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Die Wahrheit · 1924-07-11 · Heft 28 (11.7.1924) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 28 (11.7.1924)
Date
1924-07-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 28 Sette 11 Der neue Friedhof der Wiener Kultusgemeinde. Die zur Beurteilung der eingelangten Wettbewerbarbeiten für das Zeremoniengebäude samt Nebenanlagen auf dem neuen israelitischen Friedhof in Wien (III. Tor) eingesetzte' Jury (Vorsitzender Z. V. Architekt Robert Oerley) hat einstimmig den ersten Preis im Betrage von 20 Millionen Kronen dem Verfasser des Projektes „Beth Hachajim 11", Herrn Architekt Ignatz Reiser, II., Vereinsgasse 16, zuerkannt und dem Vorstand empfohlen, den Preisträger auch mit der Durchführung und Ausarbeitung seines Projektes zu betrauen. Ueber das Projekt des Herrn Reiser, der wiederholt mit Arbeiten ähnlicher Natur im Wege einer Preiszuerkennung betraut wurde, — wir erwähnen nur die große Anzahl der von ihm vorgenommenen Tempelbauten, darunter den Leopoldstädter Pazmaniten-Tempel und den Mödlinger Gemeinde-Tempel, ferner den I. Preis Katholischer Friedhof Währing, II. Preis Spital im Augarten, IL Preis Krematorium im Augarten. III. Preis Krematorium Wien, IL Preis Verbauung eines Stadtteiles in Budapest — erfahren wir folgendes: Durch eine stilgerechte Einfriedung in der Simmeringer Hauptstraße gelangt man durch drei Eingänge zu einem geräumigen, gärtnerisch geschmückten Vorplatz, dessen Umrahmung Arkadengrüfte bilden und von dem man durch eine Vorhalle in die prächtig ausgestattete Kuppelzeremonien halle gelangt. Um diese gruppieren sich die nötigen Warteräume für die Familienangehörigen und Trauergäste sowie für die Funktionäre; an der Westseite befindet sich eine erhöhte Estrade mit beiderseitigen Sitzgelegenheiten sowie einem Sängerempore. In direkter Verbindung mit der Zeremonienhalle ist eine Leichenhalle angebracht, mit den nötigen Räumen für die Aufbahrung, Agnoszierung und Waschung der Leichen, ferner für das Aufsichtspersonal. In diese Abteilung gelangen die Leichenwagen durch eine direkte Zufahrt von der Simmeringer Hauptstraße sowie auch den sogenannten Wirtschaftshof. Einem weiteren Annex bildet das Verwaltungs- und Wohngebäude. Dasselbe enthält im Parterre Kanzleien, direkt von dem großen Vorplatz zugänglich, im ersten Stock die Beamtenwohnungen. erreichbar vom Wirtschaftshof. Für die Projektierung galt Herrn Architekt Reiser der Grundsatz, daß bei voller Wahrung des künstlerischen Standpunktes und der würdigen Anlage und Ausstattung das Hauptgewicht auf größte Oekonomie in bezug auf Herstellungskosten und der Erhaltung gelegt wurde. Weitere Preise hat das Preisgericht einhellig den nachfolgenden Projekten zuerkannt: IL Preis von 15,000.000 K dem Projekt „Am Ende". Verfasser Herr Architekt Wilhelm Oberländer, HL. Rechte Bahngasse 16. Mitarbeiter Herr Architekt Rudolf Sowa. III. Preis von 10,000.000 K dem Projekt ..Kultbau", „Variante B", Verfasser Herr Architekt Z. V. Ing. Siegrnund Katz, III., Hainburgerstraße 27. Ferner hat das Preisgericht einhellig beschlossen, die unter den Kennworten ..Regine" und „Zionstern 5684" eingereichten Projekte (Verfasser derzeit unbekannt) um