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Die Wahrheit · 1924-11-18 · Heft 46-47 (18.11.1924) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 46-47 (18.11.1924)
Date
1924-11-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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om wAHRiim Nr. 46/47 Die vierte Gattin, die er heiratete, überlebte ihn um viele Jahre. Sie ist in hohem Alter in Wien gestorben. 'Vh^S Unter den seltsamen Zügen aus dem Leben seines Vater verzeichnet dessen Sohn u. a., daß er niemals gestattete, daß einer seiner Vorstellungen mehr als 100 Personen beiwohnen. Er duldete nicht, daß mehr als hundert Karten ausgegeben wurden und er bestimmte als Preis der Karte immer zehn Ouiden. Er veranstaltete auch niemals in derselben Stadt eine zweite Vorstellung, solange er von dem Erträgnisse der ersten noch Geld hatte. Von den großen Ehrengeschenken, die er für seine Produktionen von Monarchen und in den Häusern der Aristokraten und Geldmagnaten von geladenen Gästen erhielt, schickte er immer beträchtliche Summen seiner in der Heimat zurückgelassenen Familie. Der Kaiser von Oesterreich, die Königin von England, der Zar, der Sultan und selbst der Papst zeichnete den Gedächtniskünstler durch reiche Geschenke aus; es sollen ihm aber auch einige Orden verliehen worden sein, die aber, wie alle Dokumente und wissenschaftlichen Aufzeichnungen, die er stets mit sich führte, spurlos — wie ihr Besitzer selbst — verschwunden sind. Interessant ist, daß der große ungarische Romancier J o k a i, der Gelegenheit suchte, mit Hersch Dänemark näher bekannt zu werden, in einem seiner Romane einen geheimnisvollen Wundermann schildert, zu dessen Zeichnung er den jüdischen Gelehrten als Modell nahm. In einem vor etwa 25 Jahren erschienenen Feuilleton des „Pesti Naplö" erzählte der bekannte ungarische Schriftsteller Aga!', daß Franz D e a k, der selbst' über ein phänomenales Gedächtnis verfügte, einst den Versuch machte, sich ja selbst in der Bibel besaß, betrachtet und schweren Herzens entschloß 'sich ein Vater jüdischen Wissens, seine Tochter einem Amhaarez zur Frau geben, während in der Vorzeit doch nur derjenige Amhaarez genannt wurde, der seine Steuerpflicht nicht erfüllt Diese Renitenz hat sich leider im Judentum auch in der Neuzeit sehr eingebürgert. Wie viele denken nicht daran, daß unser Judentum keinen Kirchenfonds besitzt, um das Gotteshaus, die Lehranstalten die Lehrer, Seelsorger und Kultusbeamte zu versorgen. Es sind die Anhänger und Besitzer des versperrten Goldes, des s i c h o w - s u g i r, Jas seit Jahren vergebens einer edlen Bestimmung harrt. Diese Elemente sind auch taub für die Stimme der Annen. Viel solches versperrte Gold haben sie noch, diese Amh aarazim, die sich diesen .Beiträgen entziehen, eine absentierte Stellung einnehmen, und, wie Rabbi Josua sagte, die Erstlinge verstümmeln, um nicht die unserem jüdischen Kultus nötigen Hilfsbeiträge zu bringen. R a b a s Hamhimui im Innern eine heillose Verwirrung, es sind die Träger eines entweihten Namens, temeas hascheni. Das Erbe unserer Väter wird uns nicht abhanden kommen, es ist eki hohes, heiliges Erbe: „Die Religion.'4 Israel ist ein Volk dies Glauibens und wird es bleiben. mit Hersoh Dänemark zu messen, aber starr vor Stauinen gar bald den Versuch einstellte. Mit dem Manne, der einmal -auf Verlangen des Zaren Nikolaus die Namen der Soldaten eines Regiments, die ihm vorgelesen worden waren, ohne sich auch nur einmal zu irren, in derselben Reihenfolge wiederholt hatte, konnte es allerdings niemand aufnehmen. Es ist sicherlich ein Verlust für die Wissenschaft, daß