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Die Wahrheit · 1924-10-17 · Heft 42 (17.10.1924) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 42 (17.10.1924)
Date
1924-10-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 42 Seite 5 seinem steifnackigen Vater so zuwider war. Sein völliger Mangel an Vaterlandsliebe, seine Feigheit dem christlichen Bekenntnisse seiner Zeit gegenüber und noch ganz andere Zuge reden eine zu deutliche Sprache, als daß ein Mensch von unbefangenem Urteil sich der Ueberzeugung verschließen könnte, daß Qoethe weit mehr Semit als Deutscher w a r." * * * Einem anderen Völkischen hat es der letzte deutsche Kaiser angetan. Der ehemalige Kaiser konnte natürlich nur s o handeln, weil er auch „jüdisch verseucht" war. Und zwar wurde die ehemalige Kaiserfamilie durch die englische „judaisiart". Die Engländer sind alle Juden! Und auch die englische Königsfamilie ist jüdisch. Der völkische „Gelehrte" schreibt wörtlich: * „Ueber die englische Königsfamilie sind den Erinnerungen des Herzogs Ernst von Koburg eigentümliche Tatsachen zu entnehmen. Die alte Königin Viktoria war eine T r i n k e r i n und führte auch sonst ein wenig tügendsames Leben. Es war in London stadtbekannt, d a ß s i e m i t ihrem j ü d ischen Leibarzt Wolf h e i m 1 i ch e n TJ mgang pflegte." — „Das jüdische Aussehen Eduards VII. ist allen Rassenkennern immer aufgefallen, und auch seine Charaktereigenschaften entsprachen dieser Blutmischung: wie er denn auch seine Freundschaften vorwiegend bei Hebräern suchte. Das legt die Vermutung nahe, daß auch die nach Deutschland verheiratete Prinzessin 'Viktoria, von der Bismarck in einem derben Vergleich sagrte, daß sie uns die ganze „Zucht" verdorben habe, von diesem fremden Bluteinfluß nicht frei war. Manche befremdlichen Züge im Charakter Wilhelms IL, der in den letzten Jahrzehnten sich gleichfalls vorwiegend auf jüdischen Umgang beschränkte, dürften aus dieser Quelle ihre Erklärung" finden... Nach Wilhelm Ii., diesem Abstieg- und Niederbrachkaiser, noch einmal ein jüdischer Hohenzoller, gäbe uns den allerletzten Rest; das würde ein Untergangskaiser sein — nach dem die deutsche Nation aus der Geschichte verschwände. Einzig und allein jüdisches Blut in Wilhelm II. — diesem Zersetzunjgskaiser im vollsten Sinne des Wortes, hat es ermöglicht, daß dem Ischariotismus die Wege so geebnet wurden, daß heute der! plastische Dämon des Verfalles der Menschheit in triumphierender Sicherheit auf der ganzen Linie siegreich über alles Deutschtum und „Vaterländerei", der Deutsche auf der ganzen Erde mißachtet und verfolgt, nicht mal Herr im eigenen Hause und unser großes deutsches Vaterland zur Ausbeutekolonie Judenglands geworden ist." So, nun wissen wir's! (Schluß folgt.) Dem Gehege der Zähne. Von Theobald Tiger. Vor dem Richter stehen zwei Partein, die reden zu gleicher Zeit. I Man hört Frau Schnufke: „Na sowas!" schrein, „Das nehm' ich glatt auf mein Eid —!" Da sagt der Richter: „Erzählen Sie mal: Wie war das am Sonntag mit Ihrem Skandal?" Und Frau Schnufke erzählt unter Tränengewimmer; und' aus allem, was' sie berichtend klagt, hört der ganze Gerichtssaal nur immer: „Und da hab ich gesagt . . . und da hat sie gesagt . . . und da hab ich gesagt . . ." Vor Deutschland stehen achtzehn Partein, die reden zu gleicher Zeit. Man hört Herrn Jarres „Revanche!" schrein und Hergt nach der Kaiserzeit. Da sagt sich der Deutsche: „Erzähle mir mal: Wie komm ich aus diesem Jammertal? Es wird doch täglich schlimmer und schlimmer. Wir sind isoliert. Bewuchert. Geplagt!" Doch von den Politikern klingt es nur immer: „ . . . Und da hab ich gesagt . . . Und da hat er gesagt . . . Und da hat der gesagt . . .! In den Land weh rkanal fällt ein Mann hinein, der furchtbar um Hilfe schreit. Auf der Potsdamer Brücke stehn zwei Partein, die reden zu gleicher Zeit. Sie zerfleischen sich fast in wildem Zwist; Ob dieser Mann ein Jude ist? Die einen sagen: „Nich in die Hand! Ich hab' seini br-aven Eltern gekannt!" Die andern sagen: „Sein Sie doch still! Das hört man doch schon an seinem Gebrüll —!" Und da hab ich gesagt . . . und hast duv gesagt . . . und da hat er gesagt . . . Dann wurde die Debatte vertagt. Und dann sind alle ans Gitter geloffen. Der Mann war unterdessen versoffen. („Weltbühne.") Hauptmomente aus der Geschichte der Juden in Wien. Von Rabbiner Dr. M. Rosenmann. (Fortsetzung.) Zwischen der aufgelösten Judenstadt im 1. Bezirke und der neuerrrichteten am unteren W e r d, d. i. im 2. Bezirke, liegt ein Zeitraum von zwei Jahrhunderten (1421—1624. Georg Ca ro hebt in seinem grundlegenden Werke: „Sozial-und Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter und der Neuzeit" mit Recht hervor, daß „zur Erhaltung der Juden inmitten aller Drangsale ihre wirtschaftliche Tätigkeit ungemein viel beigetragen habe, weshalb es nicht selten vorkam, daß ein Staat, der sie als Ungläubige ausgestoßen hatte, ihnen als nützlichen Untertanen wieder Zugang gewährte." Gerade in Wien sollte dieses Moment deutlich zum Vorschein kommen. 30 Jahre nach der erfolgten Verbrennung der Juden wegen angeblicher Hostienschändung erwirkte Friedrich III. eine Bulle vom Papst Nikolaus V. (20. September 1451), in der „zur Bequemlichkeit der Christen und zum Lebensunterhalte der Juden" — wie es besonders hervorgehoben wird — die Wiederzulassung derselben in den österreichischen Ländern bewilligt wurde. Freilich war die Situation in Wien eine andere

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