den Betrag von je 5,000.000 K anzukaufen. Synagogen-Verein „Beth Israel". In der am 22. v. M. stattgefundenen 42. ordentlichen Generalversammlung wurde nach Verlesung des Rechenschafts-, Kassa- und Bilanzberichtes dem Vorstande für das Verwaltungsjahr 1923 das Absolutorium orteilt. Der Mitgliedsbeitrag pro 1924 wurde mit K 50.000 bemessen und die vorgenommenen Wahlen ergaben folgendes Ergebnis. In den Vorstand wurden die ausgeschiedenen Herren Moritz B u r i a n, Max K a r p und Emil Pomeranz. die Bethausvorsteher Alois G r u b e r und Mich. Schock mit dreijähriger Funktionsdauer wiedergewählt. Zu Rechnungsrevisoren wurden die Herren S. Berge r. Hcinr. Hirse hf e 1 d und Simon Morgenroth, zu Schiedsrichtern die Herren Dr. A r o n, Prof. M. Rath und Jonas Wortmann mit einjähriger Funktionsdauer gewählt. — In der am 25. v.' M. stattgefundenen konstituierenden Vorstandssitzung wurden die Herren Emil Pomeranz zum Obmann, Bernhard Sturz zum Obmannstellvertreter. Moritz B u r i a n zum Schrittführer, Max Eisenklamm zum Schriftführcrstellvcrtreter und Wilhelm Fliegel zum Kassier gewählt. Talmud-Thora-Schule des Pazmanitentetnpels. Sonntag, am 29. Juni, hat die diesjährige fünfzehnte Schlußprüfung au der Talmud Thora-Schule, die unter der bewährten Leitung des Vereinsrabbiners Herrn Dr. Salomon Funk steht, im Beisein der Eltern der Schuljugend und vieler Gäste stattgefunden. Die Prüfungsergebnisse waren überraschend. Sowohl die Schüler und Schülerinnen der unteren als auch der oberen Abteilung haben die an sie spontan gestellten Fragen in besonders zufriedenstellender Weise beantwortet und den für ihre Abteilung und Klasse vorgeschriebenen Lehrstoff in staunenswerter Art beherrscht. Nicht nur das Lesen der gewöhnlichen Gebetstücke ging flott vonstatten, sondern die Prüfung in Grammatik und Wortbildung wurde meisterhaft bestanden. Der seit dem fünfzehnjährigen Bestände der Talmud-Thora- Schule an der Spitze stehende Obmann der Schulsektion, Herr Samuel Adler, hielt sodann, von den Ergebnissen selbst überrascht, eine zutreffende, kurze Ansprache an die versammelte Jugend und feuerte sie zur weiteren Erlernung und Ausbildung in den übrigen jüdischen Fächern an. Die ergänzende, ermunternde und befeuernde sowie herzliche Ansprache des Herrn Rabbiners wurde von allen Anwesenden mit lauten Beifallsbezeugungen aufgenommen. Auch die übrigen Vorstände des Pazmanitentempels, die Herren Samson Lee mann, Hermann Ehrenfeld, Josef Singer und Albert Körner (Obmann Oskar Schramek war wegen seines Landaufenthaltes entschuldigt) konnten ihr Erstaunen über die formvollendeten Vorträge der Schuljugend nicht unterdrücken und sprachen dem die Schule beaufsichtigenden Professor Moritz A n t s c e r 1. sowie den beiden Lehrern Herrn D. H. Oesterreicher, der an der oberen Abteilung wirkt, und Herrn Kolonymus Schweiz den herzlichsten Dank aus. Döblinger Bibelschule. Sonntag, den 29. Juni 1. J., fand die Schlußprüfung der unter Leitung Sr. Ehrw. des Herrn Dr. Frankfurter stehenden Bibelschule in Döbling statt. Es waren erschienen der Präsident des Tempelvereines, Herr Kommerzialrat Philipp K o h n, der Präsident der Chewra Kadischa Herr Sigmund P a r n e s. der Obmann des Schulkomitees, Herr