Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 33 (15.8.1924)
- Date
- 1924-08-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 35 Seite Ii geführt. Als geistlicher Redner waren vorgesehen der katholische und evangelische Feldprobst der Armee. Von jüdischer Seite war angeregt worden, daß mit Rücksicht auf die vielen jüdischen Kriegsopfer bei dieser Gelegenheit einer der jüdischen Feldrabbiner (Dr. Baek) das Wort ergreifen sollte. Diese Forderung, die an die zuständige Stelle weitergeleitet worden ist, wurde nicht bewilligt Bremen. Zum neuen Rabbiner wurde Herr Dr. Felix Aber (z. Zt. in Salzburg) gewählt. Bleibt Herbert Samuel auf seinem Posten? Der High Commissioner, der gegenwärtig mit seiner Gattin in seiner englischen Heimat einen dreimonatlichen Urlaub verbringt, erklärte vor seiner Abreise aus Palästina einer jüdischen Abordnung, er werde nach seiner Rückkehr noch ein Jahr auf seinem Posten verbleiben. Der „Jewish Chronicle" in London hält die Anwesenheit des Oberhauptes der englischen Verwaltung Palästinas für einen passenden Anlaß, seine Politik der schärfsten Kritik zu unterziehen. Die Daten, auf die das Blatt seine Angriffe stützt, werden nachgeprüft werden müssen. Es ist dasselbe Blatt, das vor einiger Zeit einer Mitteilung des Wiener Vertreters der Jüdischen Telegraphen- Agentur, ohne sie zu prüfen, Raum gegeben hat, wonach die Wiener israelitische Kultusgemeinde bei einem Leichenbegängnisse eines Juden auf einem katholischen Friedhofe mitgewirkt haben sollte. Was natürlich eine glatte und wie man dem Ton und Kommentar entnehmen konnte, böswillige Erfindung mit durchsichtiger Tendenz darstellt, auf die auch, wie wir erfahren, der Kultusvorstand mit einer Berichtigung reagiert hat. So sollte man auch mit Mitteilungen dessen, was Samuel in Palästina geleistet hat, vorsichtig vorgehen. Gerade jetzt, wo man mehr als je Grund hat, alles aufzubieten, um die jüdische Einwanderung nach Palästina zu fördern sollte man nicht auf einen Wechsel in der Regierung drängen. Bei der Unbeständigkeit der gegenwärtigen politischen Verhältnisse weiß man nicht, welch unberechenbaren Schaden man damit anstiften könnte. Jüdische Athletik. Der Prinz von Wales beglückwünschte den jüdischen Athleten Abraham, der bei den olympischen Spielen in Paris einen Weltpreis errungen hat. Die Juden in Indien. Wie unter den Juden in aller Welt macht sich auch unter den B/ne Israel in Indien, ausgedienten einheimischen jüdischem Offizieren und Soldaten der englischen Armee, das Bedürfnis nach engerem Zusammenschluß geltend. Sie bilden zwei größere Vereinigungen, die jüngst Kongresse abhielten. Unter den gefaßten Beschlüssen ist besonders die Stellungnahme gegen die Bi- und Polygamie beachtenswert. Juden und Deutsche. Prof. P e n c k, der bekannte Berliner Geograph, schreibt in seinen Erinnerungen als Austauschprofessor („U. S. Amerika") von einer Ueberraschung und Enttäuschung, die er in den Vereinigten Staaten erfahren habe. Er, der Deutsche, wurde ausschließlich von a n g 1 oamerikanischen Vereinen zu Vorträgen eingeladen, mit einer einzigen Ausnahme, und dies war ein von Juden gegründeter Verein für Wissenschaft und Geselligkeit. Lange mußte er warten, bis er in den deutschen Klub eingeführt wurde. P e n c k erwähnt auch den Antisemitismus der amerikanischen Universitäten. An der Harward, die sich durch die Forderung nach dem Numerus clausus eine traurige Berühmtheit erworben hat, regte sich seinerzeit Unwetter, als von ihr der ausgezeichnete Philosoph Münsterberg als Kaiser Wilhelm-Professor nach Berlin entsendet wurde. Sein Judentum störte gewisse Professoren und Studenten in seinem eigenen Wirkungskreise. Die Berufung Prof. Adlers von der Columbia (im Staate New-York) hingegen fand den allgemeinen Beifall seiner Hochschule. So scheiden sich in Amerika die Stimmungen nach den einzelnen Staaten. Auch darf man nicht vergessen, daß die Harward ein Privatinstitut ist. Der jugoslawische König wünscht mehr Juden in seinem Lande. Der König von Jugoslawien empfing dieser Tage Herrn Oberrabbiner Dr. A1 c a 1 a y in einer längeren Audienz. Der König erkundigte sich bei dem Oberrabbiner u. a., wieviele Juden in Jugoslawien wohnen. Als der Oberrabbiner dem König sagte, daß im Lande ungefähr 140.000 Juden leben, rief der König verwundert aus: „Nur so wenig?" Die jugoslawische Presse bemerkt dazu, es sei dies der erste Fall, daß ein Kö^ig den Wunsch nach einer größeren jüdischen Bevölkerung in seinem Lande ausdrückt. Die Juden in China. Die im 17. Jahrhundert von katholischen Missionären in Kai-Fung-Fu entdeckte uralte jüdische Kolonie, die heute nahezu ganz zusammengeschmolzen ist, soll dank den Bemühungen amerikanischer Juden erhalten werden. Sonöer-Hngcbot Idea | Warenhauses I Brüder Schiffmann ™*L27» ||.§ Taborstraße 48 ™-47,79 Unerreicht billige Kaufgelegenheif! 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