Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 24 (13.6.1924)
- Date
- 1924-06-13
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 DIE WAHRHEr Seite II in einem Werke von vier großen Bänden, von denen zwei uns bereits vorliegen. Es ist nicht nur der blendende Stil Kahns, der uns die Lektüre des Werkes zu einem Genüsse gestaltet, es sind vor allem auch die in ihrer originellen Art einzig dastehenden Abbildungen, deren geistiger Urheber damit eine neue Weise naturwissenschaftlicher Illustration geschaffen hat. Es erübrigt sich das Werk zu empfehlen, es empfiehlt sich von selbst. (Die beiden erschienenen Bände behandeln: Physik und Chemie des Lebens, Zellenlehre, Entwicklungsgeschichte, Knochen, Muskeln, Blutsystem.) Hebräische Unterrichtsbriefe. (Original-Methode Toussaint-Langenscheidt.) Denjenigen unserer Leser, die sich »auf anregende Weise hebräische Sprachkenntnisse erwerben wollen, um die Bibel im Urtext lesen zu können, raten wir die vorliegenden Unterrichtsbriefe, deren Methode weltbekannt ist, auf das wärmste an. Leider sind diese, Briefe nur für das klassische Hebräisch erschienen. Hoffentlich wird aber der Verlag auch Briefe für das Neuhebräische herausgeben, da hoch kein entsprechendes Lehrbuch dieser Art aus demselben Verlage vorliegt. Max Nordau, Zionistische Schriften. 2. Auflage, Berlin 1923, Jüd. Verlag. Vorliegender Band, der bereits zu den Qüellenbüchern der modernen jüdischen" Geschichte zählt« wurde anläßlich des Todes Nordaus, da vergriffen, neu aufgelegt. Die Aktualität des Buches wird es am bester! einführen. Das Werk möge werden, wozu seine Herausgeber es bestimmt haben: der Nachwelt ein glorreiches Denkmal. F. M. Kaufmann, Gesammelte Schriften. Herausgegeben und eingeleitet von Ludwig Strauss, E Laub'scher Verlag, Berlin 1923. Dem Leser, der den Problemen des modernen Judentums mehr als oberflächliches Interesse entgegenbringt, wird diese Ausgabe der Schriften F. M.% Kaufmanns vielfache Anregung, bieten. Ein Eingehen auf den Inhalt der einzelnen Aufsätze können wir uns versagen. Sie bilden das würdigste Testament. Dirk Coster: Wege zum Leben. Einleitung von E. Lucka. Verlag Karl König, Wien. Diese Gedanken sind keine Splitter, sondern aus dem wurzelhaften Boden einer Erfahrung gereifte Früchte. Sie gipfeln in der Verklärung ubersinnlicher Schönheit, als Endziel alles Menschendäseins, und predigen eine Liebe, die als ihren Ursprungsort die Evangelien ansieht, auch bei Pascal in die Schule gegangen ist. Doch ist die Fundamentierung eine natürliche. „Aller Altruismus ist geläuterter Egoismus". „Alle Vervollkommnung bezweckt vollkommene Freude." Das Wertvollste an diesen Weisheitssprüchen ist aber, daß sie nicht nur fertige Gedanken bieten, sondern zum Weiterdenken anregen. Im Kampf gegen das Ueberwiegen des Verstandesmäßigen ist schon mancher Schüler Pascals zum konfessionellen Fanatiker geworden. Wir haben es unter uns erlebt, daff' unter seinem -Einfluß ein Nichts-als-Nationaler Bannerträger der intransigentesten Orthodoxie geworden ist. Ueber diesem lesenswerten Büchlein schwebt aber ein Geist der Abgeklärtheit, der über solchen plötzlichen Stimmungs- und Gesinnungswechsel erhaben ist. Leitfaden für die soziale Praxis. Von Anton Retzbach, Dr. theol. et rer. pol. 6. und 7. Auflage. Herder und C i e., Verlag Freiburg i. B. Das Buch ist mehr als ein Leitfaden, es ist mit steigender Auflage ein umfangreicher Wegweiser für alle diejenigen geworden, die der wirtschaftlichen Ent- ■ Wicklung, der sozialen Organisation und dem Schutzgesetzbuch ihre- Aufmerksamkeit zuwenden wollen. Der Verfasser bemerkt in seiner Vorrede, daß das Elend,c unter dem unser Volk seufzt, mehr, wie je „soziale Gesinnung, Betätigung echter christlicher Nächstenliebe" erheischt. Da das Werk vorwiegend katholische Verhältnisse im Auge hat und dabei von tolerantem Geist durchweht ist, so ist röcht unter dem Ausdruck „echt christlicher Nächstenliebe" der allgemein menschliche Standpunkt zu verstehen. Diese beiden Begriffe werden häufig ehr istlicher seits miteinander identifiziert, wais aber sehr bed'enküoh lörschefnt. Auf Seite 297 wind auch der Juden gedacht, es heißt daselbst: „Die Armenfürsorge der Juden ist nach verschiedener Richtung mustergültig. Für die verschiedenen Zwecke der sozialen Hilfsarbeit gibt es fast in allen Ländern jüdische Sondervereine, die wieder in die> n,Zentralwohlfahrtsstelle für deutsche Juden" (Berlin) zusammengeschlossen sind." Auch Andersgläubige werden aus dem Buche großen Nutzen gewinnen. Sp.