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Die Wahrheit · 1924-07-25 · Heft 30 (25.7.1924) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 30 (25.7.1924)
Date
1924-07-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Hr. 30 Ijgion? Und in der Tat, die Frage" ist berechtigt. Denn hat man schon jemals Volkskultur gesehen, die nicht von ihr getragen war? Ebenso richtig ist es aber; wenn man sagt: Die Religion ist bei ungezählten unserer Mitmenschen tot. Nicht etwa ist sie erst durch Bekämpfung vernichtet worden und die zahlreichem aufgeklärten Schriften und Vorträge des bürgerlichen Liberalismus und des Sozialismus, der sich auch in dieser Hinsicht doch nur als dessen Nachbeter und Fortsetzer erwies, haben nur den letzten Stoß erteilt. Erstorben ist sie in den freudlosen Mauern der Mietskasernen und in der eintönigen Arbeitt der Maschinen, nicht rninder aber in dem Formelkram una in dem Katechismusbetrieb eines innerlich unreligiösen sogenannten_Religionsimterrichtes. Sie kann dementsprechend, genau so wie irgendeine. Gemeinschaft, auch nicht künstlich gemacht werden, und alle möglichen, noch so wohlgemeinten Versuche eines monistischen oder völkischen Religionsersatzes, werden schon bald wieder verschwinden. Wer aber weiß, daß dem Menschen religiöse Kraft ebenso angeboren ist, wie das Bedürfnis nach gegenseitiger Ergänzung und Hilfe, der wird sich auch sagen müssen: Sind einmal jene Hemmungen weggefallen, so wird auch in diesen beiden Hinsichten an sich Vorhandenes frei zur Entfaltung gelangen, anderer Lebensart und Geisteseinstellung entsprechend auch in veränderter Form, und zwar in völlig veränderter. Hiermit aber schließt sich uns der Ring unserer Betrachtung. Der Fall Quidde. Tatsachen und Dokumente von dem Sekretär der deutschen Friedensgesellschaff S e g e r mit dem offenen Brief von Prof. Victor Bäsch, Paris, an Reichspräsident Eberl Die ausführliche Denkschrift darüber ist zu beziehen gegen Einsendung von 20 Pfg. durch die Deutsche Liga für Menschenrechte, Berlin, Wilhelmstraße Nr. _ 45 III. Luio Brentano. Der Judenhaß. Mit Vorwort von M. Eschelbacher, Berlin 1924, Philo-Verlag. Dieser Wiederabdruck des seinerzeit vielbemerkten Aufsatzes in der JNeuen Freien Presse" vom 20. Juni 1923 gewinnt dadurch, daß im Vorwort einige sachkundige Berichtigungen erfolgen. Der Tührige Verlag hat auch mit dieser Flugschrift einen glücklichen Griff getan. R. Norbert Jacques. Ingenieur Mars, Roman. (Drei Masken- Verlag, München). Broschürt Mk. 3.50, Halbleinen Mk. 4.50, 2. Auflage. Dieses Buch von den seltsamen Abenteuern einer Nacht durch die die unheimliche Gestalt des Doktor Mabuse gespenstert, ist ein Buch für alle, eines, darüber man Essen, Schlaf und alle Sorgen vergißt, ein wahnsinnig spannender Film — und ein gutes Buch dazu. Otto Soyka. Eva MoTsini, die Frau, die war .... Roman (Drei Masken-Verlag, München). Broschürt Mk. 4.—, Halbleinen Mk. 5.—. Die Romane Otto Soykas sind Bücher, die in ihrer Art unnachahmlich sind. Die Geschichte Eva Morsiriis, der Frau, die war, die zum zweitenmal ins Leben fand und der die Gewalten dieses Lebens von heute nichts mehr anhaben können, weil sich ein höheres Schicksal an ihr voil- 2ieht, sie hat alten und allen Wert dieser einzigartigen JBücher. Zur religiösen Erneuerung des Judentums. Herausgegeben von der. Arbeitsgemeinschaft jüd.-Iiberaler Jugend- Vereine Deutschland^ Berlin W 59, Eislebener Straße 4 (LÜienthal). Die in diesem Hefte vereinigten Aufsätze von Vogelstein (Vater und Sohn), LiJienrhal und Seligsohn legen ein ehrendes Zeugnis von dem Streben der jüd.