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Die Wahrheit · 1924-10-31 · Heft 44 (31.10.1924) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 44 (31.10.1924)
Date
1924-10-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 10 Nr. 44 zu ermorden, erwiderte Schimmer: „Das nenne ich keinen Mord, sondern: das Haus auskehren". Professor Schimmer entwickelte sein Programm einer Zusammenarbeit der Nationalisten aller Länder gegen die Internationalisten und Juden. Christus, sagte er, sei ein Arier gewesen. Die italienischen Fascisten hätten Hitler militärische Unterstützung versprochen. Mussolini habel es jedoch im entscheidenden Augenblick des November-Putsches nicht gewagt, die Grenze zu überschreiten. Auch Horthy und seine Freunde halten zu den deutschen Hakenkreuzlern, ebenso die russischen Monarchisten. Der englische General Blakerney, der kürzlich unter der Bezeichnung „The Leage of Britons" eine politische Bewegung in England ins Leben gerufen hat, hat unlängst Ludendorff einen Besuch abgestattet. Professor Schimmer sagt weiter: „Wir werden unser Programm in die Tat umsetzen. Aber wir bedürfen dazu des Wohlwollens gleichgesinnter englischer, französischer, italienischer, russischer, skandinavischer Elemente, die alle, genau wie wir. die Internationale und das Judentum verabscheuen. Unsere Diktatur würde mit der äußersten Brutalität vorgehen. — Wir würden euch Franzosen mit dem Geld, das wir den Juden abgenommen haben, entschädigen." Erneuter Antisemitismus in Bulgarien. Anfangs Oktober erhielten viele jüdische Kaufleute in Chaskowa anonyme antisemitische Drohbriefe folgenden Inhalts: „Der Tag der Rache ist da. Verlaßt das Land, das ihr lange Jahre hindurch ausgebeutet habt. Wir geben euch eine Frist von 15 Tagen. Nach dieser Zeit wartet der Tod auf euch und eure Kinder." Das Zentral-Konsistorium der Juden Bulgariens hat sofort energische Schritte bei der bulgarischen Regierung unternommen, um die Juden von Chaskowa vor Ueberfällen zu schützen. Aus der Falschmünzerwerkstatt des „Philosophen". „Der Querschnitt" in Frankfurt a. Main enthält unter anderem einen Beitrag des Herrn Erich Ludendorff, weiland General der Infanterie in Gestalt seines — Aufrufs „zu die Jiden in Paulen". Ohne jede Glosse, das wirkt. Daneben Auszüge aus dem famosen Buch des Herrn von Wendrin. Diesen entnehmen wir folgendes, weil wir unseren Lesern auch einmal etwas Vergnügtes bieten wollen. „Durch meine Ausführung wird bewiesen, daß nur die deutsche Sprache eine Sprache für die Wissenschaft ist. Sämtliche anderen Sprachen, wie Französisch, Englisch, Lateinisch, Griechisch — von anderen ganz zu schweigen — sind, mit diesem Maßstab gemessen und mit der deutschen Sprache verglichen, nur Attrappen" „Viele Paradies- und Bibelforscher wollen den Feigenbaum nicht gelten lassen, mit der Begründung, daß Feigenblätter wegen ihrer geringen Größe und ihrer dreilappigen Schlitzung sich nicht zum Flechten von Schürzen eignen. Eher eigne sich dazu wegen seiner bekannt guten Flechtbarkeit das schmalere Schilf oder andere Pflanzen mit größeren Blättern. Es wäre ja nun ge*viß nicht unmöglich, daß es sich hier um einen verwechselten Begriff handelt, also ein kleiner Irrtum in die Bibel hineingekommen ist. Aber an sich würde auch, wenn die Stelle buchstäblich richtig wäre, sie nicht gegen die Lage des Paradieses in Germanien sprechen; denn der Feigenbaum ist vor einigen tausend Jahren bestimmt in Germanien gewachsen und gereift, weil damals hier ein wärmeres Klima als heute herrschte. Auch heute noch vermag die Feige in Norddeutschland gut fortzukommen, wenn sie auch manchmal keine reifen Früchte mehr zeitigt. In Berlin gedeiht die Feige noch gut, ja sogar ohne Sonne, wie es der Feigenstraueh im Botanischen Garten in Berlin-Dahlem beweist." — „Auffallend ist, daß der Name Peene in der deutschen Sprache mit „Pein" (also Leid, Strafe. Kummer, Sorge und Verlegenheit) verwandt ist. Peine (französisch): Not, Sorge, Müh; bau bani, Banat (ungarisch) Verbannung, Betrübnis, bereuen. Die Oser sind ein alter hebräischer Stamm, im Krakauer Gebiet um Christi Geburt ansässig, der den Germanen tributpflichtig war. Tacitus behauptet mit Bestimmtheit, daß die Oser keine Germanen waren. sonst wären sie diesen nicht tributpflichtig gewesen. Und ..Aser" ist nach der Bibel ein Sohn