikt ist von Bedeutung für alle. Der der .1 udenfrage zugrundeliegende! Denn diese ist wirklich eine Frage der ganzen Menschheit, der Judenhaß ist besonderer Art. Das Judentum ist Träger der höchsten menschlichen Eigenschaften: Des Geistes und des Willens, diese sind bei keiner anderen Rasse so entwickelt, wie bei dem Juden. Ist es nun Zufall oder ist es Notwendigkeit, daß der Jude sich in nördlichen, in germanischen Ländern auch äußerlich unterscheidet? Nie wäre es sonst möglich, daß der Jude so stigmatisiert werden könnte. Der Jude fällt in deutschen Landen auf. Und der Neid der Besitzlosen, den es zu allen Zeiten gab. läßt sonst vielleicht ehrliche Menschen furchtbare Irrwege einschlagen. Besonders in Zeiten, wie den gegenwärtigen. Die Schwarzhaarigen mit den tief beseelten Augen — sie, die sonst Inkarnation des Höchsten im Menschen, der Seele wären, sie sind es dann, denen der Kampf gilt. Was will die sicher existierende Degeneration der Juden in körperlicher Hinsicht denn besagen gegenüber jener allgemeinen Höchstentwicklung von Geist und Willen? Das nie lügende Auge verrät ihn. „Das ist der Jude!" Und man sieht nicht den strebenden, weit- und weiterblickenden, nur mit geistigen Mitteln kämpfen wollenden, nein, man sieht nur die Kehrseite der Judenschaft, daß sie auch wie alle Völker und Einzelmenschen Irrwege geht. Den Juden hassen, heißt die Menschheft schänden; dennoch setzt sich, seit Jahrhunderten, periodisch wiederkehrend die Menschheit in gleicher Weise selbst herab. Das Niveau der Masse bleibt tiefer — dort aber die Höherentwickelten voll Geist, voll Willen und auch voll Fehlern! Aeußerlich kenntlich! Dann tobt die von „Rassenmerkmalen" geblendete Welt und schändet sich selber. Es ist Ahasvers Fluch, menschlichen Willen und menschlichen Geist im höheren Maße verwalten zu müssen. Ich kann es zwar nicht begreifen, muß aber die Möglichkeit zugeben, daß Menschen, durch Haß und Neid blind geworden, schließlich zum Standpunkt gelangen, überhaupt Geist und Willen zu negieren. Als „urcdeutsch" wesensfremd. Wer so eingestellt ist — der wird nie begreifen, was ich sagen.wollte. B. B. Riehl macht sich selbständig. In der Leopoldstadt fand vor kurzem eine Versammlung des Leopoldstädter und Brigittenauer Deutschsozialen Vereins statt, in der Dr. Walter Riehl und seine Anhänger gegen die Verjudung der Leopoldstadt Stellung nahmen. Dr. Riehl sagte, die Macht des Judentums sei bereits so groß, . daß man zum G e g e n h i e b ausholen müßte. Ein gewisser Effenberger führte darüber Klage, daß die christlichen Kinder vom Studium abgehalten werden, wodurch die Juden in den Vordergrund treten können. Ein Oberst Hiltl meinte, d i e .D e u t s c hvölkischen müssen wehrhaft gemacht werd e n, er schlug die Bildung einer Organisation der christlichdeutschen Gegenseitigkeit vor, was auch beschlossen wurde. Jiddisch und Jüdeln. In der „Vossischen Zeitung" spielt sich im Sprechsaal eine anziehende Auseinandersetzung über Jiddisch und Jüdeln ab, in der von verschiedenen Leuten und auch von verschiedenen jüdisch-politischen Richtungen das Wort genommen wurde. Der letzte, der Wertvolles zu dieser Frage sagt, ist Fritz Goetz (Berlin-Haleusee). dessen Aeußerungen („Vossische Zeitung", Nr. 534) wir in ihren wesentlichen Teilen hier wiedergeben: „Wir müssen unterscheiden, was die bisherigen Einsender mir in verschwommener Weise getan haben, zwischen dem Jargon-Jiddisch, das