-iiberakn Jugend Deutschlands ab, gegenüber der Orthodoxie auf der einen und der jücL-nationalen Partei auf der anderen Seite die Gedanken der eigenen Bewegung klar auszuprägen und ihre. Kräfte in volle, angespannte Tätigkeit treten zu lassen. Die Betonung der geschichtlichen Gesichtspunktes ist wohlbegründet Sie bietet zugleich die Gewähr, daß der Boden des historisch Gewordenen nicht ganz verlassen werden kann. Mädchen - Schulentlassungsfeiern in Wien. Wenige Wochen vor Schulschluß fand in den größeren Wiener Gemeändebethäusern die sogenannte Mädchen-Konfirmation unter besonders .großer Teilnahme . aller Kreise unserer Gemeinde statt Heuer waren es gerade vierzig Jahre, daß diese Feier mit Mannheimers Tode wieder, neu eingeführt wurde und sich ohne ünterbrechiung erhalten hat Erzählte doch kürzlich eine Universrtätsprofiessorswiiitwe, sie habe eine Tochter in einer großen Proviinzstadt! verheiratet, die noch heute an diese Feier vor Jahren denkt und um keinen Preis trotz mancher Versuchungen aus dem Judentume ausgetreten wäre. Man muß es schon als einen Gewinn 'bezeichnen, daß an einem Tage, an dem sonst das Gotteshaus leer stünde, dieses mit aufmerksamen Besuchern gefüllt ist und mancherlei Belehrungen jeder hierbei mit nach Hause ntownit Unsere Feier, an der 14jährige, aber auch ältere Mädchen teilnehmen, hat sich über die Kriegszeit erhalten und tritt' jetzt in das fünfte Dezennium .ihres Bestandes. Ein Prachtgebetbuch und das Andachtsbuch „Beruria" sind wertvolle Angebinde des Vorstandes der Wiener Gemeinidfe für unsere jungen Töchter, von denen sie fleißig Gebrauch machen. Wir sahen heuer eine ganze Anzahl von Gymnasiastinnen, däte mit Eifer dem vorbereitenden Unterniicht beiwohnten und andächtig iin Tempel an der Feier teilnahmen. Gutjüdische Feuern können nicht oft genug für unsere heutige jüdische Jugend veranstaltet werden. „Veritas."" Das Badener jüdische Kriegswaisenhaus. An 40 gataussehendie, wohlgepflegte und bestens erzogene Knaben beherbergt unter gewissenhafter Leaifcumg des Herrn Direktors Fried'mann die oben genannte' Anstalt die jeder Freund unserer Jugend mit besonderer Befriiediiguing' besuchen und gerne zur Förderung derselben beitragen wird. In jüdischen vmd in den Profanfächern' leisten die Kindfer bei sehr gutem Unterricht gewissenhafter Lehrer Treffliches, aber auch die Erziehung ist eine musterhafte. Täglich wird mit „Minjan." früh) und abend gebetet, Zöglmge selbst fungieren als Vorbeter und Thoravorleser und dabei kommen die die öffentliche Bürgerschule besuchenden Knaben pünktlich zur Schule. Den kleineren Knaben wind interner VolkssohiutoterrioM erteilt und gab es da am Schlüsse sehr schöne Prüfungszeugnisse. Eines möchten wir schon heute hervorheben, heute, wo große Not um jüdische Lehrer und GemeiirKlefunktioiiäre in unseren Gemeinden herrscht könnten geeignete Knaben für diesen Beruf schon hier ausgewählt und vorbereitet werden. Der igwte jüdische Geist in dem diüel Anstalt geleitet wird, wäre die beste Gewähr für gute Erfolge; Noch eines: eine der Anstalt benachbarte, in ähnlichem Sinne geführte Anstalt für zählende Zöglinge aois guten Familien wäre nur mit Fremde zu begrüßen. In der Badener jüdischen Gemeinde unter der umsichtigen Leitung des ehrw. OberraforÄers Reich und seines Rabb.-Kollegiums wäre für eine solche Musteranstalt der richtige Ort. Möge das Mädchenwafeenhaus in Baden auch bald für eine große Anzahl von Kindern seine Pforten öffnen. a, Berichtigung. In dem Artikel vvon P1 oni Almeni in Graz über die nordisch arische Rasse und die „Auserwähltheit" Israels (Nr. 29 unseres Blattes) haben sich einige sinnentstellende Druckfehler eingeschlichen: so ist S. 3, Sp. 1. Z. 10. v. u. das Wort d i e ausgefallen. S. 4, Sp. 1, Z. 13 v. o. ist A nsichtenzu lesen und S. 4, Sp. 2 sind in den Zeilen 25 bis 26 die Wörter von: „und es gibt" bis „auf Erden gibt" zu streichen; S. 4, Sp. 2, Z. 10 v. u. lichtere zu lesen. Kunerol das reinste Speisefett aus Kokosnüssen, ist leicht verdaulich, ausgiebig und nahrhaft wird), vom. Anbeginn des Pressen« der Nüsse bis zur Fertigstellung und Verpackung runter strenger Aufsicht^Sr. Ehrwürden, des Herrn Rabbiner S. B. Ehrenfeld, Mattersdorf, erzeugt <umid daherin jeder «trenggiäiibilgen. jüdischen Familie mit Vorliebe verwendet Seidenhaus KUHSTflDT Wien I., Heisdimarkl Nr. 26 iHnaMimmim Grestes Spezialfalls aller Qualitäten Seidenstoffe f0r Kleider und Futter. Herrliche Brokate, Crepe de Chine« Crepe Maroquin« etc., zu staunend büllgen Preisen ——— Telephon Nr. 79.201 und 79.202 ■ , MMMM...BH

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