Ing. Emanuel Lockspeiser und zahlreiche Gemeindemitglieder und Eltern der Schüler und Schülerinnen. Nach Begrüßung der Erschienenen durch den Ehrenpräsidenten Dr. Frankfurter begann Herr Schulinspektor L. W i e sn e r, der die Volks- und Bürgerschule unterrichtet, die Prüfung. Es machte auf alle Anwesenden einen sichtlichen Eindruck mit welchem Eifer die Kleinen — 30 an der Zahl — die an sie gerichteten Fragen beantworteten: es war eine wahre Freude anzuhören, wie diese korrekt hebräisch gelesen und Gebetstücke übersetzt haben. Auch die Mittelschüler der I. bis IV. Klasse — ungefähr 30 — zeigten gründliche Kenntnisse des durchgenommenen Lehrstoffes in Bibel und Gebetbuch. Alle Anwesenden stimmten in den Dank und Anerkennung über die erzielten Erfolge, die Sr. Ehrw. Herr Dr. Frankfurter dem Herrn Inspektor zollte, ein. In Anerkennung dieser hervorragenden Leistungen hat sich Herr Obmann Lockspeiser bereit erklärt, vom nächsten Schuljahre der Bibelschulc allmonatlich einen namhaften Beitrag aus eigenem zur Verfügung zu stellen. Stockerau. Sonntag, den 22. Juni 1924 fand anläßlich des Schuljahresschlusses im hiesigen Tempel die Religionsprüfung der jüdischen Schuljugend statt. Sr. Ehr würden Dr. Frankfurter nahm unter Mitwirkung des Religionslehrers S a 1 z e r in Gegenwart des erschienenen Gesamtvorstandes mit dem Vorstand Herrn Josef G r e i p 1 an der Spitze, sowie der erschienenen Eltern der Prüflinge und sonstiger zahlreicher Gäste von Stockerau, Korneuburg und Lang-Enzersdorf die Prüfung vor. Ihre Ergebnisse könnet» mit Rücksicht auf die hiesigen Verhältnisse als recht befriedigende angeschen werden. Sodann hielt Sr. Ehrwiirden, anknüpfend an das Schwuothtest einen sehr lehrreichen Vortrag über den Dekalog. Besonderen Eindruck machte die Erklärung des 5. Gebotes, die der .luzend galt und in noch gesteigertem Maße die Interpretation des „Pokd awaun owaus", die den lauschenden Eltern zugedacht war. Anschließend daran wurde für die Genesung des Bundeskanzlers Dr. Seipel ein Bittgottesdienst veranstaltet, welcher sich zu einer äußerst imposanten Kundgebung gestaltete. In gerührter Stimmung verließ die Gemeinde das Gotteshaus, einhellig im Lob über die Ausführungen Dr. Frankfurters. Die denkwürdige Feier beschloß eine zwanglose Zusammenkunft im judischen Heim, wo sich die Prüflinge nochmals bei einer von der Kultusgemeinde gewidmeten Jause in fröhlicher Stimmung vereinigten. Die Stadt „Chofez Chajint". In einer allgemeinen Versammlung beschloß eine zu dem Zwecke gegründete Gesellschaft, eine Stadt in Palästina unter dem Namen „Chofez Chajim" zu errichten. Die Gesellschaft zählt bis jetzt 250 Mitglieder und hat auch eine Unterabteilung in Wilna. Der Hauptsitz der Gesellschaft ist in Warschau. Die Mitglieder besitzen 2000 Munam Erde in Palästina. Wichtig für Studenten, die in Belgien studieren wollen. Das Bureau der jüdischen Studentenvereinigung in Liege teilt mit, daß alle Studenten, die in Belgien studieren wollen, sieh an dieses Bureau zur Einholung von Informationen wenden können. Auch solche Studenten, die materiell nicht in der Lage sind, sich in Belgien auf eigene Kosten zu erhalten, mögen

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