-M. Oer Leopoldstädter Kranken-Unterstützungsverein „Nächstenliebe" veranstaltete Donnerstag, den 5. Juni, aus Anlaß der Enthüllung eines prachtvollen Porträts des verdienstvollen Obmannes Adolf Reich im Sitzungssaale des Vereines eine Festsitzung, zu der der Gesamtvorstand, Familienangehörige des Obmannes und zahlreiche geladene Gäste erschienen. Obmannstellvertreter J. Schönherz begrüßte die Gäste und wies auf die Bedeutung der intimen Vereinsfeier hin. Der Vor- < stand habe aus Liebe und Anerkennung für seinen Obmann dessen Porträt anfertigen lassen, das zur Zierde der Vereinsräume dienen soll, wie seine eifervolle Tätigkeit zum Ansporn nicht nur der gegenwärtigen, sondern auch der kommenden Generation gereichen möge. Schriftführer Alexander G u 11mann würdigte das Wirken Adolf Reichs, welcher zirka 3G 3 ihre dem Vorstande als Schriftführer, Obmannstellver- trete; und Obmann angehört und sich um denselben besondere Verdienste erworben hat, insbesondere durch die Installierung eines Gottesdienstes anläßlich der Hohen Feiertage im „Bayrischen Hofe", wie auch durch die Schaffungdes „Adolf und Fanny Reich-Fonds", aus welchem hilfsbedürftige Nichtmitglieder des Vereines unterstützt werden. Ehrenobmann Rosenblatt gab seiner Freude Ausdruck, daß er an seinem Nachfolger Adolf Reich die richtige Wahl getroffen hat, der in jeder Richtung den Verein würdig vertritt. Professor Nasche beglückwünschte als Obmann des Vereines „Hesch schel emeth" wie auch im Namen Kommerzialrats Alfred Landesberger, des Obmannes des Vereines der „Freunde des Großen Leopoldstädter Tempels", den Verein „Nächstenliebe" zu seinen Obmann und brachte in einer längeren Ausführung die drei Vereine in einen ideellen Zusammenhang.. Ebenso würdigte Vorstandsmitglied Klein in ausführlicher Darstellung die Verdienste Adolf Reichs. Naclr Enthüllung des Porträts wurde dasselbe in Obhut des Vereines genommen und begaben sich die zahlreichen Anwesenden ins Restaurant Goldstein zu einem gemeinsamen Abendessen, bei dem Kommerzialrat G r u b e r und für die Aerzte, die durch Dr. J. Braun, Dr. F r i e dmann und Dr. Neumanu vertreten waren, der letztere gehaltvolle Toaste sprachen. Spät?ybends schloß die gemütliche Feier, die allen Teilnehmern ange in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Ehrung für Kommerzialrat Max Markus. Die Generalversammlung des Bethausvereines Bet-Hachnetheth hat in gerechter Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um das Gedeihen des Tempelvereines Herrn Kommerzialrat Kultusvorstand Max Markus zum Ehrenmitglied ernannt. Aus diesem Anlasse fand Montag, den 9. d., nach dem Gottesdienste eine Begrüßung desselben durch den Vorstand und andere Korporationen statt, zu der unter anderen als Vertreter des Kultusvorstandes Herr Bezirksrat Julius B e r g e r und Amtsleiter Rudolf Kraus erschienen waren. Der Obmann des Vereines, Herr Dr. Josef Auerbach, hielt an den Gefeierten eine überaus herzliche Ansprache und überreichte ihm ein künstlerisch ausgeführtes Ehrendiplom. Ferner sprachen die Herren Schulrat Prof. Dr. Heinrich P o 11 a k, Präsident Anton Beck, der Obmann der Bezirkskommission des 3. Bezirkes M. Popper, Obmann des Vereines „Fides" Gustav Heinsheim e r, für die zionistische Organisation Rabinowitsch, für den Erdberger Bethausverein Adolf Ungar und für den Frauenverein des 3. Bezirkes Frau Prof. M a h 1 e r, Herr Kommerzialrat Max Markus dankte tief gerührt für die ihm erwiesenen Ehrungen. St. Pölten. Die vor kurzem in der Kultusgemeinde St. Pölten stattgefundene Kultuswahl hatte bei außerordentlich reger Beteiligung auch der auswärtigen Mitglieder einen Verlauf genommen, welcher im Grunde genommen wenige Ueberraschungen brachte. Im Vorstande selbst hatte keine Verändelung platzgegrijfen und zeigt derselbe folgende Zusammensetzung: Kultusvorsteher: Herr Albert Leicht; Stellvertreter: Herr Samuel Mandl; Beiräte: die Herren Bergler Karl, Frank Karl, Frisch mann Moritz, Wulkan Bernhard. Einige kleine Aenderungen weist die Zusammensetzung des Kultusrates auf, in welchen folgende Herren gewählt wurden: Bondy Franz, Deutsch Dr. Hugo, Frank Rudolf, Geiduschek Adolf, Kerpen Daniel, Kohn Julius, Körner Julius, K u b i n Max, Reiß Isidor, Schanzer Moritz, Schwager Heinrich, Dir., Spitz Heinrich.