Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 44 (31.10.1924)
- Date
- 1924-10-31
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 44 DIE WAHRHEIT Seite 11 Theater, Kunst u.Literatur | Hl Von Woche zu Woche Propagandasektion der »Union deatschösterreichischer Juden". Dieses rührige Komitee veranstaltete Samstag, den 25. Oktober 1924, im Festsaale dies Hobel Continenftal einen Festabend, der überaus gelungen ist Nach der geistreichen Ansprache des Herrin Dr. Jakob Ornstein, des Präsidenten der „Union deutschösterreichischer Juden", der die Ziele und Zwecke der „Union" erläuterte und die Jugend im wohlverstandenen eigenen Interesse zur Mitarbeit aufforderte, folgten künstlerische Darbietungen, die überaus beifällig aufgenommen wurden. Die ganz hervorragenden Leistungen des jugendlichen Klavier virtuosen Robert Goldsand veraitteten stürmischen Applaus. Besonders glänzend und bei prächtiger Stimme war Frau Operrasängerin Klara Mus iL Spezielles Lob verdienen auch Herr Schriftsteller Brey er als Conferencier, der glänzende Humorist Hof er von der Rolandfoühne, der Siflomaneur Josef Wodal, sowie das ausgezeichnete Mitglied dies Burgtheaters, Blanka Glossy, die für ihre hervorragenden Leistungen vom zahlreich anwesenden Publikum gleichfalls mit großem Beifall ausgezeichnet wurde. Das meisterhafte Violinspiel der Frau Lydia Bramd-Neiper von der königlichen Oper in Stockholm, sowie die gelungenen Vorträge des Herrn L. Spitzer bildeten den Abschluß des ausgezeichneten Programmes. Es war ein ebenso genußreicher, als künstlerischer Abend, um dessen Gelingen sich das Komitee mit seinem Obmann Moritz Neumann und den Herren Dr. Edmund Korn, Julius Brückner,, Ignatz Kl i n g e.r, Michael G r ü n w a l d und Simon Nagel an der Spitze redEoh bemüht haben. Nach den Vorträgen kam die Jugend zu ihrem Rechte, die unter den Klängen der Kursalon-Kapelle {Direktion Berthold Ullmann) tanzte. Baden bei Wien. Am 19. Oktober wurde zum Andenken an den am 4. Jänner d. J. verstorbenen, gefeierten Meister Professor Alfred Grünfeld, der durch mehr als 30 Jahre Badens Kurgast war, eine von der Vereinigung Badener Musikfreunde gewidmete Porträtbüste in feierlicher Weise enthüllt. In der aus diesem Anlasse veröffentlichten Festschrift erinnert Schriftsteller Siegfried Löwy daran, daß Grünfeld, ein gläubiger Jude, alljährlich am Jom-Kippur den Badener Tempel besuchte, wo ihm ein Ehrenplatz eingeräumt wurde. Der Vorstand beabsichtigt, das Andenken seines treuen Tempelbesuchers durch Aufnahme seines Namens in die Haskarah zu ehren, was jedoch erst nach Ablauf des Trauerjahres geschehen kann. tDanftsagung. Anläßlich der Goldenen Hochzeit unserer innigstgeliebten Eltern Salomon und Henriette Kobn sind denselben so viele ehrende und hocherfreuende Beweise von Freundschaft und Verehrung zugekommen, daß wir außerstande sind, jedem einzeln hierfür geziemend Dank zu sagen. Wir sprechen daher auf diesem Wege allen unseren Verwandten, Freunden und Bekannten unseren wärmsten, tiefgefühlten Dank aus und erlauben uns insbesondere dem Herrn Bürgermeister der Stadt Wien und dem Präsidium der Kultusgemeinde für ihre herzlichen Gratulationsschreiben, den Herren Kultusräten Med.-Rat Dr. Jakob Deutsch und David Dohan für die uns erwiesene Aufmerksamkeit, der Bezirksvertretung Hernais, der Bezirksvertretung XVI/XVII der Israel. Kultusgemeinde, dem Bethausvorstand, Herrn Rabbiner Prof. Dr. Bach, den Herren Oberkantoren Matyas und Kog'an, Herrn I. Kantor Harendorf für die Veranstaltung der solennen Feier im Gotteshause, dem Präsidium des Verbandes der Altwarenhändler sowie den Vertretern der verschiedenen Vereine hiermit unseren herzlichsten Dank abzustatten. Wien, am 26. Oktober 1924. Für die Familie ygnatsz 3F£ofm B Schaffet Altersheime! Wie ein Weck- und Mahnruf ist im vorigen Jahre zugleich mit dem Schofarschall in der „Wahrheit" der Ruf erschallt Nicht vergebens ist die Audiforderung mit tief empfundenen, wahrheitsgetreuen Schilderungen aus der Feder einer alten Frau geflossen. Sie hat Echos geweckt, in den Herzen und