zurzeit, als Hersch Dänemark auftrat, berufene Fachmänner nicht Anlaß nahmen, diesem Phänomen jene intensive Aufmerksamkeit zuzuwenden, die man heute ähnlichen- Erscheinungen entgegenbringt. So ist es zu erklären, daß dieser jüdische Gedächtniskünstler, der vielleicht nicht seinesgleichen noch gehabt, beinahe ganz vergessen wurde. N. N. ' Im Kampfe gegen den Antisemitismus. Eine Selbstanzeige. Von Benjamin Segel. (Fortsetzung.) Die Legende vom jüdischen Bolschewismus ist aber nur der l/eil einer umfassenden Legende, verkörpert in den „Protokollen der Weisen von Zion", die der Russe Sergej Nilus in die Welt gesetzt, die in allen Ländern der alten und der neuen Welt eine ungeheure Verbreitung gefunden haben. Einem der drei französischen Bearbeiter dieses Buches hat der Papst durch den Kardinal Qasparri seinen Glückwunsch und den apostolischen Segen übermitteln lassen! Das gesamte polnische Episkopat hat in einem an alle Bischöfe der Welt gerichteten Brief sich zum Sprachrohr dieser Legende gemacht. Der reichste und berühmteste Amerikaner Henry Ford streut Millionen Dollars jährlich aus, um die Protokolle in Amerika und Europa zu verbreiten, er hat einen weitläufigen Kommentar zu ihnen herausgegeben, er unterstützt Organisationen, welche sich auf dem diesem Buche zugrundeliegenden Glauben aufbauen. Der General Ludendorff hat seine ganze Autorität für die Echtheit der Protokolle und die Wahrhaftigkeit ihres Inhaltes in die Wagschale geworfen. Bei den letzten Wahlen im Mai 1924 sind die energischesten und unverfrorensten Verfechter der Protokolle in den Reichstag gewählt worden. Im Reichstag sowie im bayrischen Landtag wurden auf Grund der Protokolle Anträge zu einer neuen Judengesetzgebung eingebracht, die dahin strebt, die Juden der Gleichberechtigung zu berauben und sie unter Fremdenrecht zu stellen. Das ist nämlich der Zweck dieser ganzen Protokollkampagne, welche von einer über alle Lander verbreiteten, planmäßig und zielbewußt vorgehenden Organisation geführt wird: in den breiten Volksmassen die Ueberzeugung zu verbreiten und zu befestigen, daß unsere Gleichberechtigung aufgehoben werden muß und soll. Ist erst das Bewußtsein des Volkes so weit vorbereitet, dann wird die Verwirklichung des Planes nicht mehr viel Mühe kosten. Besonders in Amerika scheint sich ein bedeutsamer Umschwung vorzubereiten. Man bedenke, daß der genannte Herr Ford durch seine Protokoll- Propaganda nicht etwa dem Fluche der Lächerlichkeit verfallen ist, sondern umgekehrt als Präsidentschaftskandidat auftreten konnte. Zwar hat er vorläufig seine Kandidatur zurückgezogen, aber das ist nur provisorisch, wie allgemein versichert wird, bei gegebener Gelegenheit wird Herr Ford wieder auftauchen. Es ist auch von ominöser Bedeutung, daß man seit ein paar Jahren in den Vereinigten Staaten von einem Numerus Clausus an den Universitäten spricht, daß Studenten und Professoren ihn verlangen, und daß das Projekt der Gründung einer besonderen jüdischen Universität sehr ernsthaft erörtert wird, wie sie die Neger schon längst besitzen. Wer das vor einem Jahre erschienene Buch von Burton Hendrick „The Jews in American" liest, wird an die Entstehungsperiode des Antisemitismus erinnert. Aus diesem Buche spricht der Geist zum Teil sogar die Worte Treits'chkes. Methode und Ideengang sind bei Treitschke entliehen. Am Anfang war in Deutschland Treitschke, am Ende war Hitler. Es ist nicht ausgeschlossen, daß dieser amerikanische Treitschke ebenfalls der Vorläufer eines Hitler ist. Doch würde der amerikanische Hitler viel größeres Unheil anrichten

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