Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 39-40 (26.9.1924)
- Date
- 1924-09-26
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 39/40 DIE WAHRHEIT Seite 25 Wahrheiten vom Tage Jüdische Drückebergerei, Wie es um diesen, von den Hakenkreuzlern wiederholt in unflätigster Weise erhobenen Vorwurf in Wirklichkeit bestellt ist, das ist in diesen Blättern ebenso oft, noch dazu von kompetenter arischer Seite bewiesen worden. Einen neuerlichen Aufschluß über diese Angelegenheit gibt uns folgende interessante Begebenheit: Dem Generaloberst Otto Redlich von Riedens brück, einein hervorragenden Offizier der österreichisch-ungarischen Armee, wurde vor kurzem die höchste militärische Auszeichnung, das Großkreuz des Maria Theresia-Ordens, verliehen. Von dieser Auszeichnung gab er seinen engsten Mitarbeitern Kenntnis, unter anderen einem jüdischen Oberleutnant i. R., Herrn Prof. Dr. Josef Roller in Budapest, dem er am 28. Mai d. J. folgendes schrieb: „Lieber Herr Doktor! Ihnen, als meinem treuen Mitarbeiter während einer langen, schweren Zeit will ich eine Nachricht mitteilen, die für mich die höchste Auszeichnung bildet, die aber auch eine solche für unser schönes, leider nicht mehr bestehendes Regiment ist. Mir wurde mit Ordenskapitet vom 24. April das Ritterkreuz des Militär-Maria Theresien-Ordens verliehen. Mir wurde dies für mein Verhalten während der Offensive 1917 zuerkannt. Ich erhielt diese Nachricht-vor einigen Tagen undi beeile mich, sie a 11 e n j e n e n m i t z uteilen, die damals meine treuen Mitarbeiter waren. In der Hoffnung, daß es ihnen, lieber Roller/ gut geht, bin ich mit den herzlichsten Grüßen, in treuem Gedanken und aufrichtiger Dankbarkeit Ihr, Sie sehr schätzender Otto Redlich." Dr. Josef Roller gratulierte dem Ausgezeichneten in herzlicher Weise, worauf dieser sich abermals an seinen Freund und Mitarbeiter am 1. Juli d. J. mit folgendem Schreiben wandte: Hochgeehrter Herr Doktor! ' Lieber Roller! Ihre freundlichen Zeilen mit den aufrichtigen Wünschen haben mich von Ihnen besonders gefreut. Deshalb erlaube ich mir, Ihnen hierfür meinen herzlichsten und besten Dank zu sagen. Sie haben Recht, lieber Roller, wenn Sie sagen, daß Sie mit mir die schwerste Zeit meiner Kommandoführung zusammen waren und daß wir L e i d und Freud zusammen getragen haben. Ich habe gleich nach Uebernahme des Regimentskommandos wahrgenommen, welche tüchtige Arbeitskraft in Ihnen schlummert und deshalb habe ich sofort, bei Ausschaltung vieler Widerstände, Sie auf diesen wichtigen Posten gestellt, de n S i e u n t e r den schwierigsten Verhältnissen vorbildlich und aufopferungsvoll erfüllt hatten. Die vielen Erfolge, die das Regiment aufzuweisen hatte, sind nicht in letzterLinie auch Ihrer überragenden Arbeit zuzuschreiben. Ich erinnere mich besonders gerne vieler von diesen schweren und doch so schönen Zeiten und immer wieder muß ich dankbaren Herzens, an Sie, lieber Roller, denken. Mit den herzlichsten Grüßen bin ich in alter und aufrichtiger Zuneigung Otto Redlich." Dieser Briefwechsel spricht Bände. Er beweist vor allem schlagend die Tatsache, daß hervorragende Führer des Weltkrieges Juden als treue Mitarbeiter hatten, die ihren Vorgesetzten stets mit Rat und Tat zur Seite standen. Und wie es auf den exponiertesten Stellen der Fall war, so war es bis hinunter zum einfachen Soldaten, der ebenfalls seine patriotische Pflicht voll erfüllte. Alles Gegenläuft die Reklamationsfrist für die Wiener Mialtfusgemeindewcililen ab. Benutzet also noch diesen letzten Tag, um euer Wahlrecht zu reklamieren. Das Wahlrecht haben alle großjährigen Steuerträger,, welche mindestens in den dem Jahre der Wahl vorausgegangenen zwei Verwaltungsjahren in Kultussteuervorschreibung gestanden sind und die ihnen für das Jahr der Wahl oder das vorangegangene Verwaltungsiahr statutengemäß vorgeschriebene Kultussteuer bis zum Ablaufe der Reklamationsfrist entrichtet haben. Das Verzeichnis der wahlberechtigten Personen liegt an folgenden Stellen auf: Für die Wahlberechtigten des I. Bezirkes: Seitenstettengasse 4; des 2. Bezirkes (rechts von der Taborstraße): Tempelgasse 3, (links von der Taborstraße): Malzgasse 16; des 3. und 11. Bezirkes: Untere Viaduktgasse 13; des 4., 5. und 10. Bezirkes: Siebenbrunnengasse 1; des 6. und 7. Bezirkes: Schmalzhofgasse 3; des 8. und 9. Bezirkes: Seegasse 9; des 12. bis 15. Bezirkes: Tumergasse 22; des 16. und 17. Bezirkes: Hubergasse 8; des 18. und 19. Bezirkes: Schopenhauerstraße 39; des 20. Bezirkes: Kluckygasse 11; des 21. Bezirkes: Holzmeistergasse 12. .