denkenden Köpfen die Erkenntnis wachgerufen, daß es jeden angeht und betrifft, daß jeder Mensch lebt, um alt zu werden, und daß man bei Zeiten daran denken soll, ein behagliches Nest für seine alten Tage sich zu sichern. Dies ist kein überflüssiger Gedanke! Auch die mit Kindern beglückten Eltern können nicht mit Sicherheit darauf rechnen, im Alter von ihren Kindern betreut und gepflegt zu werden, weil die Zeit, die so vieles verändert, auch da andere Ansichten und notgedrungene Gebote gezeitigt hat. Die Kinder bieten lieber die Mittel, als sich selbst; denn sie verfügen beim besten Willen nicht über die Zeit und ihre Person, um sich dem Dienste der Kindespflicht zu widmen. Darum beteilige sich jeder an der Aktion, für die am 1. November im Interesse der großen und wichtigen Sache gesammelt wird. Gut organisierte und gewissenhaft geleitete Altersheime für zahlungsfähige Alte, ob nun konfessionell oder interkonfessionell eingeteilt, aber nicht als Spekulations- oder Geschäftsbetrieb, sondern so wie das Schulwesen für die Jugend, auf idealer Grundlage. Wer an solch notwendiger Schöpfung mitarbeitet, mitsorgt, um sie zu verwirklichen, um dieser so notwendigen Sache zu einem guten Gelingen zu verhelfen, der sichert sich ein verdienstvolles ehrendes Andenken. Möge der Sammeltag beweisen, daß es in Wien gute Menschen gibt, die mit dazu beitragen, daß die Bedürftigen im Alter ein ruhiges Plätzchen finden, frei vom unumstößlichen Zwange, mit ganz anders gearteten, schicksalsverbitterten, unverträglichen Menschen in einem engen Räume vereint leben zu müssen. R. St. Vorträge des Herrn Rabbiners Dr. A. Kaminka. Die Zuhörer der Vorträge des Herrn Dr. Kaminka haben aus ihrer Mitte ein Komitee gebildet, an dessen Spitze Herr Karl Altmann. Mariahilferstraße 126, steht und das die Aufgabe übernommen hat ein selbständiges Institut für religiös-wissenschaftliche Studien (Beth-hamidrasch) unter Leitung des Herrn Dr. Kaminka zu errichten. Die Vorträge werden bis auf weiteres im Bethause „Schomer Israel", Wien HL, Hetzgasse 40 (Ecke Untere Wedßgärberstraße), stattfinden, und und zwar jeden Montag abends: 6 bis 7 Uhr Jesaja, 7 bis 8 Uhr Ma^monides More Nebuchim; jeden Mittwoch abends: 6 Uhr bis 7 Uhr Talmud, 7 bis 8 Uhr More Nebiichim; jeden Samstag (während des Wintersemesters) Pentateuch mit Kommentaren. Diie Eröffnung findet Sonntag, den 2. November, 3 Uhr nachmittags, Hetzgasse 40, durch einen Vortrag über „Die ethischen Grundideen des Moses Maimomi des" statt Aus dem Verein „Nächstenliebe". Im Rahmen einer Festausschußsitzung fand am 25. d. M. unter Vorsitz des verdienstvollen Obmannes Adolf Reich die Enthüllung des Gruppenbildes des Vorstandes des segensreichen Vereines „Nächstenliebe", sowie von Porträts einzelner hervorragender Vorstandsmitglieder in den festlich dekorierten Vereinslokalitäten statt Nach der befeuernden Rede des Obmannes sprachen die Herren Dr. A. Braun, Chef der Vereinsärzte, Kommerzialrat G r u b e r, Kassaverwalter Löwy, Ausschußmitglied Karl Fuchs und Ad. Klein, in herrlichen Reden die Verdienste des Obmannes Reich und der Vorstände würdigend. Im Namen des „Vereräets für wahre Wohltätigkeit" verdolmetschte Prof. Nasche in sinniger, heiterer Rede die Grüße seines Vereines, und gedachte des Herausgebers der „Wahrheit", Chefredakteurs L. H i r s c h f e I d, des Obmannes des Schiedsgerichts O. Schramek, des abwesenden Kommerzialrats Alfred Landesberger. Mit einem Hoch auf alle Angehörigen der „Nächstenliebe" schloß er seine beifällig aufgenommene Rede. — In zwanglos heiterem Zusammensein fanden sich die bei der Festsitzung versammelten Damen und Herren in den schönen Räumen des Cafe- Restaurants „Rembrandt". Mit einem rauschenden Tusch empfangen, setzte man sich zu der Tafel, zu der der Besitzer. Herr Wilhelm Wilder, das Vorzüglichste an Speise und Trank geboten hatte. Die erste herzliche Begrüßung hielt Herr Schön herz, ihm schloß sich Obmann Reich, der in witzigen Worten den Zusammenhang zwischen ernsten und Magenfragen unter großer Heiterkeit kennzeichnete, an. Mit einem a^uSEre?