Millionen von Juden in Osteuropa als Verkehrssprache sprechen und dessen Wurzeln aus dem Mittelhochdeutschen stammen, und dem widerlichen Sprachmischmasch, das besondeis einige Berliner Komiker — es sind zum Teil, wie beispielsweise Prag er, leider selbst Juden — auf den Kabarettbühnen verzapfen und damit ihr Publikum zu unterhalten oder zu erheitern glauben. Das Jangon-JEddisch, das über eine auf sehr hoher Stufe stehende Literatur verfügt, das Dichter wie David Pinski1, Bergelson, Perez, Sc hol am A1 e i c h e m, Frischmann, A n s k i, Ch. Bloch hervorgebracht 'hat, das beispielsweise in Amerika über Zeitungen verfügt, die in einer Tagesauflage von vielen ^Millionen erscheinen, ist eine zu ernste Angelegenheit, als daß man sie «mit dem berühmten Achselzucken abtun könnte: was aber durchaus unwürdig und widerwärtig ist und jeden Menschen von einigem Geschmack abstößt, das ist das sogenannte Jüdeln auf den Kabarettbühnen. Wahrscheinlich sollen hierdurch andere mangelnde Fähigkeiten verdeckt werden und dem Theaterpöbel damit ein besonderer Leckerbissen gereicht werden. Wie sehr diese sogenannten Künstler sich selbst mit derartigen Vorträgen erniedrigen, dafür scheinen die Herren kein Gefühl zu haben.Es ist aber notwendig, ihnen das einmal ganz deutlich zu sagen und deshalb begrüße ich die Auseinandersetzung und hoffe, daß sie den Herren, die gemeint sind, auch zu Gesicht kommt. Es wäre aber Sache der jüdischen Organisationen und eine ihrer wichtigsten Aufgaben — ich denke da an den Zentralverein oder Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten — mit allen ihnen zu Gebote, stehenden Mitteln diesem groben Unfug auf den Berliner Bühnen zu steuern und die Herren „Künstler", die in dieser Kunstart besonders hervortreten, in nachdrücklichster Weise darauf aufmerksam zu machen, daß es anständigere Arten gibt, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, als die Beschmutzung des eigenen Nestes." — Wir können Fritz Goetz nur beipflichten. In Oesterreich haben wir leider keine solchen Organisationen, wie in Deutschland, die gegen derartige Taktlosigkeiten jüdischer Künstler einschreiten könnten. Umso mehr würde es durchaus angebracht sein, wenn das Publikum beim Vortrage selbst oder nachher deutlich Protest erheben würde, damit nicht, was bisweilen gesagt wird, der Eindruck entstehe, Juden selbst billigen oder wünschen gar solche Widerwärtigkeit. „Majestätsbeleidigung" in der Republik. In Bad Landeck in Schlesien nahm ein Passant einem fünfzehnjährigen Jungen ein Hakenkreuz weg und lieferte es in der Badekanzlei ab. Nachher stellte es sich, o Schreck, heraus, daß der Jüngling der Sohn des Prinzen Joachim Albrecht von Preußen gewesen war. Das war natürlich was anderes. Der „G r o b i a n" tntschuldigte sich de- und wehmütig beim hochgeborenen Papa. Die Polizei nahm ihn dann bloß in eine Ordnungsstrafe von 10 Mark. — Noch gut abgelaufen. „Ob echt oder nicht . . ." In der völkischen Zeitung „Der Aufrechte" findet sich das folgende charakteristische Inserat: „Geheimnisse der Weisen von Zion. In deutscher Sprache herausgegeben von Gottfried zur Beck. — Die .Geheimnisse' sind nun in der ganzen Welt verbreitet. Von jüdischer Seite wird zwar behauptet, die hier gegebenen Richtlinien zur Erlangung der jüdischen Weltherrschaft seien gefälscht. Aber ob echt oder nicht — was tut's, wenn die Ereignisse die jüdische Herrschaft immer mehr bestätigen?"