Jakobs. Das können doch alles nicht nur Zufälle sein. Ebräer haben wir in Polen seit Urzeiten. Nun kommt zu der Peene als „Sorgenfluß" auch noch der Kummerowsee hinzu. Kann man hier noch von Zufällen reden?" „Der hinterlistige Loki der Edda ist nichts anderes als der polnische Jude, mit den heule noch allgemein bekannten „Locken" an beiden Ohren." „Die Cherubim sind, wie schon ihr Name zeigt, die nachmaligen .,Clieru"sker! Eine beschämende Einfachheit und Logik . . . Cherusker, besser Hcrr- Roßker, sind also das, was wir Herrenreiter nennen." Rassenreiner Bühnenspielplan. Im Verlag Oesterhcld & Co. zu Berlin erscheint der „Deutsche Bühnenspielplan", dessen Inhalt sein Name angibt. Im Verlag 1. F. Lehmann zu München erscheinen: die „Zeitschrift für Biologie", das „Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie", die „Jahreskurse für ärztliche Fortbildung" und die „Müuchencr med. Wochenschrift" — außerdem aber Dramen, eine Tatsache, die der „Deutsche Bühnenspielplan" zum Anlaß eines Insertionsangebotes nimmt. Auf dieses antwortet Herr 1. F. Lehmann, Inhaber eines immerhin großen wissenschaftlichen Verlages, persönlich: „Solange es nahezu unmöglich ist, daß ein völkisches oder überhaupt gut deutsches Stück auf einer deutschen Bühne aufgeführt wird, hat es leider gar keinen Zweck, Anzeigen aufzugeben, da man doch weiß, daß die jüdischen Bühnenvcrleger und Theaterdirektoren die Aufführung auf ihren Bühnen unmöglich machen. Mit meinen Stücken muß ich mich, vor der Judenbann gebrochen ist, eben an Liebhaberbühnen wenden." „Vor" der Judenbann gebrochen ist, genügt es, die dichterische Begabung der Lehmänner von den Wänden der Bedürfnisanstalten abzulesen. Bis dahin werden die Bühnen trachten müssen, mit den schlecht deutschen Stücken der Goethe, Schiller, Kleist, Hebbel, Grillparzer, Hauptmann und ähnlich ungemischter Juden unserer jüngeren Generation ihr Auskommen zu finden. Das Ende einer judenreinen Konzertveranstaltung. Die Liga zur Verstärkung der polnischen Luftflotte arrangierte für iden Jörn Kippur-Abend ein Symphomic-Konzcrt ini großen Saal der Philharmonie. Die polnischen Patrioten, die immer wieder behaupten, die Juden stören die Polen in dem Genuß der polnischen „Kultur", hofften, daß diesmal endlich eine judenreine Konzertveranstaltung zustande kommen könnte. Es erschienen aber bloß 11 Personen, darunter 4 mit Freikarten. Das Konzert mußte abgesagt werden, die sieben Personen, die Galeriesitze gekauft hatten, erhielten das Geld zurückerstattet. Jackie Coogan kein Jude. Wie der Berliner JTA.-Vertreter erfährt, ist der kleine Filmstar Jackie Coogan nichtjüdiischer Abkunft. Seine Eltern sind aus Irland stammende Katholiken. Bekanntlich demonstrierten einige Wiener Hakenkrcuzler gegen Jackie Coogan, weil er angeblich Jakob Cohn heiße, und verlangten vom Bundespräsidenten Hain lisch zu einer Zeit, als Jackie schon längst Wien verlassen hatte, seine sofortige Abschiebung. Viel Lärm um nichts. Eine historische Synagoge gefährdet. Eine der ältesten Synagogen Polens ist die große Synagoge in Luck, die noch zu den Zeiten König Sigismunds erbaut worden ist. Laut der Forderung der damaligen polnischen Regierung wurde die Synagoge festungsartig gebaut, um eventuell Verteidigungszwecken zu dienen. Es sind aber Akten vorhanden, die bezeugen, daß die Synagoge aus jüdischem Gelde erbaut worden sei. Vor kurzem hat ein gewisser Wojnicz im Auftrage einer polnischen Gesellschaft eine Broschüre herausgegeben, in welcher er nachzuweisen sucht, daß die Lucker Synagoge durch König Sigismund aus Staatsmitteln als Festungsteil erbaut worden sei und also Staatseigentum ist. Nunmehr haben die Behörden die Lucker jüdische Gemeinde aufgefordert, den Beweis zu erbringen, daß die Synagoge tatsächlich der Gemeinde gehört, widrigenfalls müßte sie dem Staate wieder zufallen. Die Lucker jüdische Gemeinde wandte sich an den jüdischen Historiker Prof. Balaban mit der Bitte, aus den historischen Archiven das Recht der Lucker Juden auf ihre Synagoge nachzuweisen. Die betreffenden Dokumente sind im Jahre 1914 bei Ausbruch des Krieges nach Petrograd gebracht worden. &gttlM I R.OTG A5SE 1 JAC. MAYER Kleider-, Pelzeu. Gummimäntel-Fabrik Zentrale: Detailverkauf: Wien II., Glockengasse 24 Wien II., Tsborstraße 44

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